SPOX-Formcheck, Teil 1

Facelifting in Gladbach, Achterbahn bei Energie

Von SPOX
Mittwoch, 28.01.2009 | 14:10 Uhr
Zwölf Niederlagen, 35 Gegentore, Platz 18: Borussia Mönchengladbach ist negative Spitze
© Getty
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Noch zwei Tage, dann startet die Bundesliga in die Rückrunde. Bei welchem Klub läuft es schon rund und wo noch nicht? Wer hat noch Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt? SPOX nimmt die Vereine aus dem Tabellenkeller unter die Lupe.

update Noch zwei Tage, dann startet die Bundesliga in die Rückrunde. Die letzten Testspiele werden absolviert, der ein oder andere durfte seine Form schon im DFB-Pokal unter Beweis stellen und vielleicht wird noch der ein oder andere Transfer getätigt.

Wie sind die Klubs in Form? Wo hakt es noch und wo besteht personell noch Handlungsbedarf?

SPOX nimmt alle 18 Vereine unter die Lupe und gibt Antworten auf die brennendsten Fragen.

Hoffenheim bis Dortmund: Der Formcheck der Klubs von Platz 1 bis 6

Schalke bis Frankfurt: Hier geht es zu den Vereinen von Platz 7 bis 12

Hannover 96 (13., 17 Punkte, 20:32 Tore)

Form: In den bisher erst drei Testspielen gelangen Hannover zwei Siege gegen die Zweitligisten Osnabrück (3:0) und Augsburg (2:1). Den Härtetest gegen den großen AC Milan verloren die Niedersachsen zuhause 2:3.

Rückschlüsse lassen die Tests kaum zu, wurde gegen Osnabrück und Augsburg doch während des - auch für die Gegner - kräfteraubenden Trainingslagers in Portugal gespielt. Milan war eine schöne Erfahrung für Hannover - als echter Gradmesser aber ziemlich ungeeignet.

Personal: Hannover hat einen bedenklichen Engpass in der Innenverteidigung zu beklagen. Nachdem Ismael wohl das Karriereende droht, muss sich Vinicius sehr wahrscheinlich einer Bandscheibenoperation unterziehen und fällt mehrere Wochen aus.

So bleiben mit Fahrenhorst und Eggimann nur noch zwei gelernte Innenverteidiger übrig. Die Alternative heißt Christian Schulz, der aber in den Planungen von Trainer Hecking als zweiter Sechser neben Balitsch vorgesehen ist. Auch Sturmhoffnung Schlaudraff (Leisten-OP) und Mittelfeldspieler Yankow (Meniskus-OP) fallen länger aus.

Wenigstens ist Torhüter und Kapitän Enke auf gutem Weg zur Bestform. "Es ist für uns ganz wichtig zu wissen: Wenn man mal einen Fehler macht, ist da immer noch ein Torwart hinten drin, der überragend hält", sagt Stürmer Hanke.

Situation: Die Systemfrage beschäftigt die Roten nach wie vor. Hecking testete im Trainingslager das 4-4-2. Gegen Milan spulte sein Team wieder das 4-2-3-1 runter. Hecking wird sich wohl nicht definitiv festlegen, sondern je nach Gegner und Spielstand variieren.

Weder in der Abwehr mit Eggimann und Fahrenhorst, noch im Sturm mit Hanke, Forssell und Stajner konnten sich die Pärchen einspielen. Im Angriff hat sich Hecking noch gar nicht für seine Formation entscheiden.

Nach der Demission von Sportdirektor Hochstätter ist der Posten immer noch vakant. Klub-Boss Kind will auf keinen Fall eine Teammanager-Lösung mit einem "Alleinherrscher" Hecking, sondern die Aufgaben auf mindestens zwei Schultern verteilen.

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Arminia Bielefeld (14., 14 Punkte, 15:27 Tore)

Form: In zwei Tests gab's einen Sieg (1:0 gegen Fürth) und ein Remis (2:2 gegen Werder II). Mit einem Paukenschlag endete die Testspielrunde: Mit 5:0 gewann die Arminia beim ewigen Rivalen Osnabrück.

