"Wenn es vorher so gut gelaufen wäre..."

Von SPOX
Donnerstag, 21.05.2009 | 16:29 Uhr
Seit Heynckes die Bayern übernommen hat, hat Podolski seine Spielfreude wiedergefunden
© Getty
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Eines der spannendsten Saisonfinals der Bundesliga-Geschichte steht vor seinem Höhepunkt. Einen Spieltag vor Schluss haben mit Wolfsburg, Bayern und Stuttgart noch drei Mannschaften Chancen auf den Titel. Die Hertha hat die Qualifikation für die Champions League in den eigenen Händen.

SPOX hält Sie im Saisonendspurt über den Stand bei den Top Vier auf dem Laufenden.

Hier geht's zum Tabellenrechner

Titelkandidat 1: VfL Wolfsburg

Die Titelhoffnungen des FC Bayern München und des VfB Stuttgart ruhen auf Bremen. Wird der SV Werder nach dem verlorenen UEFA-Cup-Finale die Energie aufbringen können, dem VfL Wolfsburg ein Bein zu stellen?

Abwehrspieler Sebastian Boenisch verspricht im Gespräch mit SPOX Gegenwehr: "Es ist klar, dass wir Wolfsburg nicht so einfach Meister werden lassen wollen. Auf keinen Fall lassen wir die ohne Gegenwehr durchmarschieren."

Der 22-Jährige weiter: "Für uns ist wichtig, dass wir uns ordentlich aus der Saison verabschieden. Schon allein deshalb werden wir natürlich alles geben. Die Bundesliga braucht keine Angst haben, dass wir nicht voll bei der Sache sind."

Dennoch erkennt Boenisch die Leistungen der Wolfsburger in dieser Spielzeit an: "Wolfsburg hat bislang eine starke Saison gespielt. Es ist schon beeindruckend, was die geleistet haben. Von daher würde ich ihnen den Titel schon gönnen."

Dass Bremen sich am Samstag in Wolfsburg ähnlich lustlos präsentieren wird wie Hannover 96 am vergangenen Wochenende, glaubt indes auch Uli Hoeneß nicht.

"Wir halten Thomas Schaaf für einen Ehrenmann. Da wissen wir ganz genau, dass er versuchen wird, diese Saison sportlich hervorragend zu beenden", schickte der Bayern Manager vorsorglich schon mal Grüße in Richtung Werder.

 

Titelkandidat 2: FC Bayern

Neben Ehrenmännern und letzten Titelhoffnungen geht es in München auch um den Abschied von Lukas Podolski.

Der noch Bayern-Stürmer macht am Samstag gegen Stuttgart sein letztes Spiel für den FCB - und würde sich nur zu gerne mit der Meisterschale aus München verabschieden. Er ist zuversichtlich, dass ein Sieg gelingt - auch wenn ihn schon die Wehmut gepackt hat.

"Ich bin auf jeden Fall traurig. Ich war jetzt drei Jahre in München, habe hier super gelebt. Sportlich habe ich alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Es war eine schöne Zeit für mich und meine Familie", sagte Podolski am Donnerstag.

Im Sommer wechselt der Nationalspieler zurück an den Rhein. Bei seinem 1. FC Köln ("nach Bayern der zweitbeste Verein in Deutschland") wird er schon freudig erwartet. Und nicht nur auf das Wiedersehen mit alten Bekannten freut sich der 23-Jährige.

"Ab jetzt esse ich wieder bei meiner Mutter", flachste Poldi, "es sind viele Dinge schon gepackt, mein Haus werde ich verkaufen."

Bayern-Kapitän Mark van Bommel bedauert den Abgang des Stürmers: "Poldi hat nicht alles rausgeholt, was er kann. Das hat an ihm gelegen und an der Situation. Jetzt geht er leider nach Köln."

Und ein wenig Wehmut klang dann auch noch bei Podolski durch - auch wenn er betonte, seine Entscheidung nicht zu bereuen: "Dass ein neuer Trainer kommt und ich so oft spiele, habe ich im Januar nicht gewusst. Wenn es vorher so gut gelaufen wäre wie jetzt, wäre die Entscheidung vielleicht anders gefallen."

