Monster-Drops und feuchte Schlüpper

Von Oliver Kucharski
Montag, 18.05.2009 | 14:14 Uhr
Mag Drops so groß wie der Mount Everest und spricht am liebsten über Schalke: Felix Magath
© Getty
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Venlo

Mit ihrem verrückten Saisonfinale beschert die Bundesliga halb Europa feuchte Träume - dabei wimmelt es hier nur so von Waschlappen, Weicheiern und Warmduschern. Die Alternative Liste prangert an.

1. Feuchte Schlüpper: Was soll das eigentlich, Bundesliga? Erst drehst Du uns dieses Saisonfinale als heißestes, spannendstes und bestes Titelrennen aller Zeiten an, von wegen: Fast jeder kann noch Meister werden, fast jeder kann noch absteigen usw., usf., und wirklich halb Europa bekommt feuchte Schlüpper angesichts dieses puren, schieren, nackten Wahnsinns in der Good Old Bundesliga - und dann SO ETWAS?? Erst alle anfixen und dann kurz vor dem Höhepunkt den Stecker ziehen und Wolfsburg quasi durchwinken: Das kann man wirklich niemandem anbieten, Bundesliga!

2. Waschlappen: Und Schuld sind nur die Bayern! Wo ist sie hin, die breiteste Brust der Liga? Der Welt? Des Universums? Weg ist sie! Weg! Weg! Weg! Der FC Ruhmreich 2009: ist mit einem Remis zufrieden. Am vorletzten Spieltag. Mitten im Titelrennen. Das Endspiel um Platz zwei: super Sache. Denn Platz zwei: muss ja auch mal reichen. Man wünschte sich, Jürgen Klinsmann hätte den Bayern-Spielern keine Bibliothek mit humanistischer Weltliteratur verpasst, sondern eine Videothek mit richtig schwitzigen Männerfilmen. So Sachen wie "Over The Top". Da gibt es einen Fleischberg namens Bull Hurley. Der ist die pure Männlichkeit. Sein Motto: "Zweiter sein ist Dreck!" DAS sind Vorbilder!

3. Gutmenschelei: Und dann auch noch Hoeneß! Angesprochen auf die Lehmann-Zitate, dass Wolfsburg ja nur von albernen Schiri-Entscheidungen profitiert hätte und Stuttgart schon längst Meister wäre, wenn das alles mit rechten Dingen usw. usf., gutmenschelte the artist formerly known as "Abteilung Attacke" also allen Ernstes: "Ich finde es nicht in Ordnung von Jens, schon seit Tagen immer die Schiedsrichter-Entscheidungen in die Waagschale zu werfen. Wolfsburg wird dieses Jahr nicht Meister, weil sie Vorteile bei den Schiedsrichtern hatten, sondern weil sie die beste Mannschaft waren. Und das sollte er auch langsam mal akzeptieren." Waschlappen. Alles.

4. Monster-Drops: Felix Magath braucht sich also überhaupt keine Sorgen zu machen. Doch was macht Felix Magath? Gibt das Weichei und macht sich Sorgen. Als er ausnahmsweise mal nicht über Schalke, Horst Heldt und künftige Transfers sprach, sagte Felix Magath also in Sachen Meisterschaft und Drops-Lutschen: "Ich kann nur sagen, dass ich immer noch am Lutschen bin. Das ist die größte Gefahr, dass einige den Drops schon gelutscht haben und glauben, die Meisterschaft wäre schon unter Dach und Fach." Warmduscher, wohin man schaut. Wo doch jeder Rotzlöffel weiß: Drops werden nicht gelutscht. Drops werden eingeworfen, zerkaut, runtergeschluckt und durch den nächsten ersetzt. Bis die Packung alle ist. Weil das Karies macht. Und weil Mutti es verboten hat. Rock'n'roll, man!

5. Meisterformel: Zumal die BILD ja schon die Meisterformel ausgerechnet hat. Und die geht so: "GraMisiDze + Magath = Meister". Haben die ernsthaft so gebracht. Und das ihren Lesern dann noch mal aufgedröselt, wofür jetzt das "Gra" steht und das "Misi" und das "Dze", damit das auch alle schön kapieren. Geil. Da lässt sich die AL natürlich nicht lumpen - und präsentiert ebenfalls eine Formel. Die Gerd-Müller-Tor-Rekord-Formel. Aufgepasst: "IbiDze + X = Bomber Gerd". Das "Ibi" steht für Ibisevic, der in der Hinrunde 18 Tore erzielte, das "Dze" für Dzeko, der in der Rückrunde 20 Tore erzielte. Macht zusammen 38. Drum kommt das "X" ins Spiel, denn das steht für die Tore, die Dzeko am letzten Spieltag noch erzielen muss. Bei x=2 ist des Bombers Rekord eingestellt, bei x=3 gar übertroffen. Danach muss man nur noch Ibisevic und Dzeko irgendwie zusammen klonen, und fertig ist der astreine Super-Bomber. Naja. Vielleicht auch zu wild.

