Völler kritisiert Pläne für verkürzte Winterpause

SID
Rudi Völler ärgert sich über die verkürzte Winterpause in der kommenden Saison
© Getty

Bayer-Sportchef Rudi Völler hat die Pläne für eine Verkürzung der Winterpause kritisiert. Die Rahmenspielpläne von UEFA und FIFA zwängen die Ligen dazu, ihre Spielzeiten zu ändern.

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Der ehemalige DFB-Teamchef Rudi Völler hat die Verkürzung der Winterpause in der kommenden Saison kritisiert.

"Das Problem ist ja der Rahmenterminplan, den UEFA und FIFA machen - der tut weh. Nächste Saison ist ja das Champions-League-Endspiel an einem Samstag, das wollte ja Michel Platini unbedingt. Dadurch reißt man allen Ligen im Mai, zur besten Spielzeit, einen Spieltag weg. Es ist ja eigentlich ein Wahnsinn, dass den halben Mai und den ganzen Juni nicht gespielt wird", sagte der Sportchef von Bayer Leverkusen im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" (Montag-Ausgabe).

"Verstehe jeden Zuschauer, der zu Hause bleibt"

In der Spielzeit 2009/2010 wird die Winterpause auf knapp vier Wochen verkürzt, die Saison endet wegen der WM in Südafrika bereits am 8. Mai 2010.

Die Rückrunde startet bereits am 15. Januar 2010. Völler: "Das kann im Januar gut gehen, das kann aber ein großer Reinfall werden. Es kann mir keiner erzählen, dass es im Januar bei dieser Witterung Spaß macht, im Stadion zu sitzen. Da verstehe ich jeden Zuschauer, der zu Hause bleibt."

Premier League nur wegen des Geldes besser

Der Weltmeister von 1990 wehrt sich zudem dagegen, dass die englische Premier League im Vergleich zur Bundesliga häufig als leuchtendes Vorbild dargestellt werde.

"Wir machen uns in Deutschland ja gerne viel schlechter als wir sind. So genannte Experten behaupten oft ungeprüft, in England sei alles besser, da würde viel schneller und besser Fußball gespielt. Klar, das ist bei Manchester, Liverpool, Arsenal und Chelsea so. Aber warum? Das hat weder etwas mit den Trainern noch den Trainingsmethoden zu tun, sondern einzig und allein damit, dass dort das meiste Geld bezahlt wird und die besten Spieler der Welt unter Vertrag sind", sagte Völler.

Bayern ist das Maß aller Dinge

Auch die Ausbildung im Fußball-Mutterland wird vom einstigen Torjäger kritisiert. "Warum, frage ich mich, ist kaum ein junger deutscher Nachwuchsspieler auf der Insel besser geworden? Warum kommen sie fast alle wieder zurück?", fragte Völler.

In Deutschland, so der Bayer-Sportchef, sei Rekordmeister Bayern München das Maß aller Dinge.

"Außer Bayern München kann keine deutsche Mannschaft auf absehbare Zeit die Champions League gewinnen. Die haben sich ihren wirtschaftlichen Background aber auch hart erarbeitet. Dafür können die Bayern mit einem Gehaltsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro hantieren - der nächste hat in der Bundesliga nur die Hälfte zur Verfügung", erklärte der 90-malige Nationalspieler im FR-Gespräch.

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