 

 

Titelkandidat 3: VfB Stuttgart

Nach den Lehmann'schen Psychospielen der vergangenen Tage folgt jetzt die schwäbische Gelassenheit. VfB-Trainer Markus Babbel gibt sich vor dem Saison-Finale in München betont zurückhaltend. Für die Schwaben nämlich sei das 2:0 gegen Cottbus "viel entscheidender gewesen. Durch den Sieg haben wir unser Ziel schon erreicht und etwas Sensationelles geleistet."

Doch den Titel abschreiben will Babbel keineswegs. Immerhin ist der Europameister von 1996 als Profi jahrelang durch die harte Bayern-Schule gegangen - und  "da wurde einem das Sieger-Gen eingepflanzt."

Die Tatsache, dass er erstmals in seiner neuen Rolle als VfB-Trainer nach München zurückkehrt, will Babbel ebenso wenig hoch hängen wie sein Aufeinandertreffen mit Bayern-Coach Jupp Heynckes. Heynckes hatte ihm am 3. August 1991 zu seinem ersten Profi-Einsatz in München verholfen.

"Natürlich freue ich mich auf München", sagt Babbel, "aber ich bin schon zu lange weg. Da gibt es nicht mehr die ganz großen Gefühle. Das ist eine große Möglichkeit für uns, sich mit einer der besten Mannschaften Europas zu messen. Da können wir schauen, wo wir stehen."

Sollte es tatsächlich mit dem Titel klappen, würde die Meisterfeier aber wohl etwas kleiner ausfallen. Denn vergessen sind offenbar die Bilder vom 19. Mai 2007, als der Klub seinen fünften Titel gewann und die Spieler auf dem Schlossplatz von 50.000 Fans gefeiert wurden. So eine Feier mit allem Drum und Dran, inklusive gemeinsamem Großbildleinwandgucken, wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Schlossplatz ist durch eine andere Veranstaltung belegt. Vielleicht stellen die Münchner im Fall der Fälle ja ihren Balkon zur Verfügung - Felix Magath durfte immerhin auch schon drauf...

 

Hertha BSC

In der Hauptstadt gibt Manager Dieter Hoeneß vor dem letzten Saisonspiel gegen den KSC die Richtung vor. Es geht schließlich um die Qualifikation für die Champions League.

"Wir müssen alle Kräfte bündeln und unsere Konzentration komplett auf das Spiel in Karlsruhe richten. Es geht nicht um eigene Befindlichkeiten, sondern einzig und allein um das Mannschaftsinteresse. Denn wir haben nach wie vor ein großes Ziel vor Augen, das wir mit einem Sieg in Karlsruhe schaffen können", so Hoeneß.

Auch zum kolportierten Streit mit Trainer Lucien Favre nach dem torlosen Remis gegen Schalke 04 nahm der Manager Stellung: "Diese angebliche Auseinandersetzung hat nie stattgefunden, sie ist eine Erfindung einer einzigen Zeitung. Ich weiß nicht, wo diese Informationen her kommen, sie stimmen einfach nicht. Übrigens auch die Schilderung, ich hätte in eine Bande getreten, ist vollkommener Quatsch. Ich habe lediglich einen Plastikbecher weggekickt."

Für den Gegner aus Karlsruhe geht es nicht um die Königsklasse - es geht ums nackte Überleben. Allerdings verbindet die Anhänger beider Klubs seit 1976 eine tiefe Fanfreundschaft. Ausgerechnet!

KSC-Kapitän Maik Franz, der selbst in der Nähe von Berlin aufgewachsen ist, sieht die ganze Sache positiv.

"Es wird ein offenes Spiel denke ich. Beide Mannschaften müssen gewinnen, um ihre jeweiligen Ziele zu erreichen", so Franz. "Auf jeden Fall wird eine riesige Stimmung im Wildpark sein. Wir haben die Fanfreundschaft und die tolle Stimmung ja letzte Saison schon mal hier in Karlsruhe erlebt." 

Der Bundesliga-Countdown am Mittwoch

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