Aufpassen, Bundesliga!

Von Oliver Kucharski
Montag, 17.08.2009 | 16:46 Uhr
Will nach dem Titel mit Schalke den VfL Bochum zur Meisterschaft führen: Felix Magath
© Imago
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In der vergangenen Saison wurde Wolfsburg lange belächelt, dann war es zu spät. Ein Fehler, den die Alternative Liste kein zweites Mal macht. Elf Punkte, die wachrütteln!

1. Momentaufnahme? Um mit den Worten von Felix Magath zu sprechen: Hast Du denn eigentlich nur Scheiße im Hirn, Bundesliga? Schalke und Wolfsburg gemeinsam auf Platz 1? Ist das Dein Ernst? Hältst Du das für einen Start, der Lust auf mehr macht?? Von den Schalker Fans mal abgesehen? Manchmal möchte man Dich wirklich stundenlang irgendwelche Treppenberge hoch und runter hetzen, Bundesliga. Echt mal. Und bevor jetzt jemand was von wegen "Sachte! Momentaufnahme!", entgegenfaselt: Vergangene Saison wurde Wolfsburg exakt so lange belächelt, bis es zu spät war. Und dann war es zu spät. Diesen Fehler: machen wir kein zweites Mal! Also, Bundesliga: Pass da bitte auf, jetzt!

2. Gesellschaftskritik: Denn Felix Magath ist ein Meister der Täuschung! An allem nölt und meckert und mosert er rum, so dass man meinen könnte, er würde die Kölner trainieren. Diese Wutrede zum Beispiel: Weil SKY-Mann Michael Leopold fand, dass Farfan gegen Fuchs so bisschen nachgetreten hätte, ging Magath also gleich aufs große gesellschaftliche Ganze: Man hätte sich das in Deutschland ja schon angewöhnt, stets den zu bestrafen, der reagiert, nie aber den, der anfängt, und das wäre furchtbar und überhaupt eher wie beim Wrestling usw. usf. - und all das wutredete Magath natürlich nur zu diesem einen Zweck: den Schalker Lauf unter den Teppich zu kehren. Doch nicht mit uns!

3. Scheiß Kreuzbandriss: Zumal gerade das mit dem Wrestling ja albern ist. Denn da wäre ja viel mehr Heinz Müller zu nennen. Zwei Spiele, zwei verschuldete Elfmeter. Starke Quote. Eine ähnlich feine Serie hat auch Köln am Laufen: Zwei Spiele, zwei Eigentore. Man wünschte sich, Heinz Müller spielte für Köln - um wie viel kölniger die Kölner doch wären! Noch viel mehr aber wünschte man sich, Heinz Müller hätte sich seinerzeit nicht das Kreuzband gerissen - dann wäre er nämlich nach Wolfsburg gewechselt, und niemals wären die dann Meister geworden. Und nicht eine einzige lausige Sekunde lang müsste man sich jetzt wegen dieser Schalker Tabellenführung sorgen.

4. Augenkrebs: Stattdessen könnte man sich um andere Dinge kümmern. Man könnte zum Beispiel voller Inbrunst und Leidenschaft die wahren Probleme und Missstände der Bundesliga anprangern. Die rosa Auswärtstrikots der Bochumer zum Beispiel. Allein: es fehlt die Energie. Und das Verständnis.

5. Lange Sitzung: Eventuell könnte man sich auch am xten Frühling des Ze Roberto ergötzen. Und ganz sicher könnte man über das lustige Geschichtchen aus der Mixed Zone schmunzeln, in dem Ze Roberto mit eiligem Schritt und schmerzverzerrtem Gesicht sowie den Worten "Ich muss mal, komme gleich wieder", an den wartenden Journalisten vorbei hechelte - um dann 70 Minuten später immer noch nicht wieder aufgetaucht zu sein. Man könnte sich so wunderbar ausmalen, was Ze Roberto da 70 Minuten lang gemacht hat, auf dem Klo. Oder ob er sich schlicht, höhö, verpisst hat. So aber: fehlt die rechte Lust.

6. Schlaftabletten: Und wenn man schon mal beim Spekulieren gewesen wäre, was Ze Roberto denn 70 Minuten lang auf dem Pott getrieben hat, dann hätte man bei dieser Gelegenheit auch gleich noch überlegen können, wie die Herren Doping-Fahnder auf das schmale Brett gekommen waren, ausgerechnet Patrick Owomoyela zur Dopingprobe zu bitten. Und auf was die den da überhaupt untersucht haben. Auf Schlaftabletten etwa?

