
Premiere-Stimmen, 16. Spieltag
Meier: "Das war ein typischer Uli"
Michael Meier weist die Aussage von Uli Hoeneß zurück. Andreas Müller kämpft um seinen Manager-Posten auf Schalke, die Bayern sind nach dem Last-Minute-Sieg über Hoffenheim im Freudentaumel und bei den Bremern herrscht das blanke Entsetzen über die Niederlage und den Ausraster der Stars. Die Premiere-Stimmen zum 16. Bundesliga-Spieltag.
Die Aussage von Bayern-Manager Uli Hoeneß, bezüglich eines möglichen Wechsels von Lukas Podolski nach Köln ("Der 1. FC Köln hat uns ein Angebot gemacht, was unsäglich war"), konterte der Manager der Domstädter nach der Partie der Geißböcke gegen den HSV.

Michael Meier (Manager 1. FC Köln): "Uli Hoeneß muss sich die Frage gefallen lassen, ob der Vertrag, den wir damals 2006 gemacht haben, auch unsäglich war. Dieser Vertrag und im Sinne diesen Vertrages haben wir eine Lösung gefunden, die wir angeboten haben. Wir haben auch klar und deutlich erkennen lassen, dass wir auch bereit sind, im Sinne dieses Vertrages Gespräche zu führen, was er abgelehnt hat. Insofern zeigt er mit dem Finger auf sich selbst. Wenn man eine Wertung vornimmt, dann muss auch der Vertrag 2006 unsäglich gewesen sein. Das ist ein typischer Uli! Wer Uli Hoeneß kennt, der weiß, wie es gemeint war. Er wird uns in diesem Punkt nicht provozieren können."
Stefan Effenberg (Premiere Experte)
... auf die Frage, ob Wolfsburg am Ende der Saison Platz Fünf erreichen kann: "Es wird schwer, zumindest müssen sie ihre Auswärtsschwäche, die sie haben, in der Rückrunde abstellen. Da müssen sie ein paar mehr Punkte holen. Zu Hause ist Wolfsburg eine Macht, keine Frage. Aber es stehen noch Vereine vor ihnen, die auch das Ziel haben und das wird sehr schwer in der Rückrunde, aber auf der anderen Seite auch sehr interessant!"
... über die Leistung der Gladbacher am gestrigen Samstag: "Ich glaube nicht, dass Gladbach einen Kader hat, der bundesligatauglich ist. So langsam kristallisiert sich das heraus!"
... über den Würgegriff von Bremens Diego an KSC- Kapitän Christian Eichner: "Ich denke schon, dass das ein Nachspiel haben wird, zumal er auch Wiederholungstäter ist. Da muss er sich im Griff haben, keine Frage. Da sieht man den Frust, der sich gerade in Bremen abspielt und dass sie überhaupt nicht zufrieden sind mit dem, was sie leisten. Thomas Schaaf hat es ja gesagt ‚Wir haben zwei Gesichter' - da haben sie wieder das Schlimme gezeigt. So ein Top-Spieler hat es nicht nötig, so zu reagieren!"
Marco Bode (Premiere-Experte)
...zu Schalkes Sieg über Hertha BSC: "Es war ein wichtiges Medikament auf dem Weg zur Besserung."
...zu den Meisterschaftschancen von Hoffenheim: "Es gibt momentan keinerlei Anzeichen, dass sie einbrechen könnten. Ihr Erfolg beruht nicht auf der Euphorie des Aufstiegs, sondern auf Substanz im Kader und im Umfeld. Es kommt drauf an, wie sie aus der Winterpause kommen."
...zu den turbulenten Szenen am Ende des Spiels Karlsruhe gegen Bremen: "Claudio (Pizarro) muss sich besser im Griff haben. Aber was Diego macht, ist noch viel schlimmer. Da hätte man Rot geben können."
1. FC Köln - Hamburger SV
Milivoje Novakovic (1. FC Köln): "Ich verstehe das nicht. Wir arbeiten die Woche über jeden Tag und im Spiel können wir dann nur so wenig umsetzen. Aber wir werden uns weiter verbessern und in der Zukunft sicher auch besser spielen. Dann werden wir nicht mehr solche Tore bekommen, wie bisher."
Martin Jol (Trainer Hamburger SV): "In der ersten Halbzeit haben wir das hervorragend gemacht, aber es tut mir leid: Wir hätten in der zweiten Halbzeit auch noch drei oder vier Tore machen müssen! Und dass das am Ende noch ein Zitterspiel geworden ist, ist fast unglaublich!"
