Kölns Pedro Geromel im Porträt

Der untypische Brasilianer

Von Andreas Lehner
Donnerstag, 27.11.2008 | 16:03 Uhr
Kölns Pedro Geromel (M.) stand bisher bei allen 14 Spielen 90 Minuten auf dem Platz
© Getty
Advertisement
Premier League
Sa18:30
Meister vs. Tabellenführer: Chelsea - ManCity
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Eredivisie
Alkmaar -
Feyenoord
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru
WC Qualification Europe
Georgien -
Wales
WC Qualification Europe
Italien -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Liechtenstein -
Israel
WC Qualification Europe
Spanien -
Albanien
WC Qualification Europe
Kroatien -
Finnland
WC Qualification Europe
Kosovo -
Ukraine
WC Qualification Europe
Färöer -
Lettland

Zweimal stieg der 1. FC Köln nach einem Aufstieg potwendend wieder ab. Diesmal scheinen die Kölner die richtigen Lehren gezogen zu haben. Mit einer veränderten Transferpolitik haben sie Qualität geholt und sich in der Liga etabliert. Ein Spieler macht besonders auf sich aufmerksam: Pedro Geromel. Er steht für eine Entwicklung beim FC und dient als Prototyp des modernen Verteidigers.

Die Welle der Euphorie hat nun auch Stefan Raab erwischt. Seit einigen Tagen ist der TV-Moderator Mitglied beim 1. FC Köln - das 44.444ste, wie der Verein stolz auf seiner Homepage vermeldete. Und die Zahl steige seither täglich immens an.

Es herrscht wieder Aufbruchsstimmung am Rhein. Doch diesmal nicht verfrüht und unbegründet. Denn der Aufsteiger hat sich in der Liga etabliert, nicht so welterschütternd wie 1899 Hoffenheim, aber doch besser als Borussia Mönchengladbach - was in der Domstadt äußerst wichtig ist - und besser als es viele vor der Saison erwartet hatten.

Investitionen in Qualität

Grund für das gute Abschneiden ist die stabile Defensive, Köln hat die fünftbeste Abwehr der Liga (erst 20 Gegentore), die sich zu einem Großteil aus Neuzugängen zusammensetzt.

Im Vergleich zu den anderen Aufstiegsjahren investierte der FC vermehrt in defensiv denkende Akteure mit hoher Qualität. Allen voran der portugiesische Internationale Petit - und Pedro Geromel.

Geholt wurde der 23-Jährige, der auf Anhieb Kapitän Kevin McKenna in der Innenverteidigung verdrängte, für 2,5 Millionen Euro von Vitoria Guimaraes. Ein stolzer Preis, aber mittlerweile darf der Deal als echtes Schnäppchen gelten.

Bereits nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am 7. Spieltag machte sich Christoph Daum Sorgen, wie man Geromel eigentlich halten solle, da es für diesen Mann nur ein Prädikat gebe: "weltklasse".

Prototyp des modernen Innenverteidigers

Geholt wurde der Innenverteidiger aufgrund seiner ungemein hohen Spielintelligenz, wie Boris Notzon, Leiter des Kölner Sportslabs, SPOX erklärt: "Seine herausragende Stärke ist seine Antizipationsfähigkeit. Er ist ein Spieler, der trotz seines jungen Alters ein Spiel unheimlich gut lesen kann. Er erkennt Situationen und Passwege schon bevor sie entstehen und hat dadurch oft eine bessere Position gegenüber dem Stürmer."

Diese leidvolle Erfahrung mussten schon viele Angreifer in der Liga machen. Durch sein taktisches Geschick und sein starkes Stellungsspiel verliert er nur selten Zweikämpfe. Geromel ist ein Prototyp des modernen Innenverteidigers wie ihn Joachim Löw immer wieder propagiert. Viel vorhersehen, ablaufen, wenig grätschen.

Neben seinem starken Auge kommt ihm auch zugute, dass "er eine sehr gute Spieleröffnung hat, da er technisch sehr stark ist", wie Notzon sagt. Und seine Verbissenheit. Seit Wochen spielt er trotz eines schmerzenden Meniskuseinriss im Knie und wird nebenbei konservativ behandelt. Die fällige Operation hat er in die Winterpause verlegt.

"Pedro hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das kann man ihm gar nicht hoch genug anrechnen", lobte ihn Trainer Daum.

Köln auf den Spuren Leverkusens

Den Kölnern ist mit Geromels Verpflichtung etwas gelungen, was eigentlich eine Domäne des Rheinrivalen Bayer Leverkusen ist - junge Brasilianer entdecken und sie zu internationalen Spitzenspielern formen.

Bayers großes Plus gegenüber anderen deutschen Vereinen war immer die vorbildliche Betreuung der Südamerikaner, die für gewöhnlich schnell an Heimweh leiden.

Auch Geromel wird vom FC fürsorglich umsorgt, aber Anpassungsprobleme gab es für den 23-Jährigen ohnehin nicht, da er bereits mit 17 Jahren nach Europa wechselte und über die zweite portugiesische Liga den Einstieg in den Profifußball schaffte.

Jung, weltoffen, aufgeschlossen

Ohnehin hat Geromel einen für einen brasilianischen Fußballer ungewöhnlichen familiären Hintergrund. Er lernte das Spiel nicht wie so viele in den Favelas, sondern wuchs ähnlich wie Milans Kaka in behüteten, mittelständischen Verhältnissen auf.

Wie schneidet Köln in Berlin ab? Jetzt auch unterwegs top-informiert sein!

"Er ist ein aufgeschlossener, weltoffener, junger Kerl ohne Starallüren, der sich hier schnell und gut eingefügt hat", beschreibt Notzon.

Bester Verteidiger Portugals

So gut, dass er auch schnell wieder weg sein könnte. Noch bevor er zum FC wechselte, wurde er in Portugal zum besten Verteidiger der Saison gewählt. Gut für den FC, dass die Verhandlungen damals schon weit vorangeschritten waren.

Durch ihr Scoutingsystem samt Sportslab war Köln in der besten Position und erhielten am Ende den Zuschlag.

Spätestens nach der Saison dürften zahllose Angebote ins Haus flattern. Michael Meier verweist auf einen bis 2012 datierten Vertrag ohne Ausstiegsklausel, der auch für die 2. Liga Gültigkeit besitzt. Doch über Zweitligafußball müssen sie sich in Köln im Moment keine Gedanken machen.

Kader, Ergebnisse, Presseschau: Alle Infos zum 1. FC Köln

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung