Auf den Spuren von Jürgen Wegmann

Von Stefan Rommel / Andreas Lehner
Sonntag, 01.03.2009 | 22:31 Uhr
Die Hamburger waren nach der Niederlage gegen Wolfsburg ziemlich bedient
© Getty
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Martin Jol zweifelt an der Intelligenz seiner Mannschaft. In Stuttgart wird ein Vergessener unsterblich. Um Hoffenheim könnte man sich - um Leverkusen muss man sich definitiv Sorgen machen. Der VfL Bochum gewinnt vor halbleeren Rängen, Schalke siegt mit minimalem Aufwand und Gladbachs Hans Meyer ist ziemlich sauer. Das Zapping des 22. Spieltags.

Hamburger SV - VfL Wolfsburg 1:3

Jürgen Wegmann prägte das Bonmot: "Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu". Etwas abgewandelt kann man das nun auf den Hamburger SV anwenden: "Zuerst hatten wir Pech und dann kam auch noch ein bisschen Dummheit dazu". Das jedenfalls dürfte Martin Jol gemeint haben, als er seiner Mannschaft vorwarf, dass gegen Wolfsburg in manchen Szenen die Intelligenz gefehlt habe.

Vielleicht waren seine Spieler aber auch nur völlig verwirrt. Jol hatte immerhin im Spiel seine Aufstellung einmal auf links gedreht. Zunächst musste er verletzungsbedingt Guy Demel auswechseln. Da kein Rechtsverteidiger mehr auf der Bank saß, brachte der Niederländer Albert Streit, zog Alex Silva nach hinten und Piotr Trochowski ins zentrale Mittelfeld. In der Halbzeit kam für Dennis Aogo Mladen Petric ins Spiel, Jansen wurde Linksverteidiger, Petric ging in den Sturm und Paulo Guerrero ins linke Mittelfeld. Verstanden? Nein? Seine Spieler wohl auch nicht, nach der Pause fehlte jegliche Ordnung im HSV-Spiel. Zur SPOX-Analyse

Karlsruher SC - VfB Stuttgart 0:2

Elson Falcao da Silva steht seit 2005 beim VfB Stuttgart unter Vertrag. Spielen durfte er allerdings höchst selten. Kein Wunder, drei Jahre war er auch an einen Verein in der Heimat ausgeliehen. Selbst beim VfB wussten wohl eigentlich einige Verantwortliche nicht, dass dieser junge Mann bei ihnen auf der Gehaltsliste steht. Zu Beginn der Saison tauchte der 27-Jährige weder auf dem Mannschaftsfoto noch im Jahrbuch oder auf der vereinseigenen Homepage auf.

Bei irgendeiner Inventur muss Armin Veh, damals noch in Amt und Würden, der Brasilianer aufgefallen sein. Der Trainer stellte den Vergessenen alsdann ins Kreativzentrum und vertraute ihm die Rolle hinter den Spitzen an. Im Derby gegen den KSC brachte Markus Babbel Elson nun auf dem linken Flügel. Und dort fühlte er sich so wohl, dass er nach blendender Vorarbeit von Ciprian Marica sein erstes Bundesligator erzielte und so den Weg zum für die Fans so wichtigen Derby-Sieg ebnete. So schaffte er es vom Vergessenen zum Unsterblichen. Zur SPOX-Analyse

Werder Bremen - Bayern München 0:0

Christian Vander steht ja nur selten in den Schlagzeilen. Das letzte Mal schaffte er es aufgrund der Laserpointer-Attacke in Athen. Und sportliche Schlagzeilen waren in den meisten Fällen auch noch negative. Man erinnere sich nur an seinen Auftritt im Trikot des VfL Bochum beim 2:6 gegen Mainz oder seinen Fehler im Nord-Derby gegen den Hamburger SV. An dieser Stelle sei dies alles mal vergessen. Gegen Bayern rettete der Ersatzmann von Tim Wiese den Bremern mit einigen sensationellen Paraden den Punkt.

