Fussball

Politik springt Amateurvereinen zur Seite

SID
Die neuen Sonntagsspiele als Totengräber für den Amateurfußball? Die Angst geht um
© Getty

Die Politik unterstützt den Amateurfußball im Kampf gegen das neue Bundesliga-Sonntagsspiel um 15.30 Uhr. Deutsche Fußball Liga (DFL) und Deutscher Fußball-Bund (DFB) mussten in einer emotionalen Sitzung des Sportausschusses des Bundestages massive Kritik wegen des frühen Sonntagsspiels einstecken.

"Es brennt im Amateurfußball: von Kiel bis Burghausen. Die Amateurvereine fühlen sich völlig an die Wand gedrückt. Was der neue Fernsehvertrag vorsieht, schlägt dem Fass dem Boden aus", sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Peter Rauen, einst Präsident des FSV Salmrohr und von Eintracht Trier.

"Wohin soll der Amateurfußball noch ausweichen? Das ist Vernichtung ehrenamtlicher Tätigkeit", meinte der CDU-Politiker und sprach von einem "Flächenbrand".

Profi-Gehälter als Auslöser der Misere

"Die Position von Peter Rauen wird hier sehr geteilt", sagte der Ausschussvorsitzende Peter Danckert (SPD) und monierte die fehlende Verhältnismäßigkeit der Gehälter von Fußball-Profis. Aus seiner Sicht führten sie überhaupt erst dazu, dass hohe Summen durch TV-Vermarktung eingenommen werden müssen.

Von einer Überdosis Fußball sprach Winfried Hermann von den Grünen. "Ich denke, es kann weder im Interesse von DFB noch von DFL sein, dass ein medialer Overkill mit schlechtem Fußball produziert wird." Der neue Spielplan sei "Amateur- und familienfeindlich", erklärte der FDP-Abgeordnete Joachim Günther.

Angst vor dem Ende der Amateurvereine

Reiner Grundmann, Sprecher der Amateurvereine und Vorsitzender des Kreisligisten SC Schaffrath, bezeichnete das neue Sonntagsspiel als "Totengräber für den Amateurfußball in Deutschland".

"Wir befürchten ein Massensterben der kleinen Vereine. Wir haben das klare Ziel, dass am Sonntag kein Bundesliga-Spiel vor 17.30 Uhr stattfinden soll", sagte Grundmann.

Durch die Partie um 15.30 Uhr gäbe es weniger Eintrittgeld, weniger Umsatz mit Bier und Bratwurst. Das Schlimmste sei jedoch: "Uns werden auch die Spieler ausgehen, denn wir liegen knapp vier Kilometer von der Schalke-Arena entfernt und ein Großteil bei uns hat eine Jahreskarte bei Schalke."

DFL in der Defensive

Der heftig attackierte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert versuchte die neue Regelung zu verteidigen. "Die DFL war nach der Kartellamtsentscheidung gezwungen, fünf Anstoßzeiten in der Bundesliga festzulegen. Das war im Sirius-Vertrag nicht vorgesehen. Aber es gibt halt einen eingeschränkten Wettbewerb im Free-TV-Bereich."

Laut DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach habe es keine Alternative zu dem vorgesehenen Modell für die neue Spielzeit gegeben: "Wir werden so wenige Sonntagsspiele wie noch nie seit 1996 haben."

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