Dietmar Beiersdorfer (Sportlicher Leiter Hamburger SV)
... über eine mögliche Vertragsverlängerung von Ivica Olic: "Ivica ist ein Musterprofi, der alles gibt für seine Klubs und auch viele der entscheidenden Tore geschossen hat. Wir sind dabei, wir würden ihn gerne bei uns in Hamburg behalten. Der Vertrag läuft aus, deshalb sind auch andere größere Klubs interessiert. Ich denke, dass dieses Jahr auch noch eine Entscheidung fallen wird."
Piotr Trochowski (Hamburger SV): "Auch in der Vergangenheit war es schon unser großes Manko, dass wir zu viele Torchancen vergeben. Wir müssen einfach eiskalter werden."
VfL Wolfsburg - Hannover 96
Cristian Zaccardo (VfL Wolfsburg): "Ein perfektes Ergebnis für uns! Wir sind zufrieden und ich bin froh, weil ich ein Tor geschossen habe!"
... über die Ziele mit dem VfL Wolfsburg für die Rückrunde: "Wir versuchen, das zu wiederholen, was die Wolfsburger Mannschaft in der vergangenen Saison geschafft hat - den fünften Platz zu erreichen!"
Dieter Hecking (Trainer Hannover 96): "In der zweiten Halbzeit muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen, da hat sie alles probiert."
... zum Foul von Fromlowitz: "Es ist keine Berührung da, also ist das kein Elfmeter. Es ist wirklich bitter, Florian fehlt wohl jetzt auch gegen Bielefeld, von daher machen wir dieses Jahr alles mit."
Jan Rosenthal (Hannover 96): "In der Bundesliga stand ich noch nie im Tor. Ich bin in der A-Jugend mal ersatzweise beim Hallenturnier ins Tor gegangen. Aber heute war es eine durchaus bittere Niederlage. Ich weiß nicht, ob das ein Elfer war. Letztendlich haben wir 1:2 verloren. Ich hatte gehofft, die Mannschaft am Spiel zu erhalten - es hat nichts geholfen!
... über seine Chancen nächstes Spiel wieder im Tor zu stehen: "Ich denke, wir haben mit Morten Jensen einen guten dritten Torwart!"
Schalke 04 - Hertha BSC Berlin
Andreas Müller (Manager Schalke 04): "Die Mannschaft hat sich reingekniet und in der zweiten Halbzeit das Glück durch den absoluten Schalker Gerald Asamoah erzwungen."
...zur Kritik an seiner Personalpolitik: "Ich muss mir den Vorwurf machen, dass ich nicht früh genug gegen den Schneeball mit den Wintereinkäufen von mir angetreten bin, der sich jetzt zur Lawine entwickelt hat. Mit dem einen oder anderen Spieler kann man immer mal falsch liegen. Das muss ich mir ankreiden lassen, keine Frage. Das Gesamtkonzept in den letzten zwei, drei Jahren hat aber gepasst."
...zu seiner Zukunft: "Er (Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies) hat uns in einem Gespräch ganz glaubhaft versichert, dass wir die Situation gemeinsam durchstehen. Er hat uns ganz klar Rückendeckung gegeben. Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass ich auch nach der Winterpause noch Manager sein werde."
...zur Zukunft von Trainer Fred Rutten: "Er ist genau der richtige Mann für die nächsten Jahre hier auf Schalke. Er kommt in der Öffentlichkeit nicht so rüber, wie er tatsächlich ist. Er ist ein absoluter Disziplinfanatiker, er hat sehr viel Fachkompetenz und er ist eine Persönlichkeit."
...zur fehlenden Kreativität des Mittelfeldes: "Ich denke, dass wir mit unserem Trainer bis zum heutigen Zeitpunkt versucht haben, unsere Mannschaft insgesamt zu verbessern. Wir haben schon viele Spiele gesehen, in denen die Mannschaft sehr guten Fußball gezeigt und Tore aus dem Spiel heraus erzielt hat, nachdem uns alle immer vorgeworfen haben, wir würden nur durch Standardsituationen zu Toren kommen. Aber uns fehlt die Konstanz."
...zur Brandrede unter der Woche: "Es war mal Zeit, Klartext zu reden. Ich war in den letzten Jahren immer sehr loyal zu vielen Leute, zu ehemaligen Mitarbeitern im gesamten Umfeld. Ich war als Spieler immer ein Kämpfer und habe mich nie beirren lassen. Und ich werde diesen Weg auch jetzt gehen. Ich werde kämpfen, ich werde fighten."
Clemens Tönnies (Aufsichtsratsvorsitzender Schalke 04): "Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Ich denke, der Knoten ist durchgehauen."
