Fussball

Unruhige Zeiten in Frankfurt

SID
Markus Pröll muss sich auf einen Zweikampf im Eintracht-Tor einstellen
© Getty

Zoff mit Bayer Leverkusen um die Ablöse für Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler, Ärger um die Perspektive von Wackelkandidat Markus Pröll: Eintracht Frankfurt erlebt nicht nur wegen der peinlichen 0:3-Pleite gegen den kroatischen Erstligisten NK Osijek eine schwere Zeit.

Vor allem beim letztjährigen Stammtorwart Pröll liegen derzeit die Nerven blank. Der 29-Jährige will seinen Stammplatz im Tor der Hessen mit aller Macht verteidigen, steht aber auf dem Abstellgleis. Sollte ein Angebot für den ehemaligen Kölner eingehen, wäre die Eintracht wohl gesprächsbereit.

"Ich bekomme am Rande mit, dass ich auf der Abschussliste stehe. Man hat den talentierten Fährmann geholt und Nikolovs Vertrag verlängert, da muss halt der Pröll weg. Das ist verwunderlich. Wenn man mich nicht haben will, soll man mir das sagen", sagte Pröll, der in zwei Testspielen insgesamt fünf Gegentore kassierte und damit kaum Werbung in eigener Sache betreiben konnte.

Torwart-Frage völlig offen

Unter dem neuen Trainer Michael Skibbe ist das Rennen um die Nummer eins im Eintracht-Tor allerdings noch völlig offen. Die drei Kandidaten Pröll, Oka Nikolov und Ralf Fährmann wechseln sich derzeit in den Vorbereitungsspielen ab, Skibbe will sich erst beim letzten Test am 25. Juli beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern endgültig auf einen Stammkeeper festlegen.

"Idealerweise sollte dann der im Tor stehen, der auch acht Tage später im Pokal gegen Offenbach spielt", sagte Skibbe. Das Frankfurter Urgestein Nikolov geht als Außenseiter in den Dreikampf um den Stammplatz im Frankfurter Tor. Aus der Ruhe bringt das den Mazedonier aber nicht.

"Ob ich jetzt als Außenseiter oder von der Pole-Position aus ins Rennen gehe, ist mir völlig egal. Entscheidend ist, was der Trainer denkt", sagte Nikolov.

Pröll hofft auf Skibbe

Mit Blick auf das mit Spannung erwartete Pokal-Derby am 2. August beim Erzrivalen Kickers Offenbach deutet alles auf ein Duell zwischen Neuzugang Fährmann und Pröll hin. Während der Ex-Schalker Fährmann ohne große Worte seinen Dienst verrichtet, gibt sich Pröll auch verbal kämpferisch.

"Ich habe noch ein Jahr Vertrag und werde diesen erfüllen. Ich denke gar nicht daran, dass ich in der neuen Saison nicht im Tor stehen könnte", sagte Pröll. Vor allem auch deshalb, weil Friedhelm Funkel nicht mehr Coach der Eintracht ist.

Pröll kam sich unter Funkel vor wie einst Oliver Kahn unter Jürgen Klinsmann vor der WM 2006. "Der Rückhalt war nicht da. Es ist nicht gut, wenn man immer denkt: Beim kleinsten Fehler bist du wieder draußen. Als Torwart ist man sehr feinfühlig, das spürt man einfach", sagte Pröll: "Der Trainer-Wechsel war ein Schritt, der aus Sicht des Umfelds nötig war."

Streit um Bayers Pirmin Schwegler

Dringend nötig hat die Eintracht nach den Abgängen von Michael Fink (Besiktas Istanbul) und Junichi Inamoto (Stade Rennes) sowie der erneuten Rückenverletzung des Brasilianers Chris weiterhin auch die Verpflichtung eines defensiven Mittelfeldspielers.

Heißester Kandidat ist weiter Pirmin Schwegler von Bayer Leverkusen. Doch während die Leverkusener den Schweizer nur für ein Jahr ausleihen wollen, pocht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen auf einen Kauf mit einer Ablösesumme für Schwegler unter einer Million Euro.

"Wir sind doch nicht der Ausbildungsverein von Leverkusen. Der Spieler will unbedingt zu uns. Vielleicht warten wir ja bis 2010, dann ist er ablösefrei", sagte Bruchhagen dem "Kicker".

Schwegler selbst will sich ebenfalls nicht ausleihen lassen. "Das wäre nicht die beste Lösung", sagte Schwegler, dem es am liebsten wäre, "die Vereine würden sich über die Ablöse einigen, und ich könnte in diesem Sommer komplett transferiert werden."

Eintracht Frankfurt im Sommer

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