Fussball

Badstuber darf nicht zur WM

Von SPOX
Mittwoch, 22.07.2009 | 11:35 Uhr
Holger Badstuber (l.) wechselte 2007 zu Bayern II und spielte anfangs im defensiven Mittelfeld
© Getty

U-20-Nationaltrainer Horst Hrubesch will Bayerns aufstrebendes Talent Holger Badstuber unbedingt mit zur WM nach Ägypten nehmen. Doch das passt den Münchenern überhaupt nicht. Badstuber selbst kümmert das nicht. Sportdirektor Christian Nerlinger verteidigt seine Haltung mit einem aktuellen Beispiel.

Holger Badstuber ist der Shooting-Star beim FC Bayern. Unter Neu-Trainer Louis van Gaal blühte der 20-Jährige richtig auf und klopft an der Tür zur Startelf.

Auch beim Testspiel-Kantersieg gegen die Stuttgarter Kickers (10:0) durfte das Talent eine Halbzeit lang ran.

Van Gaal setzt auf Badstuber, weil er auf der linken Innenverteidiger-Position einen Linksfuß spielen lassen will. Zudem ist nach Lucios Abgang zu Inter Mailand ein Platz frei.

Nerlinger contra Hrubesch

Badstubers gute Leistungen rufen U-20-Nationaltrainer Horst Hrubesch auf den Plan. Er rechnet fest mit dem Defensivtalent für die anstehende Weltmeisterschaft in Ägypten (25. September bis 16. Oktober).

Doch in dieser Angelegenheit wollen die Bayern ein Wörtchen mitreden. Sportdirektor Christian Nerlinger will Badstuber auf keinen Fall für das kräfteraubende Turnier freistellen.

"Es ist nicht angedacht, ihn für die WM freizugeben. Er soll sich auf den Verein konzentrieren", sagte er der "tz".

Badstuber will auf WM verzichten

Badstuber selbst zeigt Verständnis für die strikte Haltung seines Arbeitgebers: "Ich bin ein guter Fußballer. Ich muss Gas geben und hoffen, dass ich spielen darf. Für den FC Bayern verzichte ich gern auf die U-20-WM, das ist gar kein Problem für mich."

Ein klares Bekenntnis des Youngsters, das bei Hrubesch allerdings nur wenig Anklang findet. "Man sollte sich genau überlegen, ob man so einem Jungen die U-20-WM, also den Traum von einer Weltmeisterschaft, nehmen darf", erklärte er "sport1" und prophezeite: "Er wird da zu den überragenden Spielern gehören."

Fall Schweinsteiger als Mahnmal

Vor Kurzem sprachen die Bayern ein Machtwort in Richtung DFB. Der Verein müsse Priorität gegenüber der Nationalmannschaft haben, hieß es aus der Führungsriege des Rekordmeisters. Bei Badstuber will man keine Ausnahme machen.

Nerlinger führt Bastian Schweinsteiger als Beispiel an, der sich erst nach der Asien-Reise einer Knieoperation unterzogen hatte und noch eine Weile ausfallen wird. Dieser Fall habe gezeigt, dass der "Verein absolute Priorität haben muss", so Nerlinger.

Zu potentiellen Neuzugängen äußerte sich Manager Uli Hoeneß: "Wahrscheinlich machen wir gar nichts mehr, aber wenn, dann hinten rechts. Aber momentan wissen wir nicht, wen." Badstuber wird es egal sein, er will die Chance auf einen Stammplatz nutzen.

So könnte Bayerns Elf ohne Lucio aussehen

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung