Herthas Andrej Woronin im Porträt

Champions League statt C-Klasse

Von Andreas Lehner
Freitag, 13.03.2009 | 10:53 Uhr
Andrej Woronin erzielte in der Rückrunde sieben seiner zehn Treffer für Hertha BSC
© Getty
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Andrej Woronin ist der Schlüssel des Hertha-Erfolges. Der Ukrainer ist wie geschaffen für das System Favre und hat Marko Pantelic längst den Rang abgelaufen. Dabei galt er zu Beginn seiner Karriere als hoffnungsloser Fall. Seine momentane Entwicklung steuert auf einen aberwitzigen Höhepunkt zu.

Von sportlicher Bedeutung war der Wechsel nicht. Lucien Favre brachte kurz vor Schluss Marco Pantelic für Andrej Woronin und verschaffte dem Ukrainer damit den verdienten Applaus. Hatte er doch gerade die Hertha mit seinen drei Treffern zum 3:1-Auswärtssieg bei Energie Cottbus geschossen.

Der Tausch war ein Dank und Zeichen zugleich. Wenn auch vielleicht kein von Favre beabsichtigtes. Andrej Woronin ist die Nummer eins im Hertha-Sturm, er hat Pantelic als Mr. Hertha abgelöst.

Ständig die Nummer zwei

Ein Gefühl, das der 29-Jährige schon lange nicht mehr kannte. Seit er 2003 Mainz verlassen hatte, war er überall nur der Nebenmann, der Zuarbeiter. Die Nummer zwei eben.

In Leverkusen stand ihm Dimitar Berbatow im Wege, beim FC Liverpool mindestens Fernando Torres, in der Nationalmannschaft der alles überstrahlende Andrej Schwetschenko und in Berlin zunächst jener Pantelic.

Genugtuung und spielerischer Fortschritt

Für Favre ist der Machtwechsel eine persönliche Genugtuung und ein spielerischer Fortschritt zugleich. Denn Woronin ist der bessere Pantelic. Vor dem Tor ist der Ukrainer ebenso kalt, im Defensivverhalten ist Woronin aber eine Bereicherung für die Mannschaft.

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Der Ukrainer ist wie gemalt für die taktische Disziplin fordernde und laufintensive Spielvorstellung des Schweizers. Einsatzwille, Dynamik und Entschlossenheit waren schon immer die Stärken Woronins.

"Er rennt sich 90 Minuten die Lunge aus dem Leib und hat für einen Stürmer ein außerordentliches Defensivverhalten", sagte Mainz-Manager Christian Heidel, der Woronin im Jahr 2000 für gerade mal 40.000 Mark von Borussia Mönchengladbach verpflichtete.

Gegen den Willen des Trainers nach Mainz

Gegen den Willen seines damaligen Trainers Rene Vandereycken übrigens, der ihn bei der Spielbeobachtung als nicht tauglich einstufte. Heidel dagegen reichte eine brillante Aktion in einem ansonsten grottenschlechten Spiel, um sich für den Transfer zu entscheiden. "Es ging nur darum ihm Konstanz und taktisches Verhalten beizubringen", so Heidel gegenüber SPOX.

Genau daran zweifelten sie bei der Borussia. Woronin galt als schwieriger Typ, der auch privat für die ein oder andere Eskapade sorgte. Der damalige Borussia-Manager Rolf Rüssmann soll einmal gesagt haben: "Der landet entweder bei Real Madrid oder in der C-Klasse."

Favre und Benitez einig

Am Ende war es der FC Liverpool. In Leverkusen waren sie aber schon etwas erstaunt, dass ausgerechnet Taktik- und Disziplin-Fetischist Rafael Benitez den Angreifer holte. Zwar hatte er in seiner Zeit bei Mainz, Köln und Leverkusen an seiner Disziplin gefeilt, oft rannte er aber, getrieben von seinem Ehrgeiz, mit dem Kopf gegen die Wand und stand sich so auf dem Platz selbst im Weg.

Benitez sah im Ukrainer allerdings eine Bereicherung für sein Team. "Er ist ein intelligenter Spieler mit guter Auffassungsgabe und sehr flexibel einsetzbar. Damit werden wir im Angriff noch variabler", meinte der Spanier bei Woronins Verpflichtung.

Favre beschreibt die Spielweise ähnlich: "Andrej besitzt Spielintelligenz, ist technisch sehr stark und bewegt sich richtig."

"Alle haben sich verbessert"

Die taktischen Einheiten unter Benitez und nun auch Favre haben Woronin noch mal nach vorne gebracht, wie er auch selbst sagt: "Der Trainer macht viele Taktik-Übungen. Das ist nicht die schönste Sache, aber zahlt sich aus. Ich kannte das bisher nur aus Liverpool. Alle haben sich taktisch verbessert - auch bei Hertha."

Auch Woronin, der anfangs bisweilen im offensiven Mittelfeld eingesetzt wurde - auch weil im Sturmzentrum Pantelic gesetzt war. Immerhin gab es in Berlin noch das ungeschriebene Gesetz, dass Spiele ohne Pantelic nicht zu gewinnen sind.

Streit mit Cicero und Domowtschiski

Mit dem Status der Nummer zwei gab er sich aber nicht zufrieden. Er wollte Führungsspieler sein, seine Erfahrung an die jüngeren Spieler weitergeben. Aber mit seiner Art rannte er zunächst mal wieder gegen Wände.

In der Vorrunde stritt er mit Cicero um die Ausführung eines belanglosen Freistoßes und schüttelte Waleri Domowtschiski in bester Oliver-Kahn-Manier durch, nachdem der Bulgare den Ball vor dem Tor nicht querlegte und eine Chance vergab.

Bis Arne Friedrich auf ihn zukam und ihm eröffnete, dass manche Spieler mit dieser Art nicht klar kämen. Also schraubte er ein wenig zurück und ist nun zum besten Woronin aller Zeiten geworden.

Aber: "Ganz ohne Emotionen kann ich nicht spielen. Wenn ich jemanden anschreie, ist das auch, um ihn aufzuwecken und anzufeuern."

Zukunft noch ungeklärt

Mit zehn Treffern ist er Herthas bester Torschütze. Allerdings strebt diese Entwicklung auf einen aberwitzigen Höhepunkt zu. Je öfter er trifft und je besser er spielt, umso so interessanter wird er für andere Klubs und umso schwerer wird er für Hertha zu bezahlen.

Noch ist Woronin von Liverpool nur ausgeliehen. Ein Transfer soll wohl vier Millionen Euro Ablöse kosten und dasselbe noch mal fürs Gehalt. Für einen in der Konsolidierung steckenden Verein fast nicht zu stemmen. Einziger Ausweg wären die Millionen aus der Champions League, doch Woronin will bis Ende März Klarheit über seine Zukunft.

Bis dahin wird sich die Hertha aber kaum einen fixen Platz in der Königsklasse erspielt haben. Und Woronin weiß genau, dass er mit 32 Jahren den letzten großen Vertrag seiner Profi-Karriere abschließen wird. Finanzielle Zugeständnisse sind also kaum zu erwarten. Geld könnte auch die Trennung von Pantelic frei machen, im schlimmsten aller Fälle steht Berlin aber ohne seine beiden Top-Stürmer da.

Deshalb versuchen sich die Verantwortlichen so weit nur möglich für den Verbleib von Woronin zu strecken.

Familie als entscheidender Faktor

Einen wichtigen Beitrag bei der Entscheidungsfindung wird auch Woronins Familie spielen. Seine zweite Frau Yulia, mit der er zwei Kinder hat, fühlt sich in Berlin wohl und Woronin hat seit seiner Rückkehr nach Deutschland auch wieder besseren Kontakt zu seiner Tochter Maria, die mit seiner Ex-Frau in Köln lebt.

Ein Wechsel von Leverkusen zurück nach Mainz scheiterte schon einmal am Veto Yulias. Vielleicht ist Andrej Woronin aber auch hier mittlerweile zur Nummer eins aufgestiegen.

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