Fussball

Darum musste Beiersdorfer beim HSV gehen

Von SPOX
HSV-Boss Bernd Hoffmann konkretisierte seine Kritikpunkte an Dietmar Beiersdorfer
© Getty

Nach der überraschenden Trennung von Sportchef Dietmar Beiersdorfer kommt der Hamburger SV nicht zur Ruhe. Die nächste schlechte Nachricht: Der Stadionsponsor HSH Nordbank beendet sein Engagement zum 30. Juni 2010. Zudem gehen die Fans gegen Bernd Hoffmann auf die Barrikaden. Sie fordern eine außerordentliche Mitgliederversammlung, auf der sich der Klubboss zusammen mit dem Aufsichtsrat erklären soll.

"Die Mitglieder wollen Antworten auf ihre Fragen, dem werde ich gerne nachkommen", erklärte Hoffmann auf Nachfrage von SPOX. Voraussichtlich am 13. Juli wird sich der HSV-Vorstandsvorsitzende zu den Ereignissen äußern, die zum Abschied von Sportchef Dietmar Beiersdorfer führten.

Eine offene Rebellion fürchtet Hoffmann allerdings nicht: "Die emotionalen Reaktionen sind verständlich, aber wir müssen uns jetzt wieder der Sache zuwenden. Die Zeiten werden wieder ruhiger werden", so der 46-Jährige.

Hoffmann kritisiert Transferpolitik

Außerdem konkretisierte Hoffmann zum ersten Mal die Kritikpunkte, die zum Zerwürfnis mit Beiersdorfer führten. Demnach fehlte dem Klubboss vor allem "eine klare Führung im sportlichen Bereich".

Als Spieler etwa öffentlich mit Angeboten anderer Vereine kokettierten, hätte Beiersdorfer eingreifen sollen. Vor allem Mladen Petric, Alex Silva und Paolo Guerrero ließen zuletzt immer wieder Wechselabsichten durchblicken.

Zudem kritisierte Hoffmann Entscheidungen auf dem Transfermarkt: "Wir haben in den letzten drei Spielzeiten elf Profis verpflichtet, die über drei Millionen Euro gekostet haben. Nur vier sind zu festen Größen geworden. Vor Jahren war die Treffer-Quote weitaus höher."

Hoffmanns hohe Ziele

Insgesamt sieht sich Hoffmann vor allem durch die Schlussphase der vergangenen Saison in seinem fordernden Kurs bestätigt. Das Ziel sei mit der Qualifikation zur Europa League zwar erreicht worden, allerdings nur durch ein Tor in der 92. Minute in Frankfurt am letzten Spieltag.

"Ohne dieses Tor wären alle Fragen, die ich nun aufgeworfen habe, schon am letzten Spieltag gestellt worden", so Hoffmann, der noch einmal seine großen Ambitionen unterstrich: "Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, dass das Highlight der vergangenen 22 Jahren ein Unentschieden in einem Gruppenspiel der Champions League ist."

Was Hoffmann meinte, war das 4:4 gegen Juventus Turin. Und auch das ist schon fast neun Jahre her.

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