Personal: Im Trainingslager in Spanien gab es kaum Ausfälle zu beklagen, das Gros der Mannschaft blieb von Verletzungen verschont. "Alle haben sehr ordentlich mitgezogen, damit bin ich zufrieden", meinte Trainer Frontzeck.

Bielefelds Lebensversicherung Wichniarek ist wieder fit und trainiert mit der Mannschaft. Zuletzt litt der Pole an muskulären Problemen. Das Leihgeschäft mit Munteanu bietet der Arminia im Angriff ein paar Variationsmöglichkeiten.

Situation: 30,2 Prozent der Fans in Deutschland glauben an einen Abstieg der Armina. Die Verantwortlichen der Ostwestfalen bleiben aber gewohnt ruhig - vielleicht auch auf Grund der Tatsache, dass Energie Cottbus (47,7 Prozent) und Borussia Mönchengladbach (31,3) in der Umfrage noch schlechter abschnitten...

Karlsruher SC (15., 13 Punkte, 15:32 Tore)

Form: Die Testspiele waren durchwachsen. Von einem 5:0 (gegen Drittligist Aalen) bis zum 0:2 gegen Zweitligist Ingolstadt war alles dabei. Zuletzt siegte der KSC immerhin gegen den Club mit 3:2. Doch im DFB-Pokal-Achtelfinale der Rückfall: Ohne zündende Ideen nach vorne und schwachem Zweikampfverhalten verlor der KSC gegen den Zweitliga-17. SV Wehen mit 0:1 - ein Armutszeugnis kurz vor dem Bundesligastart.

Personal: Das große Plus im Abstiegskampf im Vergleich zur Konkurrenz. Mit Federico und Engelhardt hat der KSC zwei enorm wichtige Figuren zurückgeholt.

Durch Federico - in der Aufstiegssaison noch Zweitligatorschützenkönig - soll das Hauptproblem im Sturm behoben werden. Engelhardt muss in der Mittelfeldzentrale für Stabilität sorgen.

Einziger Wermutstropfen ist die hartnäckige Verletzung (Fersenödem) von Abwehrchef Franz. Der Kapitän wird am Donnerstag operiert und fällt definitiv gegen den VfL Bochum aus. Dafür hat KSC-Manager Rolf Dohmen für Ersatz gesorgt: Dino Drpic kommt auf Leihbasis bis zum Saisonende von Dinamo Zagreb. Der kroatische Innenverteidiger soll die Lücke, die Maik Franz hinterlässt, schließen.

Situation: Den Badenern bietet sich eine recht neue Ausgangslage. "Es ist etwas neues für mich, gegen den Abstiegs zu spielen", sagt Federico.

Die unbeschwerten Zeiten unter Trainer Becker sind definitiv vorbei, erbarmungsloser Abstiegskampf steht auf dem Programm. Den will der KSC anders als in so mancher Partie der Hinrunde auch annehmen. "Ich glaube, dass jeder in der Mannschaft jetzt einen Schritt nach vorne machen muss", sagt Engelhardt. Im Pokalspiel gegen Wehen war davon noch nicht viel zu sehen. Eine Leistungssteigerung muss definitiv her.

Energie Cottbus (16., 13 Punkte, 12:29 Tore)

Form: Die Testspiele waren wie eine Achterbahnfahrt. Auf der einen Seite war ein 10:1-Kantersieg gegen eine bessere A-Jugend von Omonia Nikosia und das 4:0 gegen den Chemnitzer FC. Auf der anderen Seite gab es gegen die Zweitligisten Aachen (2:2) und Kaiserslautern (1:2) keinen Sieg.

Im DFB-Pokal gab es gleich mal eine Lehrstunde in Leverkusen. Gegen Bayer sah man überhaupt kein Land und war mit 1:3 noch gut bedient. Erschreckend: die schwache kämpferische Leistung der Mannschaft.

