Berlin-Manager Dieter Hoeneß kritisiert die hohen Transfersummen
Berlin-Manager Dieter Hoeneß kritisiert die hohen Transfersummen
© sid

Chipperfield kommt nicht

Donnerstag, 22.01.2009

Hoeneß wettert gegen Transfersummen-Irrsinn

Hertha-Manager Dieter Hoeneß hat die zuletzt hohen Ablösesummen, auch die für Nigel de Jong, harsch kritisiert: "Bei allem Respekt, das ist einfach kein Marktpreis für ihn." Zudem ist der Wechsel des Australiers Scott Chipperfield geplatzt.

Manager Dieter Hoeneß von Hertha BSC Berlin hat in der aktuellen Finanzkrise die zuletzt hohen Transfersummen scharf kritisiert.

"Das ist pervers und ungesund für den Fußball", sagte Hoeneß mit Blick auf die rund 20 Millionen Euro, die der Hamburger SV für den Wechsel von Mittelfeldspieler Nigel de Jong zum englischen Premier-League-Klub Manchester City kassiert, bei einer Gesprächsrunde des Senders "Premiere" in Berlin.

Hoeneß über de Jongs Ablöse: Das ist er nicht wert

"Glückwunsch und Kompliment an den HSV, aber bei allem Respekt vor de Jong: Das ist einfach kein Marktpreis für ihn", erklärte der Hertha-Manager.

Auch das Rekordangebot der Citizens von 125 Millionen Euro für Kaka vom AC Mailand findet Hoeneß bedenklich: "Das werden alle Marktgesetze aufgehoben. Die Finanzkrise wird alle treffen. Es sei denn man hat einen Investor und das Geld vermehrt sich im Keller." Bei City sorgen die Klubeigentümer aus dem Scheichtum Abu Dhabi für den Geldfluss.

Sammer malt nicht ganz so schwarz

Differenzierter betrachtete DFB-Sportdirektor Matthias Sammer die Entwicklung: "Diese Summen sind in der Finanzkrise sicher nicht unproblematisch. Ich sehe es aber trotzdem nicht negativ, wenn das Geld in den Fußball fließt", sagte Sammer.

Der Europameister betonte jedoch, dass die "Infrastruktur bei Manchester City sicherlich problematisch" sei.

Der ehemalige Bayern-Trainer und jetzige Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld rechnete damit, dass alle Vereine und "eventuell sogar der FC Bayern München" bei zukünftigen Transfers finanzielle Abstriche machen müssen.

Chipperfield kommt nicht

"Aber es wird generell immer Verrückte geben", sagte der 60-Jährige hinsichtlich der Finanzgebahren von City bei der Talkrunde in Berlin. Die hohe Ablösesumme für de Jong findet Hitzfeld allerdings positiv: "Für den Fußball ist es ganz gut. So kommt neues Geld in den Kreislauf."

Zudem ist der Wechsel des australischen Mittelfeldspielers Scott Chipperfield geplatzt. "Derzeit ist nicht seriös einzuschätzen, wann Chipperfield ins Training einsteigen oder die ersten Spiele bestreiten könnte", teilte der Bundesligist mit. Der 33 Jahre alte Spieler laboriert an einer Sehnenverletzung im Fuß.

Als erste Alternative zu Chipperfield ist der ehemalige Bundesliga-Profi Marko Babic im Gespräch. Der Ex-Leverkusener spielt beim spanischen Erstligisten Betis Sevilla keine Rolle mehr.

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Hertha-Manager Dieter Hoeneß hat die zuletzt hohen Ablösesummen, auch die für Nigel de Jong, harsch kritisiert: "Bei allem Respekt, das ist einfach kein Marktpreis für ihn."

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