Bundesliga

Eberl: "Das ist schon pervers"

SID
Samstag, 16.05.2009 | 20:05 Uhr
Symbolisches Bild: Sowohl für Leverkusen als auch für Gladbach sieht es nicht besonders toll aus
© Getty
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Nach der höchsten Bundesliga-Pleite seit viereinhalb Jahren geht bei Borussia Mönchengladbach das große Zittern weiter und Hans Meyer erteilte seinen Spielern erst einmal Zeitungsverbot.

"Das tut weh. Das waren zwei, drei Gegentore zu viel für die eigene Gemütslage. Die Spieler sollten jetzt keine Zeitung lesen und sich auf das Spiel gegen Dortmund konzentrieren", meinte der 66 Jahre alte Trainer nach dem 0:5 (0:2)-Debakel bei Bayer Leverkusen.

Einen Punkt benötigt der fünfmalige deutsche Meister im Duell mit den Westfalen noch zur Rettung, ansonsten muss der Rechenschieber herhalten. Denn Gladbach liegt drei Zähler und vier Tore vor dem Tabellen-16. Arminia Bielefeld.

"Das ist schon pervers. Wir verlieren 0:5 und machen am Ende sogar noch ein Tor gut", analysierte Sportdirektor Max Eberl mit Blick auf das Bielefelder 0:6 in Dortmund die Konstellation vor dem Saisonfinale.

Höchste Pleite seit 2004

Auf fremde Schützenhilfe will man sich aber nicht noch einmal verlassen. "Wir haben alles noch in der eigenen Hand und müssen nur auf uns gucken. Wir dürfen nicht ins Spiel gehen und glauben, man könne sich auch eine knappe Niederlage erlauben", mahnte Eberl und forderte eine "Kampfbereitschaft wie beim 1:0 in Cottbus".

Davon war vor 43.000 Zuschauern in Düsseldorf, mehr als die Hälfte aus Gladbach, nicht viel zu sehen. Bis zum ersten Gegentreffer durch Stefan Kießling (30.) spielte die Borussia noch gut mit, dann zerfiel das Konzept wie ein Kartenhaus.

Patrick Helmes mit seinem 21. Saisontor (44.), Gonzalo Castro (68.), Michal Kadlec (78.) und ein Eigentor von Dante (86.) sorgten für die höchste Bundesliga-Pleite der Fohlen-Elf seit dem 4. Dezember 2004 (0:6 in Berlin).

"Ein Punkt fehlt noch"

"An der Situation hat sich nichts geändert, aber die Höhe der Niederlage wirkt immer auf die Psyche", ergänzte Meyer, der Nationalspieler Marko Marin erneut auf der Bank ließ und erst zur zweiten Halbzeit brachte.

Viel ändern konnte der Dribbelkünstler nicht mehr. "Wir müssen uns wieder aufbauen. Ein Punkt fehlt noch, dann ist die Saison gerettet", meinte Marin, der wohl zu Werder Bremen abwandern wird.

Für die Leverkusener ist die Bundesliga-Saison mit Platz neun indes gelaufen, einzig das Pokalfinale in Berlin kann ein verkorkstes Jahr noch retten. Immerhin holte die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia im achten und letzten Anlauf doch noch den ersten Heimsieg im Ausweichquartier.

"Das war Gänsehaut-Feeling"

"Ich gehe gerne nach Düsseldorf, lieber als nach Köln, vor allem in die Innenstadt. Die Rahmenbedingungen haben ja auch gestimmt, aber ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist", meinte Bayer-Sportchef Rudi Völler und freut sich auf die Rückkehr nach Leverkusen.

Einen bewegenden Moment erlebte Völler in Düsseldorf aber doch noch, als in der 73. Minute Nationalspieler Bernd Schneider unter großem Applaus nach 398 Tagen auf die Bundesliga-Bühne zurückkehrte.

"Das war Gänsehaut-Feeling. Ich war schon oft aufgeregt vor großen Spielen, aber so aufgeregt wie heute war ich noch nie", meinte Schneider, der im vergangenen Jahr im Zuge eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule operiert worden war.

Wie sehr sich die Teamkollegen über die Rückkehr Schneiders freuten, wurde auf dem Platz deutlich. Manuel Friedrich überreichte dem Mittelfeldstar bei seiner Einwechslung gleich die Kapitänsbinde und als Schneider fünf Minuten später das 4:0 vorbereitete, stürmten alle Spieler auf den Vize-Weltmeister von 2002 zu.

"Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können", lobte Völler.

Leverkusen - Gladbach: Daten und Fakten

 

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