Deutscher Profi-Fußball mit zwei Milliarden Ertrag

SID
Donnerstag, 12.03.2009 | 13:14 Uhr
Die Bundesliga boomt: Steigende Einnahmen und Zuschauerzahlen dokumentieren dies anschaulich
© Getty
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Der Profi-Fußball in Deutschland boomt trotz Finanzkrise. Die 36 Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga steigerten den Gesamtertrag laut DFL auf knapp zwei Milliarden Euro.

Das Unternehmen Profi-Fußball boomt, die Bundesliga schreibt ungeachtet der weltweiten Finanzkrise weiter Rekordzahlen und rüstet sich für die Zukunft: Bei der Präsentation des Bundesliga-Reports 2009 am Donnerstag in Frankfurt/Main konnte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erneut auf zahlreiche positive Entwicklungen sowie die weiter steigende Beliebtheit der Marke Bundesliga verweisen.

"Wenn es uns weiter gelingt, die Menschen so zu begeistern, dann bin ich überzeugt, dass wir die Krise gut meistern werden. Die Bundesliga bleibt in Deutschland die Nummer eins und hat ihren Abstand zu den anderen Sportarten sogar noch vergrößert. Ich denke, wir sind für die Zukunft gut gerüstet", sagte Christian Seifert als Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung bei der Veröffentlichung der wirtschaftlichen Bilanz für die Bundesliga-Saison 2007/2008.

Gesamtertrag von knapp 2 Milliarden Euro

Beim Gesamtertrag erzielten die 36 Vereine der Bundesliga und 2. Liga in der vergangenen Saison mit insgesamt knapp zwei Milliarden Euro eine Höchstmarke. 1,934 Milliarden Euro Umsatz verzeichneten die Profiklubs in 2007/2008 und steigerten ihre Erträge im Vergleich zur Spielzeit 2006/2007 (1,75 Milliarden Euro) noch einmal deutlich. Insgesamt erwirtschaftete die Liga den vierten Rekord-Erlös in Serie.

Einen mittlerweile sechsten Rekord in Folge gab es bei den Zuschauerzahlen zu vermelden. Insgesamt strömten in der vergangenen Spielzeit 17.432.953 Menschen in die Bundesliga-Stadien. In der Saison 2006/2007 besuchten im Schnitt noch 2000 Zuschauer weniger pro Spiel die Stadien.

"Wir sind die zuschauerträchtigste Liga in Europa, vielleicht sogar weltweit. Und in diesem Segment erwarten wir für die laufende Saison sogar den siebten Rekord in Folge", sagte Seifert mit Blick auf die stets vor großer Kulisse spielenden Aufsteiger 1899 Hoffenheim, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln.

Einen beachtlichen Zuwachs von 8,2 Prozent verzeichnete der Arbeitsmarkt Bundesliga, also die Anzahl der Beschäftigten in der Bundesliga und 2. Liga. Derzeit sind 37.684 Menschen in Voll-, Teilzeit oder Aushilfsstellen für die Bundesliga tätig.

Bundesliga zuschauerträchtigste Liga in Europa

"Gerade in diesen Tagen ist es eine wichtige Botschaft, dass wir eine stabile Wachstumsbranche sind, von denen es in Deutschland nur wenige gibt", sagte DFL-Boss Seifert, der zudem darauf verwies, dass der Profi-Fußball dem Staat Einnahmen aus Steuern und Abgaben in Höhe von 665,6 Millionen Euro beschert.

Damit die Bundesliga auch in den aller Voraussicht nach wirtschaftlich schwierigeren Jahren ab der Saison 2009/2010 keinen Abschwung hinnehmen muss, setzt die DFL-Geschäfstführung auch zukünftig auf einen ausgewogenen Einnahmenmix aus Werbe-, Medien- und Spieltagseinnahmen. "So sind wir auch in Zukunft nicht so anfällig für partielle Rückgänge bei den Einnahmen in einem Bereich", sagte Seifert.

Die Imagewerte unterstreichen ohnehin den positiven Trend. Nach einer von der DFL in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie liegt die Markenbekanntheit der Bundesliga weiter bei 99 Prozent. Als Wettbewerb zieht die Bundesliga auch weiterhin das größte Interesse unter den Fußballinteressierten auf sich.

Großer Bekanntheitsgrad in der Gesellschaft

Der DFB-Pokal kommt auf 77 Prozent, die Champions League auf 76 Prozent. Wettbewerbe anderer Sportarten liegen noch deutlich dahinter. "Das Interesse an der Formel 1 ist in den letzten Jahren um zehn Prozent gesunken. Daran sieht man, wie gefährlich es ist, wenn eine Sportart von Einzelsportlern abhängig ist", sagte Seifert.

Abhängig ist die Bundesliga allerdings von den Einnahmen auf dem Pay-TV-Markt. Zuletzt trieben die Berichte, der Pay-TV-Partner Premiere könnte seine Kreditlinien bei den Banken auf Dauer nicht mehr bedienen, für Aufregung.

"Wir kannten bereits bei der Vergabe der Rechte die finanzielle Situation bei Premiere. Die Verbindung mit Premiere ist eine Schicksalsgemeinschaft. Aber durch die Kapitalerhöhung und mit Hilfe des neuen Managements sind wir davon überzeugt, dass die Partnerschaft mit Premiere in die richtige Richtung geht", sagte Seifert.

Die Zuschauerzahlen der Bundesliga-Klubs

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