Dzeko, Grafite, Misimovic - meisterlich

Magischer als die Magischen

Von Daniel Börlein
Samstag, 16.05.2009 | 22:15 Uhr
Grafite macht den Vortänzer: Die Wolfsburger feierten den Sieg in Hannover ausgelassen
© Getty
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Der VfL Wolfsburg steht kurz vor der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Für den Erfolg gibt es in der VfL-Offensive drei Garanten, die derzeit sämtliche Rekorde brechen.

Grafite ballte die Faust und grinste übers ganze Gesicht. Zvjezdan Misimovic hüpfte durch den Mittelkreis. Jan Simunek riss gar die Arme nach oben, die anderen Wölfe klatschten sich gegenseitig ab.

Soeben waren die Ergebnisse von Wolfsburgs Meisterschafts-Konkurrenten über die Anzeigetafel der AWD-Arena in Hannover geflimmert.

Edin Dzeko dagegen stand einfach nur da - und brachte den Mund nicht mehr zu. Bis plötzlich Christian Gentner vorbei kam, ihm einen Stoß versetzte und den ausgestreckten Daumen vor die Nase hielt.

Magath: "Das war großartig"

Erst jetzt realisierte Dzeko. Der Kollege hatte dem 23-Jährigen klargemacht, dass den Wölfen ein Punkt am letzten Spieltag gegen Werder Bremen reicht, um erstmals in der Vereingeschichte deutscher Meister zu werden.

"Das war eine großartige Leistung. Jetzt können wir uns nur noch selbst aufhalten", sagte Coach Felix Magath.

Dzeko: Ein kompletter Stürmer

Der Daumen nach oben stand allerdings auch für Dzekos ganz persönliche Leistung an diesem Nachmittag. Der Auftritt des Bosniers beim 5:0-Erfolg gegen völlig überforderte 96er war allerhöchstes Niveau, sein Treffer zum 1:0 sogar absolute Weltklasse. "Das war mein bestes Spiel für den VfL", sagte Dzeko.

Auf 25 Saisontore bringt er es mittlerweile, alleine 20 davon erzielte er in der Rückrunde. Sieben mit links, jeweils neun mit rechts und dem Kopf. Kein anderer Angreifer der Bundesliga trifft derart ausgeglichen. Dzeko ist ein kompletter Stürmer, und das mit 23 Jahren.

Bestes Sturmduo der Liga

Ein Mann dieses Formats garantiert eigentlich schon den Erfolg, Wolfsburg allerdings hat noch mehr davon. Dzekos Sturmkollege Grafite etwa. Der Brasilianer bringt es auf 26 Saisontreffer, in 24 Partien. Wenn einer nicht trifft, trifft der andere. Zuletzt trafen sogar beide regelmäßig.

Noch nie gab es in der Bundesliga zwei Stürmer eines Klubs, die in einer Saison jeweils mehr als 20 Tore erzielten - die beiden Wolfsburger sind das beste Sturmduo der Bundesliga-Geschichte, schon jetzt. Doch die Tormaschine des VfL, das sind nicht nur Dzeko und Grafite.

VfL-Trio: 98 Scorerpunkte

Komplettiert wird die überragende Offensive der Wölfe von Spielmacher Misimovic. Auch die Zahlen des zweiten Bosniers im Magath'schen Kader sind einzigartig. In Hannover bereitete Misimovic seinen 21. Treffer in dieser Spielzeit vor. Zusammen bringen es Dzeko, Grafite und Misimovic auf unglaubliche 98 Scorerpunkte.

Zusammen stellen die drei das einstmals sogenannte magische Dreieck mit Fredi Bobic, Giovane Elber und Krassimir Balakow in den Schatten. Wenn die drei Stuttgarter schon magisch waren, was sind dann erst Dzeko, Grafite und Misimovic?

Souverän wie sonst nur Bayern

Angesichts der momentanen Verfassung dieses Trios scheint es kaum möglich, dass die Wölfe nicht auch den letzten Schritt zum Titel noch machen. "Wenn wir wieder so auftreten wie heute, gibt es auch keinen Zweifel: Dann wird es auch bei einem Heimspiel reichen. Wolfsburg wird Meister", sagte Magath.

Mittlerweile demonstriert der VfL auch nach außen hin ein enormes Selbstbewusstsein und eine Souveränität wie man sie im Saisonendspurt eigentlich nur vom FC Bayern kennt. Nach den Ausrutschern in Cottbus und Stuttgart, hat Wolfsburg mit zwei klaren Siegen gegen Dortmund und Hannover eindrucksvolle Ausrufezeichen gesetzt.

Vom Druck, der Gejagte zu sein oder Angst vor dem Versagen keine Spur. Durch den Erfolg in Hannover ist der VfL definitiv schon für die Champions League qualifiziert.

Damit will sich nun allerdings keiner mehr zufrieden geben. Grafite natürlich schon gar nicht: "Wir sind noch nicht Meister, aber nächste Woche wollen wir das klar machen." Sprach's und grinste übers ganze Gesicht.

SPOX-Analyse: Dzeko und Grafite die Stars - Eggimann die Gurke

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