Nach dem Spiel gab er das Lob aber brav an die Mannschaft weiter. "Die Spiele in Mailand und jetzt gegen die Bayern haben uns richtig gut getan. Wir haben zwar nicht gewonnen, aber eine neue Einheit, neue Gemeinsamkeit auf dem Platz gezeigt. Das ist wichtiger als dieser Punkt heute." Zur SPOX-Analyse

Hannover 96 - Bayer Leverkusen 1:0

Vor drei Monaten war die Welt in Leverkusen noch in Ordnung. Bayer stand am 13. Spieltag nach einem 2:1-Sieg gegen Schalke in der Tabelle ganz oben und alles schwärmte vom Offensivfußball, den Trainer Bruno Labbadia seinem Team eingeimpft hatte.

Ende Februar steht Leverkusen fünf Plätze schlechter da, vom schwungvollen Angriffsfußball ist nur noch rudimentär etwas übrig und innerhalb der Mannschaft gibt es offenkundig erste Unstimmigkeiten. Nach nur acht Punkten aus den letzten neun Spielen und dem 0:1 von Hannover haute Torhüter Rene Adler mächtig auf den Tisch.

"Bei uns ist es nichts Halbes und nichts Ganzes zur Zeit. Von außen wird immer nur rein getragen, wie gut wir sind. Vielleicht hat uns das etwas den Kopf verdreht. Fußball ist ein Männersport, ein Kampfsport und das geht nicht über Schönspielerei. Das muss einigen von uns mal nahe gelegt werden!"

Die Kritik rief teilweise heftige Reaktionen nach sich. "Mein guter Rat an den talentierten Nationaltorwart ist, sich mal an die eigene Nase zu fassen. Als er vor ein paar Wochen mal ein paar Bälle nicht gehalten hat, hat auch keiner seiner Mitspieler was gesagt", konterte Sportchef Rudi Völler.

Die dünne Luft da oben im Titelkampf scheint der jungen und relativ unerfahrenen Leverkusener Mannschaft im Moment nicht so gut zu bekommen. Labbadia will seiner Linie dennoch treu bleiben und "nicht auf die Mannschaft draufhauen, das bringt doch nichts". zur SPOX-Analyse

Borussia Dortmund - 1899 Hoffenheim 0:0

Ähnlich liegen die Probleme auch bei Aufsteiger Hoffenheim. Der Sensations-Herbstmeister steckt inmitten einer Lernphase. Nach dem Triumphzug durch die Vorrunde boten Mannschaft, Trainer, Management und auch Mäzen zu viel Angriffsfläche und verstrickten sich in zu viele Nebenkriegsschauplätze. Statt weiter den puristischen Weg zu gehen, stand Hoffenheim plötzlich nicht mehr nur des beherzten Offensivspiels wegen in den Medien.

Ein Umstand, der gepaart mit einem unheimlichen Verletzungspech (Ibisevic, Obasi, Compper, Hildebrand) und der Tatsache, dass sich kein Gegner mehr so leicht von den unbekannten Hoffenheimern übertölpeln lässt, in nur einem Sieg aus den letzten sieben Spielen niederschlägt.

Die Tabelle nennt so etwas dann Platz drei, was der TSG angesichts der Negativserie noch sehr schmeichelt. Besonders die Essenz des Fußballs ist Hoffenheim irgendwo zwischen Spieltag 17 und 22 verloren gegangen: Das Toreschießen. Bis auf Demba Bas Glanztag letzte Woche in Stuttgart ist das Hoffenheimer Spiel nicht kaltschnäuzig genug, Torjäger Vedad Ibisevic fehlt doch mehr als erwartet.

Ralf Rangnick wechselt zudem auffällig häufig sein Spielsystem und das dazu gehörige Personal, offenbar auf der Suche nach dem einen perfekten System der Post-Ibisevic-Ära. Die junge Mannschaft scheint auf der Suche nach sich selbst und schießt dabei in letzter Zeit immer häufiger über das Ziel hinaus. Die Attacken von Sejad Salihovic (gegen Stuttgarts Boka) und Selim Teber gegen Tamas Hajnal jedenfalls kratzen am bisher so sympathischen Bild der Kraichgauer. zur SPOX-Analyse

Hertha BSC Berlin - Borussia Mönchengladbach 2:1

Die Hertha zwei-zu-einst sich weiter dem Titel entgegen und endlich hat man das auch in der Hauptstadt erkannt. Oder warum sonst hat Joe Simunic plötzlich den Balkon des Rathauses im Hinterkopf?