7. Wett-Leuchten: In jedem Falle hätte man auch mal wieder einen in Richtung Töppi abbrennen können. Schließlich stand der im Infight mit Roman Weidenfeller, und der wiederum hatte sich beim ständigen Ball-aus-dem-Tor-Holen ja einen wirklich fiesen Sonnenbrand zugezogen, und wie er da nun so neben Töppi stand, rote Birne an rote Birne, da hätte man wunderbar sinnieren können, wer denn hier nun mehr leuchtete. Was man da für Pointen hätte rausholen können!

8. Waschlappen: Auch hätte man sich fragen können, was denn bitte in den einstigen Vorzeige-Proleten Tim Wiese gefahren ist. Denn Tim Wiese hatte erst mal wieder überragend gehalten, und das auch noch vor den Augen von Jogi Löw, der offenbar irgendwo falsch abgebogen und statt in Stuttgart oder Hoffenheim versehentlich in München gelandet war - und dann hatte Tim Wiese also den Schwanz eingezogen und rumgememmt, er wolle bei den kommenden Länderspielen lieber nicht eingesetzt werden, denn die wären ja in Leverkusen und Hannover, und da würde er ganz sicher ausgebuht werden, wegen Rene Adler und Robert Enke, und das wolle er nicht, das wäre ja auch blöd für die Mannschaft usw. usf., und da hätte man also wirklich mal nachfragen können, ob Tim Wiese jetzt zu lange in der Sonne - oder besser: im Solarium gewesen war.

9. Billige Ausrede: So aber: Muss man immer auch ein Auge auf Schalke haben. Und sich Sorgen machen. Denn der Schalker Erfolg ist ja nicht nur in der Verpflichtung von Felix Magath begründet. Nein. Auch der Rausschmiss von Andi Müller ist nicht zu unterschätzen. Und wie das so ist, wenn man irgendwo rausgeworfen wurde: schmollt man erstmal bisschen rum - und zeigt sich dann glücklich verliebt mit neuem Partner. Das alte Spiel. Hat er drauf, der Andi Müller. Und so saß er plötzlich neben Rudi Völler auf der Leverkusener Tribüne und hatte einen Bayer-Schal um den Hals. Billige Ausrede hinterher: Die wären gratis verteilt worden, und er hätte da ohne nachzudenken zugegriffen. Wer's glaubt!

10. Schiffe versenken: Den Schalker Durchmarsch verhindern könnten eigentlich die Bayern. Denn die haben neuerdings eine richtige Taktik. Einen echten Plan. Ein tolles Konzept. Und das geht so ähnlich wie Schiffe versenken: Das Spielfeld besteht aus den Quadraten A1 bis D4, und jeder Spieler bekommt seine Teilquadrate, und in den Teilquadraten muss er Ordnung halten, und wenn das jeder so macht, wie Herr van Gaal das will, dann ist's Essig mit dem Titel für Schalke. Doch Bayern hat ein Problem, und das Problem heißt Fronck, denn Fronck hat das alles noch nicht so richtig kapiert mit den Quadraten, denn statt auf C2 und C3 zu stehen und von dort vertikal und klug und schnell auf D2 und D3 zu passen, fummelt der Fronck wie gehabt also gegen den Willen von Herrn van Gaal auf C1 und D1 herum, weshalb C2 und C3 ganz verwaist sind, die Bayern nicht gewinnen, die "Bild" was von "Taktik-Zoff" schreibt - und Felix Magath am Ende womöglich doch wieder grinst.

11. Spieler des Jahres: Fronck muss also weg. Entweder zu Real oder zu Chelsea oder auf die Bank, und stattdessen sollte unbedingt Thomas Müller spielen, denn Thomas Müller ist super, der hat nämlich nicht nur das mit den Quadraten komplett begriffen, nein, der ist auch sonst ein echter Fußballgott und auch neben dem Platz eine echte Granate, und außerdem hat er im neuen Jahrbuch der Bayern auf die Frage nach seiner Lieblingswebseite "SPOX.com!" geschrieben. Und solche Leute braucht das Land!

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