Labbadia: "Ich bin ein Egoist"

Von Stefan Moser/Stefan Rommel
Samstag, 06.06.2009 | 14:52 Uhr
Bruno Labbadia kam vor der abgelaufenen Saison von Fürth nach Leverkusen
© Getty
Advertisement
NFL
Sa21.01.
US-Kommentar gesucht? DAZN lässt dir die Wahl!
Ligue 1
Bordeaux -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Nizza
Club Friendlies
FC St. Pauli -
VfL Bochum 1848
Ligue 1
Amiens -
Montpellier
Ligue 1
Angers -
Troyes
Ligue 1
Guingamp -
Lyon
Ligue 1
Lille -
Rennes
Ligue 1
Metz -
St. Etienne
Ligue 1
Toulouse -
Nantes
Copa del Rey
Atletico Madrid -
FC Sevilla
Copa del Rey
Valencia -
Alaves
Ligue 1
PSG -
Dijon
Copa del Rey
Espanyol -
FC Barcelona
Indian Super League
Mumbai City -
Bengaluru
Copa del Rey
Leganes -
Real Madrid
Primeira Liga
Setubal -
Sporting
Ligue 1
Caen -
Marseille
Championship
Derby County -
Bristol City
Primera División
Getafe -
Bilbao
Primeira Liga
FC Porto -
Tondela
Primera División
Espanyol -
FC Sevilla
Premier League
Brighton -
Chelsea
Championship
Aston Villa -
Barnsley
Primera División
Atletico Madrid -
Girona
Ligue 1
Nantes -
Bordeaux
Premier League
Man City – Newcastle
Primera División
Villarreal -
Levante
Championship
Sheffield Wed -
Cardiff
Ligue 1
Amiens -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Toulouse
Ligue 1
Rennes -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Dijon
Ligue 1
Troyes -
Lille
Premier League
Arsenal -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Las Palmas -
Valencia
Premier League
West Ham – Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Man United (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Watford (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Bromwich (DELAYED)
A-League
Melbourne City -
Adelaide Utd
Primera División
Alaves -
Leganes
Serie A
Atalanta -
Neapel
Eredivisie
Ajax -
Feyenoord
Ligue 1
Nizza -
St. Etienne
Serie A
Bologna – Benevento
Serie A
Lazio -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Crotone
Serie A
Sampdoria -
Florenz
Serie A
Udinese -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
FC Turin
Primera División
Real Madrid -
La Coruna
Eredivisie
Heracles -
PSV
Ligue 1
Monaco -
Metz
Premier League
Southampton -
Tottenham
First Division A
Genk -
Anderlecht
Serie A
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Indian Super League
Kolkata -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Primera División
Malaga -
Girona
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis

Bruno Labbadia wechselt von Bayer Leverkusen zum Hamburger SV. Labbadias Bilanz bei Bayer ist desolat, die HSV-Fans sind skeptisch - für die Hamburger Verantwortlichen war er dennoch der Wunschkandidat. Warum eigentlich?

Man kann niemanden überholen, wenn man nur in seine Fußstapfen tritt. Das hat Bruno Labbadia zwar selbst nie so gesagt, doch das Bonmot beschreibt sehr gut die rastlose Entschlossenheit, mit der der 43-Jährige bisher seine Trainerlaufbahn ehrgeizig vorangetrieben hat.

Labbadia ist ein fast fanatisch zielbewusster Karrierist, der es innerhalb von nur sechs Jahren als Fußballlehrer von ziemlich weit unten nach ziemlich weit oben geschafft hat. Mit Darmstadt startete er 2003 in der Oberliga Hessen, es folgte ein Jahr in der 2. Liga bei Fürth, schließlich wechselte er im Sommer 2008 in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen.

"Ich bin von meinem Weg überzeugt"

Nun also der Hamburger SV. Ein Traditionsverein mit dem selbstformulierten Anspruch, zu den 20 Top-Adressen in Europa zu zählen. Labbadia beerbt dort Martin Jol - und er wird sich auch hier nicht lange damit aufhalten, in die Fußstapfen des charismatischen Niederländers zu treten. Er wird auch in Hamburg vielmehr seine eigenen Spuren hinterlassen.

"Ich habe eindeutige Vorstellungen davon, wie mein Stil aussehen soll. Ich bin von meinem Weg überzeugt, und halbe Sachen liegen mir nicht", sagte Labbadia noch zu seiner Leverkusener Zeit zu SPOX. Und diese Vorstellungen decken sich offenbar mit denen der Hamburger Führungsgremien, die einstimmig für den neuen Coach votierten - und ihn mit einem Drei-Jahres-Vertrag ausstatteten werden.

Fans sind skeptisch

Die Fans dagegen sind skeptisch. Nach der von Jol symbolisierten Aufbruchstimmung, ist die Verpflichtung für die meisten ein gefühlter Rückschritt. Labbadias bisweilen leicht egozentrischer Modernisierungseifer hat ihm zudem nicht nur Sympathien eingebracht. Der Emporkömmling gilt mit seinen kategorischen Konzepten bisweilen als eitel und fast klinsmännisch borniert.