6. Tiefe Teller: Leider gibt es übrigens immer noch Bundesligisten, die glauben, dass Ulrich Hoeneß die tiefen Teller erfunden hat und den ganzen Tag nur kluges Zeug redet. Gladbach und Bielefeld zum Beispiel. Denn die haben das Hoeneßsche Gefasel für bare Münze genommen, als der in der letzten Woche meinte, es würde am Ende eh nicht auf die Tordifferenz ankommen. Haben die so geglaubt in Gladbach und Bielefeld. Und sich zusammen mal eben elf Dinger reinmurmeln lassen. Macht ja nichts. Kommt ja nicht drauf an. Zählt ja nicht. Hat der Hoeneß ja gesagt. Muss ja stimmen. Gutgläubige Naivlinge. Alles.

7. Rekordjagd: Und überhaupt Bielefeld. Vier Spiele haben die bislang gewonnen. An 33 Spieltagen. Vier!! Sollte am letzten Spieltag ein fünfter hinzukommen, könnte Biele gar die Klasse halten. Ligaverbleib mit fünf Siegen: das hat vorher noch niemand geschafft. Eine Rekord-Bilanz, die den Klubs in der Serie A wohl feuchte Träume bescheren dürfte. In der Bundesliga allerdings: sollte man sich schämen. Vor allem Köln, Bremen, Karlsruhe und  Leverkusen. Denn die brachten das Kunststück fertig, gegen Biele zu verlieren. Unterirdisch.

8. Magisches Dreieck: Gegner der Bielefelder sind übrigens die Abwehr-Virtuosen aus Hannover. Da dürfte der Drops also schon jetzt zerkaut und verdaut sein, angesichts der wahnwitzigen Performance der Herren Eggimann, Fahrenhorst und Pinto gegen Wolfsburg, die sich unmissverständlich als große Fans der AL geoutet haben. Denn anders als ein lautstarkes "Wir! wollen! da! rein!" ist das ja nicht zu deuten: Wer sich hinten so einkoffern lässt, hat es eindeutig auf den Titel der Herren Ottl, Breno, Lell als magischstes aller magischen Dreiecke der Liga abgesehen. Aber: Derlei plumpen und billigen Anbiederungen zeigen wir schon aus Prinzip die kalte Schulter.

9. Funkels Friedhelm: Gerettet ist übrigens auch Frankfurt. Nach einem 0:2 in Bochum. Und das ist so lausig, dass es fast schon wieder Gesicht hat. Wenn da nicht der Trainer wäre. Denn vor der Partie hatte sich Funkels Friedhelm noch öffentlich eingenässt, von wegen aufpassen und so, das wäre alles noch nicht in trockenen Tüchern, da müsse man noch gewaltig aufpassen usw. usf. - nur um sich dann hinterher breitbeinig und bullhurleyesque aufzubauen: "War mir klar, dass wir die Klasse halten." Albern!

10. Hässliches Spiel: Sich tatsächlich auch noch retten könnte der Karlsruher SC, der ungefähr so viele Tore auf dem Konto hat wie Bielefeld Siege. Drei Punkte gegen die Hertha, und die Angriffs-Virtuosen haben ihr Relegationsspiel. Drum plusterte sich Maik Franz, the artist formerly known as "dieses Arschloch", auch schon mal verbal so bisschen auf: "Für Berlin wird's kein schönes Spiel werden..." In der Sache natürlich völlig richtig und vom Ansatz her viel näher bei Hurley als bei Hoeneß. Doch wisse, Maik Franz: Der Hertha mit hässlichem Spiel zu drohen, das hat so bisschen was von Sand in die Wüste schleppen. Denn hässliches Spiel: kennen die in Berlin. Haben die selber. In jedem Spiel. In jedem Training. Einfach immer. Die Hertha muss man anders packen, Maik Franz, merk Dir das.

11. Ein Mann für Jogi: Das Verrückteste zum Schluss: Leverkusen hat ein Spiel gewonnen. In der Bundesliga. Mitten in der Rückrunde. In einem Heimspiel. In Düsseldorf. Irre. Verrückt. Nicht zu fassen. Einzig möglicher Grund: Bernd Schneider ist zurück. Nach 13 Monaten Verletzungspause. Wer Leverkusen (!) in der Rückrunde (!) in einem Heimspiel (!) zu einem Sieg (!) führt, der muss im nächsten Jahr auch mit nach Südafrika. Welcome back, Schnix!

Der 33. Spieltag im Überblick

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