Playstation zocken war gestern

Von Thomas Gaber
Mittwoch, 21.01.2009 | 00:01 Uhr
Piotr Trochowski übt Freistöße. HSV-Trainer Martin Jol ist interessierter Beobachter
© Imago
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Mit dem Anspruch, jeden Spieler jeden Tag besser zu machen, trat Jürgen Klinsmann im Juli 2008 seinen Dienst als Trainer des FC Bayern München an. Keine revolutionäre Neuigkeit, doch Klinsmann wiederholte permanent, worum es ihm neben dem Gewinnen von Trophäen primär ging.

Mit dem Anspruch, jeden Spieler jeden Tag besser zu machen, trat Jürgen Klinsmann im Juli 2008 seinen Dienst als Trainer des FC Bayern München an.

Keine revolutionäre Neuigkeit, doch Klinsmann wiederholte permanent, worum es ihm neben dem Gewinnen von Trophäen primär geht.

Körper als Kapital

Schon als Bundestrainer war Klinsmann individueller Fortschritt heilig. Nach einem vielversprechenden Confed Cup 2005 wurde jeder Spieler mit einem Fitness-Handbuch in den Urlaub verabschiedet. Klinsmann verlangte körperliche Basisarbeit, nur wer bereit war, Defizite individuell aufzuholen, durfte sich Hoffnungen auf einen Platz im WM-Kader machen.  

"Wenn einer glaubt, es reicht, zu uns zu kommen und nur seine Arbeit zu machen, dann muss man klar sagen: Das wird nicht reichen", erklärte Klinsi damals.

Seitdem hat sich eine Generation von Spielern entwickelt, die ihren Körper als Kapital begreifen und sich selbst als Firma. Sie interessieren sich plötzlich für Leistungsdiagnostik, Verletzungsprophylaxe und Ernährungsregeln.

Die Zeiten des "Herumlungerns" auf der Couch mit intensiver Betätigung der Playstation-Joypads nach maximal eineinhalb Stunden Training am Tag sind passé. Die Spieler verstehen sich mittlerweile als Vollzeitathleten.

Hitzlsperger engagiert Privattrainer

Einer davon ist Thomas Hitzlsperger. Der Kapitän des VfB Stuttgart hat schon als kleiner Junge den Ball pausenlos gegen die Wand eines Getreidesilos gedroschen. Wenn er schlecht zielte, landete der Ball in einem Bach. John Gregory, einer seiner Trainer in England, meinte, Hitzlsperger könnte mit seinem präzisen linken Fuß "eine Dose Bohnen aufschießen".  

"Ich will gut sein, und ich weiß, dass es nicht von selbst passiert", sagt Hitzlsperger. Er engagierte einen Privattrainer zur Verbesserung der Ausdauer und einen Sprinttrainer, mit dem er an Bodenkontaktzeiten und Schrittlängen arbeitete.

Hitzlsperger hat sich zu Hause Geräte installieren lassen, mit denen er die Muskulatur um die Fußgelenke stärkt: einen Kreisel mit einer Plattform darauf zum Balancieren. Er steht mit geschlossenen Augen auf einem Bein, mit dem anderen jongliert er einen Ball.

Extraschichten für Kringe und Trotsche

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat vorgerechnet, dass Spieler die Extra-Schichten einlegen, gegenüber 80 Prozent der "Untätigen" im Vorteil sind. "Nicht jeder hat ein von Gott gegebenes Talent wie Lionel Messi. Die meisten Spieler müssen jeden Tag an sich arbeiten, um ihr höchstes Level zu erreichen", sagt Klopp.

Sein Schützling Florian Kringe schnappt sich nach fast jedem Training das Ballnetz und schießt aus allen Lagen aufs Tor, mal mit, mal ohne Kastenhüter. Kringe ist einer der wenigen Spieler in der Bundesliga, die mit beiden Füßen vernünftig schießen können. "Er ist der stärkste beidfüßige Spieler seit Andreas Brehme", sagt Klopp.