Personal: Gleich dreimal schlug Energie auf dem Transfermarkt zu. Adi (aus Kärnten) und Nils Petersen (Jena) sollen die Sturmmisere beheben. Jan Rajnoch (von Mlada Boleslav ausgeliehen) gilt als Defensiv-Allrounder.

Störenfried Mitreski wurde ausgeliehen, der Streit mit den beiden Bulgaren Rangelov und Angelov beigelegt. Allerdings ist Angelov (Leistenbeschwerden) ebenso angeschlagen wie Kukielka (Schulterverletzung)

Situation: Die Abschlussschwäche ist der Schlüssel zum Klassenerhalt. Zwölf erzielte Tore aus 17 Spielen sind definitiv zu wenig. Insofern machen die Verpflichtungen von Trainer Prasnikar Sinn.

Von den üblen Umfragewerten lässt sich Prasnikar nicht schocken. Im Gegenteil: "Wir sind doch in jeder Prognose erster Absteiger. Der Klassenerhalt wäre etwas Ungewöhnliches. Ich bin davon überzeugt, dass uns wie im Vorjahr wieder die Überraschung gelingen kann."

Wer rettet sich und wer steigt ab? Jetzt unterwegs top-informiert sein!

VfL Bochum (17., 11 Punkte, 19:30 Tore)

Form: Einem Sieg gegen Bundesliga-Spitzenreiter Hoffenheim (2:0) folgte eine Niederlage gegen den FSV Frankfurt (0:1) - und die sind Letzter der 2. Liga.

Personal: Der Kapitän wurde von Bord gegangen: Zdebel wechselte nach einigen Querelen zu Bayer Leverkusen. Das darf als Sieg für Trainer Koller verbucht werden.

Der hat es zudem auch noch geschafft, mit Klimowicz einen erfahrenen Torjäger für relativ kleines Geld aus Dortmund loszueisen (350.000 Euro).

Und noch ein positives Signal für Koller: Keiner seiner wichtigen Spieler hat die Vorbereitung verpasst. Alle sind fit und fiebern dem Sechs-Punkte-Spiel gegen den KSC entgegen.

Situation: Nach dem "Sieg" im Privatduell gegen Zdebel hat Trainer Koller einen Brandherd zwar beseitigt - steht dadurch aber gleichzeitig bei den Fans auch unter ganz besonderer Beobachtung. Das erste Spiel gegen den KSC wird für den Schweizer richtungweisend. Eine Niederlage und die Unruhe ist nach 90 Minuten gleich wieder greifbar.

Borussia Mönchengladbach (18., 11 Punkte, 18:35 Tore)

Form: Die Vorbereitung verlief gelinde gesagt schleppend. Zugang Dante verletzte sich (Muskelfaserriss), von fünf Testspielen gingen drei zum Teil klar verloren. Neu-Keeper Bailly wirkt noch nicht sattelfest. Immerhin gab es im letzten Testspiel gegen Mlada Boleslav einen 1:0-Sieg.

Personal: In Gladbach wurde fleißig rotiert. Drei gingen, vier kamen. Unterm Strich kann man wohl sagen, dass sich die Borussia verstärkt hat. Trainer Meyer vertraut dabei einer Mischung aus erfahrenen (Galasek, Stalteri) und unerfahrenen Spielern (Bailly, Dante).

Besonderes Augenmerk legte Meyer dabei auf die löchrige Defensive. Alle Zugänge sind Defensivspezialisten. Im Gegenzug wurden mit Rösler und Voigt längst aussortierte Spieler abgegeben. Svärd ist an Hansa Rostock ausgeliehen.

Situation: Meyer setzt alles auf eine Karte und die heißt: Runderneuerung. Alle Zugänge des großen Faceliftings dürfen als gesetzt gelten. Nimmt man den Langzeitverletzten Neuville dazu, der zuletzt nur noch auf der Bank saß und jetzt ins Team drängt, wäre fast die halbe Mannschaft neu.

Die Situation im Tabellenkeller

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