Grace Kellys Mann und Magaths Sohn

Von Haruka Gruber
Montag, 02.03.2009 | 17:18 Uhr
50 Scorer-Punkte in der laufenden Saison: Edin Dzeko (l.) und Grafite
© Imago
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50 Scorer-Punkte: Grafite und Edin Dzeko lassen Wolfsburg vom Titel träumen. Zuvor erlebte das Sturmduo aber etliche Täler. Es ging um Krieg, Armut und eine folgenschwere Entführung.

Der Dank gebührt Grace Kelly, seiner Ehefrau mit dem so wohlklingenden Namen. Sie habe ihm vor einigen Jahren das Gebet ans Herz gelegt. Seitdem spricht Grafite vor jedem Spiel den Psalm 91. "Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt."

Wenige Minuten vor dem Anpfiff der Partie beim Hamburger SV hielt auch Edin Dzeko, sein Sturm-Partner beim VfL Wolfsburg, kurz inne. Er hat ebenfalls ein Ritual. Er betet. Die Fatiha, das Eröffnungs-Gebet des Koran. Dzeko ist Moslem. Grafite ist Christ. "Das Beten soll mich und die Mannschaft beschützen", sagt Grafite.

Der Glaube - immerhin eine Gemeinsamkeit des ansonsten so grundverschiedenen Pärchens. Dzeko, ein langer Schlacks, technisch versiert, mit 22 Jahren erst am Anfang seiner Karriere. Grafite, ein stämmiges Muskelpaket, eher durchsetzungsfähig als begabt, mit 29 Jahren einer der Erfahrensten im Kader.

Das beste Sturmduo Deutschlands?

Aber doch harmonieren die zwei wie kaum ein anderes Sturmduo der Bundesliga. Beim 3:1 in Hamburg traf Grafite doppelt, Dzeko stellte den Endstand her. Zusammen kommen sie in allen Pflichtspielen auf 50 Scorer-Punkte.

"Die beiden sind unterschiedlich - aber genau deswegen ergänzen sie sich auch so gut. Das macht die beiden aus", sagt VfL-Trainer Felix Magath nach dem vierten Sieg in Serie und dem Sprung auf Platz vier.

Besonders Grafite, mit 14 Treffern in 13 Liga-Spielen Deutschlands derzeit effektivster Stürmer, profitiert von der Arbeit seines Nebenmanns. Dzeko rackert, reißt Räume und übernimmt das Pressing.

"Die Meisterschaft ist möglich"

Grafite, der in Hamburg rund zwei Wochen nach seiner Knie-Operation wieder auf dem Platz stand und wegen Trainingsrückstand kurz nach der Halbzeit ausgewechselt wurde, konnte sich so aufs Toreschießen konzentrieren.

"Edin ist ein guter Junge und ein ganz starker Stürmer. Mit ihm zusammen ist es eine Freude zu spielen. Es ist viel leichter für mich, weil er mindestens genauso gut spielt", sagt Grafite - und ergänzt: "Die Meisterschaft wird schwierig, aber sie ist möglich."

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Dzekos Quote leidet unter Grafite

Wenn Sturmtank Grafite wie in dieser Saison des Öfteren verletzt ausfällt, schneidet Magath das Spielsystem auf Dzeko zu. Kein Zufall: In dieser Saison erzielte der Bosnier in den acht Spielen, die er ohne Grafite bestritt, sechs Tore. Mit seinem Sturmpartner gelangen Dzeko hingegen nur fünf Treffer in zwölf Partien.

Dennoch sagt Dzeko: "Wenn Grafite dabei ist, ist alles leichter, dann kann ich ohne Druck spielen - und wie in der Hinrunde auch mal zehn Spiele ohne Tor überstehen. Für meine Entwicklung ist es sehr gut, wenn er mir die Aufmerksamkeit einige Male abnimmt."

Für Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel sind "die beiden einfach Granaten. Das sind mit die besten Stürmer in der Bundesliga". Bis dahin war es jedoch ein steiniger Weg.

"Die Angst war immer dabei"

Dzekos Kindheit wurde vom Bürgerkrieg auf dem Balkan überschattet. "Ich war sechs Jahre jung, als er ausbrach. Es war eine schwere Zeit", erinnert sich Dzeko.

