"Wir können auch aggressiv"

Von Für SPOX in Köln: Markus Hoffmann
Sonntag, 23.11.2008 | 15:09 Uhr
Hoffenheims Kapitän Marvin Compper ist seit Mittwoch deutscher Nationalspieler
© Getty
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Für Marvin Compper und Tobias Weis hätte die Woche nicht besser laufen können: Erst durften sie beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England (1:2) in Berlin dabei sein, am Wochenende fuhren sie mit 1899 Hoffenheim dann einen 3:1-Sieg beim 1. FC Köln ein und holten sich die Tabellenführung in der Bundesliga zurück.

Nach dem Spiel sprachen die DFB-Neulinge über den hart erkämpften Sieg beim Mit-Aufsteiger, die unheimliche Entwicklung in Hoffenheim und den Torriecher von Vedad Ibisevic.

Frage: Zuerst die Nationalmannschaftsnominierung, nun der Sieg gegen Köln. Eine überragende Woche für Sie beide, oder?

Marvin Compper: Das kann man so sagen. Das Ergebnis im Länderspiel war nicht so schön, aber das Erlebnis an sich war toll.

Frage: Hat Sie die Länderspielnominierung selbstbewusster gemacht?

Compper: Logisch motiviert das noch einmal mehr. Der Verein ist ja die Basis für diese Nominierung und da möchte man auch voran gehen und anführen. Ich denke, Tobias und mir ist es hier in Köln super gelungen.

Frage: Herr Weis, waren Sie enttäuscht, dass Sie im Länderspiel nicht zum Einsatz gekommen sind?

Tobias Weis: Was heißt enttäuscht - erstmal habe ich mich riesig über die Einladung gefreut. Ich habe in den vier spannenden Tagen sehr viel dazu gelernt. Ich werde weiter hart an mir arbeiten und hoffe natürlich, in Zukunft wieder mal eingeladen zu werden.

Frage: 31 Punkte, Platz eins - Hoffenheim winkt die Herbstmeisterschaft.

Weis: Herbstmeister oder nicht - das ist alles uninteressant. Wichtig ist, was am Ende der Saison herauskommt. Warten wir mal ab.

Compper: Es ist doch so: Mit 31 Punkten hat noch nie jemand etwas erreicht. Die Tabelle ist für mich immer noch ein Muster ohne Wert. Es bringt uns nichts, zu weit in die Zukunft zu schauen.

Frage: Wie sind Sie mit der hitzigen Atmosphäre in Köln zu gekommen?

Compper: Das ist wirklich ein heißes Pflaster, hier sind schon ganz andere Mannschaften gescheitert. Köln ist zu Hause sehr schwer zu schlagen, aber wir sind cool geblieben.

Weis: Wir wussten, dass uns ein Kampfspiel erwartet. Solche Spiele muss man erstmal gewinnen und wir haben verdient gewonnen. Letzte Saison haben wir zweimal gegen Köln verloren, das sollte uns nicht noch einmal passieren. Deshalb haben wir uns am Vormittag auch noch ein Video davon angeschaut, und gesehen, was damals ablief. Danach waren wir extrem heiß und wollten gleich auf den Platz.

Frage: War es eine spezielle Vorgabe vom Trainer, über den Kampf ins Spiel zu finden?

Weis: Ja, wir wollten den Kampf annehmen. Wie man gesehen hat, können wir auch dann bestehen, wenn es spielerisch nicht so überragend läuft.

Frage: Zwölf Minuten vor dem Ende wurde es aber noch einmal spannend.

Compper: Wir hätten schon in der ersten Halbzeit die eine oder andere Konterchance nutzen müssen, die wir nicht gut zu Ende gespielt haben. Da hätte es zur Pause schon 2:0 oder 3:0 stehen können.

Weis: Das 2:1 war natürlich ein blödes Gegentor, weil es abgefälscht war. Da waren die Zuschauer direkt wieder da. Vielleicht hätten wir so ein Spiel letzte Saison noch verloren. Da sind wir jetzt einen großen Schritt weiter.

Frage: Was war diesmal anders als vor einem halben Jahr?

Compper: Das letzte Mal haben wir uns den Schneid abkaufen lassen. Aber aus dieser Niederlage haben wir viel mitgenommen und gelernt. Jetzt sind wir ein halbes Jahr älter und erfahrener. Wir haben vor allem gezeigt, dass wir nicht nur eine Schönspieler-Truppe sind, sondern auch aggressiv, ohne unfair zu werden, dagegen halten können.

Frage: Ein anderes Thema: Vedad Ibisevic trifft derzeit ja, wie er will.

Weis: Ja, Unglaublich. Der kann machen was er will, der steht immer richtig. Er hat einen Lauf, genau wie die ganze Mannschaft.

Compper: Was soll ich sagen? Unfassbar! Er ist momentan eine Klasse für sich. 16 Tore in 14 Spielen, das ist schon Wahnsinn. Er hat momentan diese Unbefangenheit vor dem Tor, er muss einfach nicht nachdenken. Alles, was man ihm vors Tor bringt, geht rein.

Frage: Wandelt er auf den Spuren von Gerd Müller?

Compper: Diesen Vergleich sollte man nicht ziehen - Müller hat schließlich mal 40 Tore in einer Saison gemacht. Aber wenn Vedad so konzentriert weiter arbeitet, wird er noch viele Tore für uns schießen.

Frage: Jetzt geht es zu Hause gegen Bielefeld. Ein leichtes Spiel?

Weis: Das kann ein gefährliches Spiel werden, weil jeder einen Sieg von uns erwartet. Wir müssen zwei gesperrte Spieler ersetzen (Luiz Gustavo und Sejad Salihovic, Anm. d. Red.) und Bielefeld hat Leverkusen geschlagen. Aber trotzdem bin ich zuversichtlich.

Der 14. Spieltag im Überblick

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