Präsident Königs warnt vor der Finanzkrise

SID
Mittwoch, 19.11.2008 | 15:30 Uhr
Die Macher bei Borussia M'gladbach: Hans Meier (li.) und Rolf Königs
© Getty
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Rolf Königs hebt warnend den Zeigefinger. "Die Krise wird nicht vor den Stadiontoren halt machen. Spannend wird es in der nächsten Sommerpause, wenn der Dauerkartenverkauf für die Saison 2009/2010 beginnt und neue Sponsoring-Verträge abgeschlossen werden", sagt der Präsident von Borussia Mönchengladbach im Interview mit dem sid.

Der 67-jährige Königs kennt sich als Unternehmer, er ist Eigentümer von 86 Firmen in 22 Ländern, die Autositze herstellen, auch in der Wirtschaftswelt bestens aus. Er befürchtet Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise auch auf den deutschen Profi-Fußball.

Wenn keine Autos mehr gebaut werden, leiden auch seine Firmen unter der Krise. Eine Schweizer Studie besagt, dass es im Sponsoring-Bereich für Sport und Kultur aufgrund der Wirtschaftskrise einen Rückgang der zur Verfügung stehenden Gelder um 25 Prozent geben wird.

Rückgang der zur Verfügung stehenden Gelder

Fachmann Königs: "Ich halte das als Durchschnittswert für eine realistische Schätzung." Gleichzeitig geht Königs ("Aus der Bankenkrise ist eine Wirtschaftskrise geworden") davon aus, dass der Fußball nicht zu sehr leiden wird, weil "Bundesligafußball nicht an seinem Stellenwert verlieren wird".

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Und außerdem: "Zunächst einmal glaube ich grundsätzlich, dass in Zeiten der Krise die Sehnsucht nach Fußball noch wächst."

Keine Eintrittspreise wie in Italien oder England

Für seinen Verein Borussia Mönchengladbach schließt der Chef der Firma AUNDE kategorisch aus, von der Krise profitieren zu wollen: "Wir müssen heute nicht zu Banken laufen, die an der Krise noch verdienen, indem sie mittelständischen Unternehmen hohe Zinsen abverlangen, falls sie überhaupt Geld gewähren. Ich weiß, dass gerade in Mönchengladbach Fußball bezahlbar bleiben muss. Wir werden bei den Eintrittspreisen keine Verhältnisse wie in England oder Italien zulassen."

Bleiben die heiß diskutierten Fragen der 50+1 und der 6+5-Regelung. Im ersten Fall - Mehrheitsbesitz des Vereins an der ausgelagerten Profiabteilung - ist der erfolgreiche Unternehmer (Umsatz knapp zwei Milliarden Euro) kategorisch.

"Ich bin ein überzeugter Kämpfer für die 50+1-Regelung. Ich unterstütze sie ohne Einschränkung. Borussia hat von Michael Kölmel vor Jahren die Fernsehrechte zurückgekauft. Alle Rechte gehören inzwischen uns, dem Verein. Kein Recht im Stadion ist verkauft. Wir wollen behalten, was uns gehört."

Gladbach will 6+5-Regelung mittelfristig umsetzen

Und was die Blattersche Vision von sechs für den jeweiligen Nationalverband einsatzberechtigten Spielern bei Anpfiff auf dem Terrain betrifft, meint Königs: "Wir bei Borussia versuchen, dies mittelfristig umzusetzen. Bei unserem Sieg in Bielefeld waren sechs Spieler unter 21 Jahre alt und vier davon kamen von der Borussia. Die Deutsche Fußball Liga will nicht, dass die Tabelle der Vereine betreffend der Qualität der Ausbildungszentren veröffentlicht wird, aber ich möchte schon erwähnen dürfen, dass wir in der Spitzengruppe liegen. Kurzum: Wenn Ausbildung belohnt wird und sich das Zukaufen von Stars nur noch bedingt lohnt, weil ihre Einsatzchance begrenzt wird, halte ich das sportlich und zur Erhaltung eines fairen Wettbewerbs für wünschenswert. Gerade für kleinere Vereine."

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