Seine Familie musste das Haus räumen, in den ersten drei Schuljahren konnte er insgesamt nur drei Monate zum Unterricht gehen. Viele Nächte verbrachte er mit seinen Eltern und der Schwester im Luftschutzbunker. "Die Angst war immer dabei. Aber der Krieg hat mich stark gemacht."

Mit 18 Jahren verließ er seine zerstörte bosnische Heimat und wechselte zum tschechischen Erstligisten FK Teplice. Sein erstes Gehalt: 80 Euro.

Magath als strenger Ersatz-Vater

In seiner ersten kompletten Saison spielte er aber derart überzeugend, dass er zum besten Ausländer der tschechischen Liga gewählt und von Wolfsburg für geschätzte vier Millionen Euro verpflichtet wurde. "Mein Co-Trainer Bernd Hollerbach hat ihn gesehen und war sofort begeistert", erzählt Magath.

Seitdem verbindet die beiden eine Art strenge Vater-Sohn-Beziehung. Für Magath ist Dzeko "einer der besten Stürmer seiner Altersklasse in ganz Europa", aber die teils laxe Einstellung seines Schützlings missfällt ihm. Kurz nach dem Wechsel fand sich der bosnische Nationalspieler für einige Wochen auf der Tribüne wieder.

"Magath ist hart, Aber das brauche ich auch. Bei ihm musst du immer 100 Prozent geben. Für mich ist er der perfekte Trainer", sagt Dzeko einsichtig. In den letzten Monaten habe sich Dzeko aber "fantastisch entwickelt" (Magath). Derart fantastisch, dass unter anderem der FC Arsenal, Portsmouth und Blackburn an ihm interessiert sein sollen.

Leben in Armut und fußballerischer Stagnation

Hier Dzeko, der Shootingstar. Dort Grafite, der Spätstarter.

Zwar hat Grafite "nur schöne Erinnerungen. Ich bin sehr glücklich aufgewachsen, hatte eine tolle Familie und viele Freunde" - aber doch war sein Leben lange geprägt von Armut und fußballerischer Stagnation. Bis er 21 Jahre alt war, spielte Grafite in der fünften Liga und verkaufte Mülltüten an den Haustüren seines Heimatortes Campo Limbo.

"Ich lebte mit dem Gefühl: Wenn ich nichts an den Mann brachte, habe ich kein Geld. Es hing einzig und allein von mir ab. Ich wollte meiner Tochter etwas bieten", sagt der einmalige brasilianische Nationalspieler.

Grafites Mutter entführt

Seine Karriere nahm nur langsam Fahrt auf. Von 2000 bis 2004 wurde er von Verein zu Verein weitergereicht, unter anderem geriet ein Intermezzo in Südkorea zum Fiasko. Sein relativ später Durchbruch beim FC Sao Paulo mit 25 Jahren ging jedoch einher mit einem traumatischen Schicksalsschlag.

Eine kriminelle Bande brach in Grafites Haus ein, knebelte seinen Vater sowie Bruder und entführte seine Mutter. 24 Stunden später wurde sie von der Polizei befreit. Grafite zog es nach dieser Erfahrung ins sichere Europa - und fand in Le Mans einen neuen Klub.

Von seinen zwölf Toren in 24 Spielen in der Saison 2006/07 war Magath dermaßen angetan, dass er für den damals 28-Jährigen 7,5 Millionen Euro Ablöse investierte. "Grafite spielt immer mit vollem Einsatz und sucht den kürzesten Weg zum Tor. Das macht ihn so stark", sagt Magath.

Kollabiert auf 2000 Meter Höhe

Aber ähnlich wie Dzeko musste sich auch Grafite zunächst an Magaths Trainingsmethoden gewöhnen. In der Saisonvorbereitung etwa scheuchte der Trainer seine Spieler auf den Gipfel des Niesen auf 2362 Meter Höhe.

Nach zwei Stunden waren die Ersten am Ziel, doch zwei fehlten: Magath und Grafite. Der Brasilianer kollabierte 200 Meter vor dem Schluss und musste mit einer Trage abtransportiert werden. Magath leistete Beistand.

Grafite: "Ich habe so etwas noch nie gemacht. In Frankreich habe ich mal einen Berg bestiegen, aber nicht auf diese Art und Weise. Wenn ich wieder hoch muss, werde ich besser vorbereitet sein und bis zum Schluss durchhalten."

An Höhenflüge hat sich Grafite mittlerweile ja gewöhnt.

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