Fussball

Frontzeck will von Grusel-Serie nichts wissen

SID
Michael Frontzeck schaffte in der Vorsaison mit der Arminia den Klassenerhalt
© Getty

Michael Frontzeck würde die Grusel-Serie am liebsten ignorieren. "Nein", sagte der Trainer von Arminia Bielefeld gereizt, es bereite ihm keine Sorgen, dass sein Team gegen direkte Abstiegskonkurrenten im heimischen Stadion offenbar nicht mehr gewinnen kann, "weil wir nämlich woanders gepunktet haben".

Deshalb konnte der genervte Coach die Pfiffe der Fans und die kritischen Fragen nach dem 0:0 gegen eine Not-Elf von Eintracht Frankfurt kaum nachvollziehen: "Manchmal denke ich, wir haben nur sechs Punkte auf dem Konto." Doch im Gegensatz zu Frontzeck fürchtet die Bielefelder Anhängerschaft immer mehr den siebten Abstieg aus der Bundesliga.

Angesichts der Heimschwäche kein Wunder: Nur zwei Siege und sechs Unentschieden gelangen den Ostwestfalen in der eigenen Arena. Die Spiele gegen die direkten Konkurrenten aus Bochum (1:1), Mönchengladbach (0:2), Cottbus (1:1), Karlsruhe (1:2) und nun Frankfurt brachten keine Siege, aber frustrierten die Fans.

Nur dank der Überraschungserfolge gegen Leverkusen und in Bremen (je 2:1) steht die Arminia noch nicht auf einem Abstiegsplatz. "Wir waren der Abstiegskandidat Nummer eins und sind immer noch in der Lage, es aus eigener Kraft zu schaffen", sagte Frontzeck.

Kamper wohl mit Muskelfaserriss

Geschäftsführer Roland Kentsch nannte die Bilanz gegen die Widersacher aus dem Tabellenkeller immerhin "auffällig", war aber weit davon entfernt, in Panik zu verfallen. "Wir sind relativ ruhig, weil wir Erfahrung im Abstiegskampf haben. Wir werden aber auch keine trügerische Ruhe aufkommen lassen."

Die Arminia schoss am Sonntag zum siebten Mal in dieser Saison in einem Spiel kein Tor, und erneut wurde deutlich, dass der Angriff ohne Artur Wichniarek seinen Namen nicht verdient. Der Pole, der 12 von 20 Bielefelder Saisontoren erzielte, fiel wegen einer Wadenzerrung ebenso kurzfristig aus wie Innenverteidiger Andre Mijatovic.

Jonas Kamper erlitt schon in der 27. Minute offenbar einen Muskelfaserriss. Zumindest der Einsatz Wichniareks im "heißen Spiel" (Frontzeck) beim Tabellenletzten Karlsruher SC am kommenden Samstag sei "im Bereich des Möglichen". "Manchmal hast du so eine Phase, da schläfst du eine Nacht, wachst auf und hast drei Verletzte", sagte Frontzeck.

Große Verletzungssorgen bei beiden Teams

Bei seinem Frankfurter Kollegen Friedhelm Funkel hält diese Phase bereits seit Monaten an. "Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben, dass diese Verletzten-Misere nicht aufhört", sagte Funkel. Ein Dutzend Profis musste er in Bielefeld ersetzen, kurzfristig fiel Spielmacher Caio mit Fieber aus.

Den starken Patrick Ochs (Beckenprellung) musste er in der 75. Minute vom Feld nehmen. Auch die Frankfurter, die nur drei Punkte mehr als Bielefeld auf dem Konto haben, vermissten die Durchschlagskraft ihrer Angreifer Nikos Liberopoulos (Zehenbruch), Martin Fenin (Gelbsperre) und Ioannis Amanatidis (Aufbautraining nach Knie-OP).

"Das ist so, als wenn bei Bayern Luca Toni, Lukas Podolski und Miro Klose fehlen", sagte Funkel und betonte deshalb. "Ich kann mit dem Punkt gut leben."

Bielefeld - Frankfurt: Daten & Fakten

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