Vor dem Endspiel gegen Stuttgart

FC Bayern: Der Schein trügt

Von Daniel Börlein
Freitag, 22.05.2009 | 11:11 Uhr
Das Hinspiel in Stuttgart endete 2:2. Damals stand Michael Rensing (M.) noch im Tor der Bayern
© Getty
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Zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart kommt es am letzten Spieltag (15.15 Uhr  im LIVE-TICKER und bei Premiere) zu einem echten Endspiel. Für den Rekordmeister ist ein Sieg Pflicht. Doch warum sollten die Münchner ausgerechnet jetzt ein Top-Team schlagen?

Ein Autokorso durch die Stadt sei nicht geplant, auch den Rathausbalkon am Münchner Marienplatz habe man nicht reservieren lassen, stellte Markus Hörwick am Donnerstag nochmal klar.

Wenn man doch noch Meister werde, sei das alles ohnehin in fünf Minuten geregelt, so Bayerns Mediendirektor. Auf Feierlichkeiten nach dem Saisonfinale am Samstag stellt sich beim Rekordmeister derzeit also niemand ein.

Zum einen, weil der VfL Wolfsburg stark genug scheint, den letzten benötigten Punkt für den Titel im Heimspiel gegen Werder Bremen einzufahren.

Zum anderen geht es bei den Münchnern im direkten Duell gegen den VfB Stuttgart vornehmlich darum, Platz zwei und damit die direkte Qualifikation für die Champions League zu sichern.

VfB: 25 Punkte aus letzten neun Spielen

"Wir sind in einer sehr guten Verfassung im Moment, das haben wir in den letzten Wochen gezeigt. Gegen Stuttgart wird deshalb nichts Großartiges passieren", sagt Lukas Podolski und meint damit, dass der FC Bayern natürlich gewinnen werde.

Ganz so selbstverständlich scheint das allerdings nicht. Immerhin kommt mit dem VfB eine denkbar schwere Aufgabe auf die Bayern zu. 25 Punkte holten die Schwaben aus den letzten Partien und machten in der Rückrunde satte zehn Zähler auf die Münchner gut.

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FCB: Gegen alle Top-Teams verloren

"Das sind doch die schönen Spiele, dafür spielt man Fußball", sagt Mark van Bommel dennoch selbstsicher. Das Problem nur: 2009 haben die Bayern diese schönen Spiele bislang allesamt verloren.

Bei den Top-Teams in Wolfsburg, Berlin und Hamburg setzte es jeweils Niederlagen, zu Hause vergeigte man gar gegen Köln und Schalke. Warum also sollte den Bayern ausgerechnet jetzt ein Dreier gelingen?

"Wir spielen immerhin zu Hause und haben 70.000 Zuschauer im Rücken", sagt Podolski und hat damit natürlich recht. Doch die Münchner haben auch den Druck, unbedingt gewinnen zu müssen.

Effenberg: "Der Imageschaden wäre enorm"

Während der VfB das Saisonziel internationaler Wettbewerb trotz einer ganz schwachen Hinrunde längst erreicht hat, darf der Rekordmeister nicht verlieren. Bei einer Niederlage droht den Bayern abermals der ungeliebte UEFA-Cup.

"Der Imageschaden wäre enorm, Europa würde sich schon wieder fragen: Wo ist denn Bayern? Und der Geldfaktor ist auch nicht zu unterschätzen", sagte Stefan Effenberg in der "tz". Hinzu kommt, dass Franck Ribery und Philipp Lahm dann wohl kaum in München zu halten wären.

CL-Quali: Gegen Juve oder Donezk?

"Über den UEFA-Cup machen wir uns überhaupt keine Gedanken", sagt van Bommel. "Warum sollten wir verlieren?" Doch selbst ein Remis wäre zu wenig, wenn Hertha gleichzeitig in Karlsruhe gewinnt.

Zwar würden die Bayern die Saison dann auf Platz drei abschließen und damit in der Qualifikation zur Champions League starten, eine Teilnahme an der Königsklasse ist damit allerdings längst noch nicht gesichert.

Einerseits drohen den Bayern in der Quali Top-Klubs wie Juventus Turin oder Schachtjor Donezk. Andererseits wäre die Vorbereitung auf die Saison unter Neu-Coach Louis van Gaal doch erheblich gestört. Zumal zum Start mit den Confed-Cup-Teilnehmern Lucio und Luca Toni ohnehin zwei wichtige Spieler fehlen.

Auch unter Heynckes nicht alles rosig

Für die Bayern ist gegen den VfB also ein Sieg Pflicht. "Wir müssen das Spiel gewinnen und das werden wir auch", sagt Podolski, der wieder von Beginn an ran darf. Unter Jupp Heynckes blühte der Bald-Kölner in den letzten Wochen wieder auf.

Auf die Karte Heynckes setzen die Bayern nun auch gegen Stuttgart. Zehn Punkte verbuchten die Münchner unter dem Klinsmann-Nachfolger. Allerdings wurde beim Remis in Hoffenheim zuletzt deutlich, dass auch unter Heynckes längst nicht alles so rosig ist wie es scheint.

Vor allem in der Abwehr offenbarten die Münchner mal wieder erhebliche Schwächen. Das Zusammenspiel zwischen Daniel van Buyten und Martin Demichelis, der völlig neben sich stand, funktionierte überhaupt nicht.

Rechtsverteidiger Lucio trieb sich meist irgendwo vorne herum und ließ in der Defensive ein großes Loch zurück.

Gegen den VfB kann sich Bayern das wohl nicht erlauben. Sonst bleiben die Bayern in der Rückrunde gegen große Teams sieglos.

Der letzte Spieltag im Überblick

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