Sein konsequenter Weg nach oben hat auch dadurch einen Beigeschmack. Bei allen drei Stationen stieg Labbadia aus laufenden Verträgen aus. Vor allem in Darmstadt und Leverkusen gab es dabei jeweils Kompetenzstreitigkeiten mit den Vorgesetzten.

"Ich hasse es, von anderen geleitet zu werden", sagt der 43-Jährige auch von sich selbst: "Ich bestimme das Geschehen - nicht die anderen." Ein Perfektionist, der selbst die Kontrolle will. Am besten über alles.

Desolate Bilanz

Allerdings sehen viele ihn noch immer als Anfänger. Nur ein Jahr Bundesliga - und das endete, gemessen an den bloßen Fakten, mit einer ziemlich desolaten Bilanz: die sportlichen Ziele in der Bundesliga weit verfehlt, ein zerrüttetes Verhältnis mit der Mannschaft und ein öffentlich ausgetragener Rosenkrieg mit dem Management. 

Dazu fehlen dem Neuling mutmaßlich die nötigen Kontakte, um für prominentere Transfers den Lockvogel zu spielen. Vor allem aber fehlt Labbadia de facto einfach die Erfahrung.

Allerdings: "Die Erfahrung ist nicht entscheidend", begrüßt Günter Netzer - noch immer der erfolgreichste Manager der HSV-Geschichte - die Verpflichtung: "Wichtig ist nur, ob die Philosophie des neuen Trainers mit der Vorstellung des HSV übereinstimmt."

Labbadia: "Das Ego ist für mich der größte Antrieb"

Der kleinste gemeinsame Nenner ist dabei vermutlich ganz banal: der Wille erfolgreich zu sein. Und den hat Labbadia zweifelsohne. Vielleicht verfolgt er ihn sogar noch unbedingter als viele seiner Kollegen: "Ich bin in erster Linie Egoist, ich will Erfolg. Das Ego ist für mich der größte Antrieb überhaupt im Menschen."

Der HSV weiß also, was er in Sachen Philosophie erwarten kann. Mit seiner vermeintlichen Besessenheit hat sich Labbadia bereits in seinem ersten Jahr in der Bundesliga nachweislich ein klares Profil erarbeitet. Eigentlich schon fast ein ganzes Portfolio an Klischees.

Labbadia, der überehrgeizige Workaholic, der jeden Morgen eine Stunde joggt und dabei seine Telefonate erledigt. Labbadia, der kompromisslose Perfektionist, der akribisch Videos analysiert und Laktatwerte studiert. Labbadia, der penible Tüftler, der stundenlang Freistöße trainieren lässt und Laufwege mit dem Lineal aufzeichnet.

Und Labbadia, der Disziplinfanatiker, der seine Spieler 10 Stunden am Tag auf dem Vereinsgelände haben will und von seiner Mannschaft eben jenen unbedingten Ehrgeiz erwartet, der ihn selbst auszeichnet.

Jarolim: "Wir brauchen eine harte Hand"

"Ein Spieler muss sich stets als letzte Instanz sehen und wissen: 'Hinter mir kommt keiner mehr, niemand wird mein Fehlverhalten ausbügeln.' Da gibt es keine Kompromisse", verlangt der Trainer. Dass er dabei viel verlangt, weiß er selbst - und das weiß auch der HSV.

Angeblich war gerade das einer der Hauptgründe, weshalb er zum Wunschkandidaten wurde. Demnach vermissten die Verantwortlichen in der Schlussphase der abgelaufenen Saison die letzte Leidenschaft und die Siegermentalität in der noch unerfahrenen Mannschaft.

"Wir haben eine junge Mannschaft, wir brauchen daher ganz sicher wieder eine harte Hand", sagte auch Kapitän David Jarolim dem "Hamburger Abendblatt", nachdem er von der Verpflichtung Labbadias erfahren hatte.

Lernwillig - auch lernfähig?

Allerdings zerbrach in Leverkusen gerade an dieser harten Hand jede Menge Porzellan. Die Mannschaft distanzierte sich, fühlte sich bevormundet, zeitweise auch ganz einfach körperlich überfordert. Und tatsächlich muss sich der Trainer fragen lassen, weshalb die Bayer-Elf in der Rückrunde vor allem physisch immer wieder einbrach.

Doch immerhin sagt Labbadia von sich selbst, er sei sehr lernwillig. Wenn er auch lernfähig ist und die richtigen Schlüsse aus den Turbulenzen der letzten Wochen und Monate zieht, bietet er dem HSV sicher keine schlechte Perspektive.

Denn eine offensive Spielphilosophie wünscht sich nicht nur Hamburgs Vorstandsriege. Gepaart mit dem nötigen Erfolg sollte er damit auch die so skeptischen Fans für sich gewinnen können.

1,3 Millionen: HSV und Bayer wohl endlich einig

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung