"Zwischen uns wird nichts hängenbleiben"

Von Interview: Jochen Tittmar
Sonntag, 02.08.2009 | 18:49 Uhr
Zeigte sich enttäuscht von der Kapitänsentscheidung von Trainer Skibbe: Ioannis Amanatidis (r.)
© Imago
Advertisement
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
CFC Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
FC Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston
Serie A
Florenz – AC Mailand
Premiership
Celtic -
Rangers
Serie A
Atalanta -
Cagliari
Serie A
Benevento -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Udinese
Serie A
AS Rom -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
SPAL
Serie A
FC Turin -
CFC Genua
Premier League
Liverpool -
Leicester
Championship
Barnsley -
Reading
Serie A
Inter Mailand – Lazio Rom
Premier League
Man Utd -
Southampton
Championship
Bristol City -
Wolverhampton
Serie A
Hellas Verona -
Juventus

Kaum ist Michael Skibbe bei Eintracht Frankfurt, schon steht er mit seinem Team unter Zugzwang. Der Pokalsieg in Offenbach war wichtig, doch auch in der Bundesliga müssen Siege her, um die durch die mittelmäßige Vorbereitung angespannte Stimmung im Umfeld zu beruhigen.

Im Interview spricht der bald 44-Jährige über Sorgenkind Caio, die strittige Kapitänsfrage und seine Idee von der "neuen" Eintracht.

SPOX: Herr Skibbe, wie jeder Trainer, der neu bei einem Verein ist, müssen auch Sie einen Interview-Marathon absolvieren. Welche Frage können Sie denn gar nicht mehr hören?

Michael Skibbe: Es gibt keine Frage, die ich nicht mehr hören kann. Dass so viele ihrer Kollegen und Anhänger der Eintracht so viele Fragen haben, zeigt doch nur, wie groß das Interesse an diesem Traditionsverein ist.

SPOX: Ihre Verpflichtung löste am Main Euphorie und Aufbruchstimmung aus. Das erinnerte an Jürgen Klopps Ankunft in Dortmund. Haben Sie sich bei ihm etwas abgeguckt?

Skibbe: Nein. Ich habe meinen ganz eigenen Stil und gebe mich einfach nur so, wie ich bin. Wenn neue Spieler oder auch Trainer zu einem Klub kommen, dann löst das immer eine Art Aufbruchstimmung aus.

SPOX: Die kann aber auch schnell ins Gegenteil ausschlagen...

Skibbe: Ja, aber ich bin natürlich froh über die Erwartungen und über die Stimmungslage der Fans, denn um in dieser Saison besser und erfolgreicher Fußball zu spielen, brauchen wir die vielen Anhänger der Eintracht im Rücken.

SPOX: Die Euphorie ist nach der relativ enttäuschend verlaufenen Vorbereitung allerdings wieder verpufft. Fans, Vorstand und auch Sie äußerten bereits Sorgen um den Zustand der Mannschaft.

Skibbe: Die Mannschaft hat in den Testspielen gegen Kaiserslautern (2:0) und Kärnten (5:0) über weite Strecken absolut überzeugt. Dass man in der Vorbereitungsphase auch mal verliert, liegt am harten Training und daran, dass man einige neue Dinge ausprobiert.

SPOX: Das sagt irgendwie jeder...

Skibbe: Niederlagen in Testspielen gehören einfach dazu und sind normal - gerade dann, wenn man vor einem Spiel noch hart trainiert hat. Darauf kann man als Trainer in der Regel keine Rücksicht nehmen. Hinzu kommt, dass man gegen starke Gegner eher sieht, wo es noch hapert. Insofern haben wir nach den beiden 0:3-Niederlagen gegen Osijek und Timisoara klar aufgezeigt bekommen, wo es Defizite gibt und diese anschließend in Kaiserslautern und gegen Kärnten weitestgehend abstellen können.

SPOX: Nach den beiden von Ihnen erwähnten Niederlagen kam große Unruhe auf. Heribert Bruchhagen hat öffentlich Kritik an Spielern wie Patrick Ochs oder Marco Russ geübt, was sonst in dieser Form noch nicht vorkam. Heißt das, dass sich Bruchhagen nun mehr in die sportlichen Belange einmischt, auch öffentlich?

Skibbe: Es ist das Recht von Heribert Bruchhagen, von den Spielern abzuverlangen, dass sie sich weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen müssen. Das machen auch Uli Hoeneß oder Klaus Allofs.

SPOX: Heißen Sie die Kritik auch selbst gut?

Skibbe: Auch ich erwarte von Spielern wie Ochs und Russ, dass sie den nächsten Schritt machen. Sie kamen aus der Jugend, haben sich gut entwickelt - aber jetzt müssen sie auf die nächste Stufe kommen. Ihr Anspruch muss es sein, mit der Eintracht unter die Topmannschaften der Liga zu kommen.

SPOX: Sie antworteten auf die Bruchhagen-Äußerungen mit Zustimmung und sagten bereits, dass Spieler, die nicht mitziehen, aussortiert werden. Provokante Frage: Ist ihr Führungsstil zu wenig autoritär oder warum haben Sie dies geäußert?

Skibbe: Es ist fair, den Spielern, bei denen ich sehe, dass sie es auf absehbare Zeit nicht unter die ersten 18, 20 schaffen, dies in persönlichen Gesprächen auch so mitzuteilen. Alles andere wäre unfair. Dies hat nichts mit Autorität zu tun. Wir wollen so erfolgreich sein wie möglich und dazu brauchen wir die besten Spieler.