Von solchen Sphären kann Borussia Mönchengladbach nur träumen. Für die Mannschaft von Hans Meyer geht um nichts weniger als die Existenz in der Bundesliga. Nimmt man die gezeigten Leistungen nach der Winterpause, ist die Borussia auf einem guten Weg. Die Bilanz ist ausgeglichen, auch beim neuen Spitzenreiter zeigte Gladbach eine ansprechende Leistung - und trotzdem beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer schon vier Punkte.

Wohl auch deshalb war Trainer Meyer nach der Partie richtig angefressen: Wieder einmal kassierte seine Mannschaft beim 0:1 auf naive Art und Weise ein Gegentor, wie schon in Stuttgart und gegen Hoffenheim wurden deshalb leichtfertig wichtige Punkte verschenkt. zur SPOX-Analyse

Eintracht Frankfurt - Schalke 04 1:2

In der Vorrunde taugten unzählige Auftritte von Kevin Kuranyi als Running Gag. Der Stürmer verballerte teilweise unglaubliche Großchancen und musste nicht selten als Sündenbock dafür herhalten, dass sich die Champions League verwöhnten Schalker im tristen Mittelmaß und Lichtjahre entfernt von der Königsklasse wiederfanden.

Da traf es sich beim Gastspiel in Frankfurt doch prima, dass Kuranyi nicht eine brauchbare Torchance hatte und demzufolge auch keine auslassen konnte. Es ist natürlich purer Zufall, dass Schalke ausgerechnet da auch die beste Chancenverwertung der Saison hinlegte und aus drei Möglichkeiten zwei Tore machte.

Die Eintracht wird sich grämen, ein Punkt wäre gegen biedere Schalker allemal drin gewesen. Dafür stellte Trainer Friedhelm Funkel extra das System auf 4-3-3 um, mit zwei Sechsern vor der Abwehr und Alexander Meier als Spielgestalter davor. So blieb Funkel danach erneut nur die ernüchternde Erkenntnis: "Das war eine sehr unglückliche Niederlage." zum Spielbericht

VfL Bochum - Energie Cottbus 3:2

Was für ein Kampf, was für eine Dramatik, was für eine Aufregung! Und fast niemand wollte es sehen. Beschämende 18.000 Zuschauer verirrten sich zum Abstiegskrimi ins Ruhrstadion. Die wenigen, die da waren (Cottbus-Fans ausgenommen), durften am Ende zufrieden und mit der Gewissheit nach Hause gehen, das zweitbeste Team der Rückrunde gesehen zu haben. Zweimal kämpfte sich der VfL nach einem Rückstand ins Spiel zurück und siegte am Ende dank eines umstrittenen Foulelfmeters.

Das wiederum brachte die ca. 600 Cottbuser Fans und natürlich die Verantwortlichen des Klubs so richtig in Rage. "Unser Trainer ist ein sehr ruhiger und besonnener Mensch. Aber ich habe ihn noch nie so erlebt, wie heute in der Kabine, bei so viel Ungerechtigkeit auf einem Haufen: Das kann einfach nicht passieren", schnaubte Manager Steffen Heidrich. "Ich hab mich heute selbst gerettet. Ich habe mich in der 78. Minute dann in den Kabinengang vor den Fernseher gestellt - sonst wäre, glaube ich, noch etwas anderes passiert." zum Spielbericht

1.FC Köln - Arminia Bielefeld 1:1

Wahrscheinlich hatten einige schon wieder von internationalen Weihen und den süßen Klängen der Champions League geträumt, nachdem der FC die Bayern in deren eigenen Stadion besiegt hatte. Dass es bis dahin aber noch ein sehr steiniger Weg ist, zeigte das blasse 1:1 gegen Bielefeld nur zu deutlich.

Köln fehlt es für höhere Aufgaben an Kreativität und ein paar herausragenden Einzelkönnern. Spielerisch stießen die Kölner auch gegen die Arminia wieder an ihre Grenzen. Da es sich beim FC - trotz Poldi-Millionen, einem fantastischen Zuschauerschnitt und traditionell hohen Ansprüchen aber immer noch um einen Aufsteiger handelt, ist die Punktausbeute sehr beachtlich.

Bei 29 Zählern dürfte der Abstieg schon jetzt so gut wie ausgeschlossen sein, was dem FC zum ersten Mal seit sehr langer Zeit recht früh in der Saison Planungssicherheit für die kommenden Spielzeit gibt. zur SPOX-Analyse

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