Fussball

"Das war eine Sauerei"

Von Für SPOX in Bremen: Stefan Rommel
Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte nach dem Spiel in Bremen einiges zu erzählen
© Imago

Nach Bayerns 0:0 bei Werder Bremen platzte Manager Uli Hoeneß im Interview nach dem Spiel der Kragen. Hoeneß reagierte erbost auf einige Medienberichte der letzten Tage und die Kritik an Mannschaft und Trainer Jürgen Klinsmann und teilte kräftig aus. Im Kampf um die Meisterschaft nannte Hoeneß unterschwellig den schärfsten Bayern-Konkurrenten - hat aber offenbar keine Angst vor Spitzenreiter Hertha BSC Berlin.

Frage: Herr Hoeneß, wie bewerten Sie das 0:0 von Bremen?

Uli Hoeneß: Es war ein gutes Spiel und wir hatten viele Chancen. Allerdings haben wir wieder einmal kein Tor erzielt. Wir haben eine gute Chance versäumt, ganz nah an Hamburg und Berlin ranzukommen. Aber es ist ein schwieriges Spiel, wenn du die Tore in der ersten Halbzeit nicht machst. Und man darf auch nicht vergessen: Wir waren unter der Woche noch in der Champions League unterwegs, mussten nach Lissabon reisen, was auch immer mit Strapazen verbunden ist. Deshalb sind wir zufrieden.

Frage: Durch das Remis sind die Bayern nur noch Fünfter in der Tabelle...

Uli Hoeneß: Mich interessiert doch nicht der fünfte oder achte Platz. Wir stehen heute besser da als gestern. Nur das ist wichtig. Sollen wir jetzt jede Woche über die aktuelle Tabelle reden? Wir sind drei Punkte hinter dem HSV. So viel Abstand ist das nicht.

Frage: Aber es sind vier Punkte auf Tabellenführer Hertha BSC Berlin.

Hoeneß: Die Hertha muss jetzt dann endlich auch mal gegen die starken Mannschaften spielen. Die haben ja bisher immer nur gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel gespielt. Wir haben einen Punkt auf den HSV aufgeholt. Das hätten auch sieben Punkte sein können, jetzt sind wir auf drei Punkte dran. Und deshalb bin ich zuversichtlicher als noch am Samstag.

Frage: Auch der VfL Wolfsburg ist durch das 3:1 beim HSV in die Spitzengruppe gerutscht.

Hoeneß: Und wenn der VfB Stuttgart jetzt noch ein paar Spiele gewinnt, sind die auch noch mit dabei? Dann wiederholt sich die ganze Diskussion und alles beginnt wieder bei Null. Aber eins ist auch klar: Die Mannschaften, die mittwochs nicht spielen müssen, haben schon einen irren Vorteil.

Frage: Trainer Jürgen Klinsmann hat das System auf ein 4-5-1 zu Beginn des Spiels umgestellt. Waren Sie deshalb überrascht?

Hoeneß: Davon habe ich keine Ahnung und Sie haben auch keine Ahnung. Das sollten wir den Trainer entscheiden lassen.

Frage: Unter der Woche gab es aber Diskussionen um den Trainer (nach Medienberichten habe die Mannschaft Trainer Klinsmann die defensivere Taktik gegen Lissabon nahegelegt, Anm. d. Red.). Was sagen Sie dazu?

Hoeneß: Das ist ein Unding, was da passiert ist! Wenn ich mich auf jede Indiskretion, die nicht belegbar ist, melde, dann habe ich die ganze Woche über viel zu tun. Aber dagegen werden wir uns zu wehren wissen. Noch massiver als es in den letzten drei Tagen der Fall war.

Frage: Die Indiskretionen kommen angeblich auch aus dem Kreis der Mannschaft.

Hoeneß: Dann sollen sie die Namen schreiben, dann sollen sie sagen: Der und der hat das und das behauptet. Dann nehme ich das ernst.

Frage: Waren Sie nach dem 5:0 in Lissabon über das Echo überrascht, das ja fast negativ war und nicht positiv?

Hoeneß: Das Echo wurde doch von einer bestimmten Seite geschürt. Es hat sich doch herausgestellt, dass das eine Sauerei war und es hat sich herausgestellt, dass das eine Ente war. Und wir müssen uns permanent rechtfertigen für Dinge, die einige ihrer Kollegen in die Welt setzen. Das ist das Problem. Wir gewinnen 5:0 in Lissabon und haben 80 Prozent negative Presse. Das ist doch der Witz des Jahres!

Trotz Überzahl: Nur ein Punkt für Bayern in Bremen

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