SPOX: Die unter ihnen nun die abwartende Spielweise, wie sie unter Friedhelm Funkel praktiziert wurde, in aggressives Pressing verwandeln sollen. Wie bringen Sie das den Spielern bei?

Skibbe: Um den Gegner möglichst früh im Mittelfeld zu attackieren, müssen wir läuferisch, konditionell und taktisch absolut auf der Höhe sein. Wir müssen den Gegner schon bei dessen Spielaufbau stören. Dies erfordert sehr viel Laufarbeit und geschicktes Verschieben. Da muss jeder genau wissen, was er zu tun hat und sich hundertprozentig an die taktischen Vorgaben halten. Das alles kann man innerhalb von viereinhalb Wochen Vorbereitung nicht einstudieren, aber wir sind auf einem guten Weg dahin.

SPOX: Der dann darin mündet, sich auch gegen favorisierte Teams nicht zu verstecken?

Skibbe: Natürlich können wir gegen Kaliber wie Bayern oder Bremen keinen Hurrafußball spielen. Aber verstecken wollen wir uns auch in solchen Spielen nicht.

SPOX: Um Chancen zu kreieren, soll "Sorgenkind" Caio im Mittelfeld die Fäden ziehen. Er fiel jedoch bereits zum vierten Mal durch den Laktattest. Kann er diesen Mangel überhaupt kompensieren, um die ihm angedachte Rolle zu erfüllen?

Skibbe: Caio ist kein Sorgenkind. Er hat eine gute Vorbereitung hinter sich und mit seinen Laktatwerten lag er in der ersten Hälfte des Kaders. Er hat ein großes fußballerisches Repertoire und immer dann, wenn Angriffe über ihn laufen, wird es für den Gegner gefährlich.

SPOX: Sie haben Christoph Spycher zum neuen Kapitän gemacht. Vorgänger Ioannis Amanatidis ist stinksauer. Begründen Sie doch einmal bitte diese Entscheidung?

Skibbe: Die Wahl fiel auf Christoph Spycher, weil ich bessere Erfahrungen mit Defensivspielern in der Kapitänsrolle gemacht habe. Das hat nichts mit meiner Wertschätzung für Ioannis Amanatidis zu tun - er ist unser bester und gefährlichster Stürmer. Aber schon bei der Nationalelf hatten Rudi Völler und ich damals entschieden, einen Defensivspieler zum Kapitän zu machen. Dies habe ich bei meinen nachfolgenden Stationen auch beibehalten.

SPOX: Wieso ist für Sie die Position eines Spielers für die Kapitänswahl ausschlaggebend?

Skibbe: Bei einem Defensivakteur ist die Chance, dass er regelmäßig auf dem Platz steht, einfach größer. Stürmer sind nun mal häufiger verletzt. Wenn sie dann wieder im Training sind, müssen sie als Kapitän bald wieder spielen, wenn man eine schlechte Außenwirkung vermeiden will. Ganz abgesehen von der taktischen Überlegung, dass wir vielleicht auch mal nur mit einem Stürmer spielen.

SPOX: Amanatidis hat bereits Konsequenzen angekündigt...

Skibbe: Ich schätze Ioannis als Mensch und Spieler. Ich bin froh, dass er für uns seine Tore schießt. Ich kann seine Empfindungen nachvollziehen. Wir haben zwei intensive und sehr gute Gespräche geführt und er hat mir versichert, sich weiter voll für die Mannschaft und den Verein reinzuhängen. Zwischen uns wird nichts hängen bleiben. Er bleibt ein sehr wichtiger Ansprechpartner für mich und an seinem Status innerhalb der Mannschaft wird meine Entscheidung überhaupt nichts ändern.

SPOX: Was hat denn Amanatidis zur Verpflichtung von Maik Franz gesagt? Die beiden sind ja im März 2008 beim Gastspiel der Eintracht in Karlsruhe heftig aneinander geraten...

Skibbe: Das liegt ja fast anderthalb Jahre zurück. Beide haben sich längst ausgesprochen. Das sind keine Streithähne. Sie kämpfen und spielen jetzt Seite an Seite für Eintracht Frankfurt und verstehen sich gut. Beide sind für mich wichtige Führungsspieler.

SPOX: Glauben Sie nicht, dass da dennoch etwas hängen geblieben ist?

Skibbe: Im Fußball kann man solche Dinge leicht wegwischen, denn nach einem Spiel ist so was in der Regel Schnee von gestern. Zwischen den beiden gibt es überhaupt keine Probleme mehr.

SPOX: Probleme könnte es aber mit dem großen Kader geben, in dem derzeit 30 Mann stehen. Warum findet die Eintracht keine Abnehmer?

Skibbe: Überall muss aufgrund der Wirtschaftslage und der gesunkenen TV-Honorare in dieser Saison gespart werden. Das wirkt sich natürlich auch auf den Transfermarkt aus. Das Geld sitzt nicht gerade locker und die Klubs haushalten vernünftig.

SPOX: Auf der anderen Seite beklagen Sie ja wieder ein paar Verletzte.

Skibbe: Das ist leider richtig. Bitte vergessen Sie zudem nicht, dass in unserem Kader mit Tosun und Alvarez zwei Juniorennationalspieler stehen, die unter 19 Jahre alt sind. Hinzu kommen die Langzeitausfälle Zlatan Bajramovic und Christoph Preuß, die uns leider sicherlich nicht so bald wieder zur Verfügung stehen werden. Auch unsere beiden Torhüter Jan Zimmermann und Ralf Fährmann fallen noch ein paar Wochen aus. Somit komme ich derzeit auf 24 einsatzfähige Profis, was keinesfalls zu viel ist.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung