Vier Wochen Fußball-Diktatur

Von Haruka Gruber
Montag, 27.07.2009 | 20:25 Uhr
Louis van Gaal: Geradlinig und konsequent - oder beratungsresistent und stur?
© Getty
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Seit Louis van Gaals Machtübernahme ist der FC Bayern kaum wiederzuerkennen. Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und der gesamte Kader: Sie alle unterwerfen sich dem neuen Coach. Selbst Franz Beckenbauer muss aufpassen. Eine Bilanz.

Verlegen blickte Danijel Pranjic auf den Boden und bat wohl inständig darum, dass der peinliche Moment nicht allzu lange dauern möge. Kurz zuvor spielte der Kroate des FC Bayern im Trainingsspiel allzu forsch nach vorne - was Trainer Louis van Gaal derart erzürnte, dass dieser dazwischen ging und die Partie unterbrach.

Mit entschlossenem Gang schritt der Niederländer auf Pranjic zu und rügte ihn für dessen Fehlverhalten. In einer solchen Lautstärke, dass van Gaals strenge Worte selbst beim 100 Meter entfernt stehenden Kiebitz deutlich zu vernehmen war. Die Mitspieler schwiegen, selbst die circa 500 Zaungäste senkten den Lärmpegel merklich.

Alle Augen richteten sich auf van Gaal und dem gemaßregelten Pranjic. Nach 30, 40 Sekunden - für den Neuzugang aus Heerenveen mag es eine halbe Ewigkeit gewesen sein - blies van Gaal wieder in seine Trillerpfeife und erweckte die Säbener Straße wieder zum Leben.

Neuer Spirit an der Säbener Straße

Vor rund vier Wochen begann van Gaal beim FC Bayern. Vier Wochen, die van Gaal genügten, um seit seinem ersten Arbeitstag am 1. Juli den größten Verein Deutschlands derart zu verändern, dass dieser nicht mehr dem Klub vergangener Tage ähnelt.

"Van Gaal ist für den FC Bayern eine große Chance für die Zukunft. Er hat es geschafft, die Mannschaft in kürzester Zeit davon zu überzeugen, dass sie - wenn sie seinen Weg mitgeht - erfolgreich sein wird", sagt Sportdirektor Christian Nerlinger.

Um das Vokabular von Vorgänger Jürgen Klinsmann zu nutzen: Es scheint, als ob in München ein neuer Spirit herrscht, als ob ein neuer Geist Einzug gehalten hat. Der autoritäre van Gaal gibt eine klare Linie vor - und die Spieler sowie die sportliche Führung folgen ihr kompromisslos. Sei es aus Respekt, Ehrfurcht oder vielleicht sogar Angst.

Enger Draht zum Vorstand

Van Gaal stellt auf ein 4-4-2 mit Raute um. Keine Widerrede. Van Gaal mustert Lucio aus. Keine Widerrede. Van Gaal lässt offen, wer der neue Kapitän oder die Nummer eins wird. Van Gaal pickt sich einen Spieler heraus und staucht ihn zusammen, wie gesehen bei Pranjic oder zuvor Edson Braafheid und Breno. Keine Widerrede. Keine Widerrede. Keine Widerrede.

Selbst der Vorstandsvorsitze Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß halten sich dieser Tage zurück und äußern sich wenn überhaupt nur zur Transferpolitik - und das auch erst nach enger Absprache mit van Gaal. "Ich sage dem Vorstand, was für einen Spieler ich will", sagt der. "Alle sportlichen Fragen stellen Sie bitte dem Trainer", sagen Hoeneß und Rummenigge.

Nur der redselige Aufsichtsrats-Boss Franz Beckenbauer machte am Wochenende mit der Äußerung, Franck Ribery sei München "wurscht", eine Ausnahme. Prompt folgte von der Klubspitze ein Rüffel und van Gaals Ratschlag: "Der Vorstand hat eine Politik, und wir müssen ihr folgen. Auch Franz Beckenbauer."

Nahezu unantastbar

Van Gaal hat sich in kürzester Zeit eine Machtposition geschaffen, die erstaunt. Nach dem missglückten Experiment mit Klinsmann, der anfangs ähnlich viel Gestaltungsraum zugesprochen bekam, wäre zu erwarten gewesen, dass sich Hoeneß oder Rummenigge wieder mehr einbringen werden. Doch kraft seiner Kompetenz, seiner Reputation und seiner ungeheuren Präsenz wirkt van Gaal nahezu unantastbar.

"Überraschend war für mich in den letzten vier Wochen nur, dass so viele Menschen bei jedem Training dabei sind", sagt der 58-Jährige. Ansonsten wären die Arbeitsbedingungen in München so, wie er es geplant und wohl auch bei den Vertragsverhandlungen gefordert hat.

"Meine Erwartungen für meine ersten Wochen in München waren nicht größer oder kleiner als meine Erwartungen anfangs beim FC Barcelona. Ich arbeite als Trainer so, wie ich es immer gemacht habe", sagt van Gaal mit dem Selbstverständnis eines Alleinherrschers, der "dem Team personell und strategisch ein Gesicht geben soll" (Nerlinger).

"Keiner weinend auf dem Zimmer"

Trotz der Machtfülle, trotz der harten Wortwahl und der Ansprache genießt van Gaal die Rückendeckung seiner Spieler. Sie rühmen die im Vergleich zu Klinsmann hervorragende taktische Schulung und die Akribie, mit der der Niederländer sein Tagwerk verrichtet.

"Sein Korrigieren ist Stimulieren, bei uns liegt keiner weinend auf dem Zimmer", versichert Mark van Bommel. "Der Trainer ist laut und direkt in seiner Kommunikation. Wenn etwas falsch läuft, gibt er klar an, was falsch läuft. So weiß jeder Spieler genau, was er tun muss - selbst wenn er den Ball nicht hat. Nur so kann man einen guten Fußball spielen."

So wie beim 2:0 im Testspiel in Köln, das van Gaal mit einem "Ich werde sehr froh sein, wenn wir immer so spielen" goutierte. Besonders auffällig: das exzellent praktizierte Pressing, eines von van Gaals fußballerischen Steckenpferden. Unter Klinsmann wurde viel darüber geredet. Van Gaal setzt es in vier Wochen um.

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Van Gaals schmaler Grat

"Wir können, was die Starspieler angeht, nicht mit Real Madrid mithalten. Deswegen müssen wir eine Mannschaft formen, mit einem Konzept, einer klaren taktischen Ausrichtung. So können wir im Konzert der Großen mitspielen. Und dafür ist van Gaal prädestiniert", sagt Nerlinger.

Nur: Klinsmann wurde ebenso überschwänglich in seinen ersten Wochen gefeiert - und noch vor dem Ende der Saison gefeuert.

Bei Erfolg ist van Gaal geradlinig und konsequent. Bei Misserfolg ist er beratungsresistent und stur.

"Wir müssen die ersten beiden Monate der Saison irgendwie über die Runden bringen", sagt er deshalb ungewohnt vorsichtig. Aber irgendwie auch nicht verwunderlich. In den ersten vier der fünf Bundesliga-Spielen heißen die Gegner: Hoffenheim, Bremen, Wolfsburg und Dortmund.

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