Klinsmann kämpft: Hoeneß soll weitermachen

SID
Samstag, 10.01.2009 | 13:37 Uhr
Bayern-Manager Uli Hoeneß (57) machte sich im schönen Dubai viele Gedanken über seine Zukunft
© Getty
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Der Hoeneß-Abschied als Bayern-Manager rückt näher. Ende des Jahres will der 57-Jährige seinen Platz nach 30 Jahren beim FCB räumen und aufhören. Das ist beschlossene Sache. Eigentlich.

Der Bayern-Denker der letzten Jahrzehnte - er lässt es demnächst ruhiger angehen. Zumindest will er sein Büro am 31. Dezember an der Säbener Straße 51 geräumt haben, und stattdessen Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FCB werden. Als Nachfolger von Franz Beckenbauer.

Doch Uli Hoeneß in Alters-Teilzeit? Schwer vorstellbar.

Lahm: "Nicht nur ich sage, dass er bleiben muss"

Hoeneß kämpfte zuletzt jahrelang für den Bau der Allianz-Arena, er holte Super-Stars wie Franck Ribery und Luca Toni nach München, er leitete die Klinsmann-Ära ein. Hoeneß der Bayern-Held. Keiner prägte den Verein so sehr wie er.

Deswegen starten die Bayern jetzt den Kampf um Hoeneß. Sie wollen, dass er bleibt.

So macht sich Jürgen Klinsmann (44) vehement für einen Hoeneß-Verbleib stark. "Für mich ist es nach wie vor der oberste Wunsch, dass er weitermacht. Das habe ich ihm mehrmals gesagt Er ist die Seele des Klubs", sagte der Trainer des deutschen Rekordmeisters Bayern München in einem Interview mit der "tz".

Klinsmann weiter: "Er ist ein Visionär. Und wenn er das Gefühl hat, wir brauchen ihn an Bord - und er weiß von uns, dass wir ihn brauchen - vielleicht bewegt ihn dann das, zwei oder drei Jahre dranzuhängen."

Zuvor hatte bereits Philipp Lahm in der "Sport-Bild" deutlich Stellung bezogen: "Nicht nur ich sage, dass er bleiben muss, ohne ihm etwas vorzuschreiben. Aber alle wissen, dass es nicht gehen würde, wenn er von heute auf morgen aufhören würde.

Klinsmann: Er ist ein Visionär. Wir brauchen ihn

Gleichwohl wissen die Bayern selbst am besten. Einen Hoeneß umzustimmen - das ist die "Mission Impossible".

Hoeneß hat inzwischen eine Manager-Findungskommission installiert - höchstpersönlich will er seinen Nachfolger installieren. Und nur wenige dürfen ihm dabei helfend zur Seite stehen.

Die Suche nach "Hoeneß 2" steht für Hoeneß in diesem Jahr auf Platz eins der To-Do-Liste. Und auf selbiger stehen mittlerweile etliche potenzielle Kandidaten. Doch wer hat das Zeug, den erfolgreichsten Manager der Bundesliga zu beerben? Oliver Kahn? Eher nicht. Der Torwart-Titan wiegelte mit der Aussage, er habe 2009 keine Zeit, ab.

Schindelmeiser, Bierhoff oder Nerlinger?

Werder-Manager Klaus Allofs galt lange Zeit als Wunsch-Nachfolger. Doch auch Allofs hat keine Lust auf Bayern. "Ich habe vor einem Jahr, als es Interesse gab, den Vertrag in Bremen verlängert. Das sagt alles. Die Bayern sind in letzter Zeit auch nicht auf mich zugekommen", so der Sportdirektor gegenüber "Bild".

Nun könnte sich Hoeneß' Findungskommission mit den Namen Jan Schindelmeiser und Oliver Bierhoff beschäftigen. Werden sich die Bayern auch bei ihnen Absagen abholen, spricht einiges dafür, dass Nachwuchsmanager Christian Nerlinger zum Top-Kandidaten erkoren wird.

Der 35-Jährige gilt inzwischen als enger Vertrauter von Hoeneß und kümmert sich um sämtliche Organisationen rund um den Klinsmann-Kader. Für den Ex-Profi spricht die Nähe zum Verein. "Christian Nerlinger macht da schon einige Aufgaben", sagt Franz Beckenbauer und schlägt vor: "Dann holst du eben noch den einen oder anderen Fachmann dazu."

Sollte Hoeneß dem Flehen des Vereins Gehör schenken, und doch noch ein paar Jahre dranhängen, dann bleibt die Sache freilich eine One-Man-Show.

Der FC Bayern in der Winterpause

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