Auch Hamburgs Piotr Trochowski übt oft bei Einbruch der Dunkelheit Fernschüsse. Die Extraschichten fruchten, Trochowski hat für den HSV und die deutsche Nationalmannschaft einige sehenswerte Treffer aus der Distanz erzielt.

Obasi lernt schießen, Compper flanken

Chinedu Obasi hat da großen Nachholbedarf. Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick bemängelte in der "Süddeutschen Zeitung" die Schussqualitäten des Nigerianers vom Boden. "Er verarbeitet volley fast jeden Ball perfekt, aber wenn er aus 16 Metern flach schießen soll, kommt oft nur einen Kullerball heraus", so Rangnick.

Weil Rasenplätze in Obasis Heimat Seltenheitswert besitzen, wird dort die Variante Ball aus der Luft bevorzugt. Mit dem neuen Techniktrainer Marcel Lucassen arbeitet Obasi an der Feinabstimmung seiner Schüsse.

Seit er mit Lucassen trainiert, kann Neu-Nationalspieler Marvin Compper vermeiden, dass zwei von drei Flanken hinterm Tor landen. "Lucassen hat mit seinem biomechanisch geschulten Auge gemerkt, dass Marvins Bewegung nicht optimal war, weil er vor dem Flanken zu viel Boden traf", erklärt Rangnick.

Ideen aus dem Ballett-Tanz

Zur besseren Koordinierung ihrer Bewegungen bedienen sich Fußball-Profis sogar Ideen aus dem Ballett-Tanz. Juliu Horvath, Ungar mit deutschen Wurzeln, musste einst seine Karriere wegen einer Wirbelsäulenverletzung beenden.

Auf der Suche nach dem Warum widmete sich Horvath der Akupunktur und der Yoga-Lehre und entwickelte das Bewegungssystem Gyrotonic, dass sich Torhüter wie Timo Hildebrand und Markus Pröll zueigen machten.

Die Gyrotonic Methode verwendet dreidimensionale, in sich geschlossene Bewegungsabläufe. Kraft, Koordination und Beweglichkeit werden gleichzeitig entwickelt, Flexibilität, Vitalität und Dynamik dabei erhöht.

"Man arbeitet mit Seilzügen für die Wirbelsäule und den gesamten Körper. Mit Hilfe von Gyrotonic kann ich mich länger strecken ohne größere Kraftanstrengung", sagt Hildebrand, der die Methode schon seit vier Jahren anwendet.

Wiese orientiert sich neu

Torhüter-Kollege Tim Wiese stand in dieser Zeit meist in der Mucki-Bude. Doch seit letztem Sommer fährt der Kraftprotz aus Bremen eine andere Schiene. Mehrmals wöchentlich legt Wiese 10-15 Kilometer auf dem Laufband oder in der Natur zurück.

"Früher habe ich 100 Kilo gewogen, mittlerweile sind es ungefähr zehn Kilo weniger an Masse. Ich fühle mich leicht wie eine Feder, wesentlich spritziger und beweglicher und bin weniger verletzungsanfällig. Früher schmerzten die Gelenke, jetzt drückt mein Gewicht nicht mehr so drauf", so der Nationaltorhüter.

Auf Salami-Brötchen und Butter-Croissant verzichtet Wiese inzwischen, Müsli mit fettarmer Milch steht auf dem Frühstücksplan, abends kommen Broccoli und Spinat statt Kohlenhydrate auf den Teller.

Im Trainingslager des FC Bayern in Dubai musste Fitness-Cheftrainer Oliver Schmidtlein kaum eingreifen, wenn es um die Ernährung ging. "Die Spieler sind sehr diszipliniert. Nur am ersten Tag musste ich die Köche auffordern, dies und jenes vom Buffet zu entfernen", sagte Schmidtlein im Gespräch mit SPOX.

Der Trend im Fußball geht zur Selbstdisziplin. Das hat noch niemandem geschadet. Und Zeit für Playstation oder Game-Boy bleibt immer noch.

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