...zur Zukunft der sportlichen Führung: "Fred Rutten ist in keiner Weise in der Diskussion. Andi Müller hat in der letzten Zeit viel mitgemacht. Wir stärken ihm den Rücken. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Andi noch eine gute Zukunft haben wird auf Schalke. Erst wenn die totale Erfolglosigkeit Einzug hält, was ich garantiert nicht glaube, müssen wir handeln. Aber auch erst dann."
Fred Rutten (Trainer Schalke 04): "Das war ein besonderes Spiel. Der Wille in der Mannschaft ist da. Wir haben heute einen verdienten Sieg eingefahren, ordentlich gespielt und viele Chancen herausgespielt. Wir müssen aber mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Dieser Sieg bringt uns keine Garantie für die nächsten Spiele."
Gerald Asamoah (Schalke 04): "Es war ein sehr wichtiges Tor für mich heute. Wir wissen, dass wir in den letzten Wochen nicht gut gespielt und auch ein paar Chancen versiebt haben. Heute war es wichtig, dass wir vorne ein Tor machen und hinten zu Null spielen. Wir haben super gekämpft und können jetzt selbstbewusster nach Hoffenheim fahren..."
Arne Friedrich (Hertha BSC): "So etwas passiert. In den 90 Minuten hatte Schalke viel mehr vom Spiel. Von uns war es insgesamt zu wenig. Wir hatten ein relativ schlechtes Raumverhalten und wir hätten mehr investieren müssen."
Karlsruher SC - Werder Bremen
Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen): "Ich weiß, dass wir zwei Gesichter haben: Dass wir Top-Leistungen abrufen können, aber dass wir auch grausam spielen können wie heute."
...zu den Gründen für die Niederlage: "Dass man denkt, dass es nach der Leistung in Frankfurt so weiter geht, aber dann nicht der Einsatz und Wille da sind, die Meter zu machen. Das haben wir schon oft angesprochen."
Frank Baumann (Werder Bremen): "Das Schlimme ist, dass es nicht das erste Mal in dieser Saison war, sondern wir schon häufiger solche Situationen hatten: Dass wir nach guten Spielen Probleme im nächsten haben. Mittlerweile muss man sagen, dass es kein Zufall ist."
Christian Eichner (Karlsruher SC): "Es hat ein bisschen gedauert, bis in Karlsruhe jeder gemerkt hat, worum es in dieser Saison gehen wird. Wir mussten Tabellenletzter werden, damit es auch der Letzte verstanden hat. Auch die Mannschaft hat ein wenig gebraucht, aber inzwischen haben wir kapiert, um was es geht. Ich kann jedem einzelnen Zuschauer garantieren, dass wir das zurückgeben wollen, was er in uns investiert hat."
Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen
Hans Meyer (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Ich habe nach acht Spielen heute unser bestes Spiel gesehen. Wir hatten bislang kaum Torchancen, heute hatten wir Möglichkeiten, dem Spiel noch eine richtige Wende zu geben."

...zu den Perspektiven im Kampf um den Klassenverbleib: "Momentan sieht es sehr düster aus. Ich habe nirgendwo einen Garantieschein drangehängt, dass wir in der Klasse drin bleiben. Wenn wir weiter so dran bleiben, im Winter ein oder zwei Spieler nachlegen und in der Vorbereitung ordentlich arbeiten, dann hoffe ich, dass alle im Stadion demnächst noch einmal hoffen dürfen.
Stefan Kießling (Bayer 04 Leverkusen): "Wir wussten, dass die letzten beiden Spiele nicht unsere besten waren. Vielleicht tut es auch gut zu sehen, wenn es mal nicht so läuft. Daraus lernt man einfach. Heute hat man gesehen, dass man auch über den Kampf ein Spiel gewinnen kann."
Eintracht Frankfurt - VfL Bochum
Friedhelm Funkel (Trainer Eintracht Frankfurt): "Wir haben in der ersten Halbzeit ganz schlechten Fußball gespielt und wir können Gott danken, dass wir 2:0 geführt haben. Erst nach der Halbzeit, nachdem ich ein paar deutliche Worte gefunden und ein wenig umgestellt habe, hat die Mannschaft das gezeigt, was ich von ihr erwarte." Über die Zukunft: "Wir wissen, dass wir nicht jedes Spiel so hoch gewinnen können. Aber wir werden in den nächsten Wochen auch nicht jedes Spiel so hoch verlieren."
Thomas Ernst (Manager VfL Bochum): "Das ist in unserer Situation ein ganz schön schwer zu verdauender Hammer. Ich hoffe, dass die Mannschaft über die Woche entsprechend aufsteht und die richtigen Schlüsse zieht und einen halbwegs versöhnlichen Abschluss am kommenden Samstag packt."
...zur Zukunft von Trainer Marcel Koller: "Die Trainerfrage stellt sich aktuell immer noch nicht, wenn man sieht, wie die Mannschaft alles probiert und gegeben hat. Es hat dann aber hinten und vorne nicht gelangt mit zehn Mann."
Energie Cottbus - VfB Stuttgart
Markus Babbel (Teamchef VfB Stuttgart): "Mich hat es gefreut, dass die Mannschaft diese Leidenschaft umgesetzt hat, die ich auf dem Platz sehen will. Das hat sie zu 100 Prozent rübergebracht durch ihre spielerische Klasse, aber auch durch den Fight, den sie gesucht und angenommen hat."
Roberto Hilbert (VfB Stuttgart): "Mein einer Schuh war schon kaputt und dann war der andere auch noch defekt. Da musste ich spontan die Schuhe von Christian Träsch anziehen. Er hat zwar eine halbe Nummer kleiner als ich, aber das hat gerade noch so gepasst."
Bayern München - 1899 Hoffenheim
Stefan Effenberg (Premiere-Experte): "Typisch Bayern. Es war ein offenes Spiel und eigentlich hatte das Spiel keinen Sieger verdient. Insgesamt ein glücklicher Sieg der Bayern. Die bessere Mannschaft in der Bundesliga ist für mich aber die, die in der Tabelle vorne steht und das ist nach wie vor Hoffenheim."
Jürgen Klinsmann (Trainer Bayern München): "Es war ein sehr spannendes, hart geführtes Spiel. Dass wir am Ende der Sieger sind, ist natürlich super. Hoffenheim war die beste Mannschaft, die in der Bundesliga bisher in der Allianz-Arena gespielt hat. Sie stehen ja aber auch nicht zu unrecht da oben. Wir wussten vorher, dass viel Arbeit auf uns zukommen wird. Nach dem 1:1 hatten wir aber genügend Chancen, schon vor Tonis Last-Minute-Treffer das 2:1 zu erzielen."
... zum möglichen Foul vor dem 0:1: "Der Schiedsrichter hat den Schubser an Massimo Oddo nicht gesehen, oder nicht richtig beurteilt. Dann liegst du 0:1 hinten und musst halt umso mehr arbeiten."
Philipp Lahm (Bayern München): "Nach dem Rückstand haben wir nicht aufgesteckt und alle im Team Verantwortung übernommen. Dadurch haben wir uns viele Chancen erarbeitet. Wir hätten aber etwas defensiver auftreten müssen, da wir zu viele Chancen zugelassen haben. Insgesamt war das Spiel zu offen. Mit Leverkusen sind die Hoffenheimer sicher der härteste Gegner und sie stehen nicht zu unrecht da oben. Aber jetzt haben wir drei Punkte gegen sie eingefahren, was verdammt wichtig war."
Mark van Bommel (Bayern München): "Es war ein richtiges Spitzenspiel, dass durch Kleinigkeiten entschieden werden kann. Das sieht man bei unserem Siegtor: Es war eigentlich gar keine richtige Chance. Aus dem Nichts bekommt Luca den Ball vor die Füße und schießt das Tor. Beide Teams haben versucht zu gewinnen. Salihovic muss aber eigentlich vorher das 1:2 schießen und dann ist es vorbei."
Vedad Ibisevic (1899 Hoffenheim): "Wir haben sehr viel investiert und am Ende bekommen wir dafür nichts. Das ist schade. Ich finde diesen Sieg einfach unverdient. Wir müssen schnell lernen, dass man solche Spiele nicht verlieren darf. In der zweiten Halbzeit haben wir aufgrund des Drucks der Bayern tiefer gestanden, aber immer noch viele Räume nach vorne gehabt."
... zu seinem Tor: "Es ist normal, dass man sich im Sechzehner Platz verschaffen muss und das habe ich gemacht. Es war auf keinen Fall ein Foul. Das Tor war gut, aber wir haben verloren und nur das zählt."
Ralf Rangnick (Trainer 1899 Hoffenheim): "Das Ergebnis ist natürlich extrem bitter für uns. Ich denke, ein Unentschieden hätten wir absolut verdient gehabt. Wenn überhaupt, dann waren wir sogar dem 2:1 näher als die Bayern. Wir hatten durch Sejad Salihovic noch eine Riesenchance zum 2:1 in der 87. Minute. Aber wenn man dann in der 91. Minute das Spiel so verliert, ist das brutal."
Bundesliga: Der 16. Spieltag im Überblick































