Schaaf: "Es gibt genügend Vollidioten"

SID
Sonntag, 23.11.2008 | 20:37 Uhr
Thomas Schaaf konnte einem müden Kick in Hamburg viel Positives abgewinnen.
© Getty
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Bremen Trainer Thomas Schaaf war trotz der Niederlage zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft, allerdings nicht mit dem Verhalten der gegnerischen Fans. Ivica Olic kann nicht fassen, was er geleistet hat. Und: Bayern-Star Franck Ribery erhält von Premiere-Experte Matthias Sammer das Prädikat: bester Spieler der Welt.

Premiere hat die wichtigsten Protagonisten des 14. Spieltags vors Mikrofon bekommen.

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen):

... über das 1:2 in Hamburg: "Wir haben ein sehr sehr gutes Spiel gesehen, ein sehr sehr gutes Derby. Vom Ergebnis her war es schlecht für uns. Von der Leistung her war es sehr gut, ein wesentlicher Anstieg. Alles, worüber wir in dieser Woche gesprochen haben, haben wir erheblich verbessert. Wir haben von hinten heraus gut kombiniert und hatten im Mittelfeld ein deutliches Übergewicht. Den einzigen Vorwurf, den wir uns machen können, ist, dass wir aus dem Aufwand, den wir betrieben haben, nicht genügend rausgeholt haben, dass wir das Tor nicht gemacht haben. Der Abschluss war nicht so, wie er hätte sein können."

... über den Siegtreffer von Hamburgs Ivica Olic: "Ein Sonntagsschuss, ein Traumtor, leider. Wir wissen, dass er mutig ist, dass er den Abschluss sucht und solche Dinger mal trifft. Da müssen wir dagegen halten und Olic stellen."

... über den Batterie-Wurf gegen Frank Baumann: "Es gibt immer noch genügend Vollidioten. Anders kann man das nicht nennen."

Premiere-Experte Marco Bode:

... über das Hamburgs 2:1 gegen Bremen: "Es war wie erwartet. In einem Derby steht die Leidenschaft und Engagement im Vordergrund. Auf so einem Platz sind spielerische Höhepunkte nicht zu erwarten."

... über den neunten Tabellenplatz seines Ex-Vereins Bremen: "Es ist eine gefährliche Situation. Man steht im luftleeren Raum. Jetzt heißt es auch, die Nerven behalten."

Martin Jol (Trainer Hamburger SV):

... über das 2:1 gegen Bremen: "Normalerweise will man mehr Kontrolle, wenn man zuhause spielt. In den ersten zehn Minuten haben wir gut angefangen, dann war Werder besser. In der zweiten Halbzeit war das Einzige, was wir machen konnten, mit Leidenschaft kämpfen. Wenn man so ein Tor schießt wie Olic aus dem Nichts, dann kann ich nicht sagen, dass es verdient war. Ich bin aber sehr zufrieden und glücklich."

Ivica Olic (Hamburger SV):

... über sein Traumtor zum 2:1 gegen Bremen: "Ich war auch ein bisschen überrascht. Ich wollte den Ball nur gut treffen, damit er nicht über das Tor geht. Das war bis jetzt mein schönstes Tor."

Klaus Allofs (Manager Werder Bremen):

... über das 1:2 in Hamburg: "Ich habe ein gutes Bremer Spiel gesehen. Wir waren dem 2:1 näher als der HSV. Aber das nutzt uns gar nichts. Die Punkte bleiben hier. Wir haben Fehler gemacht und unsere Chancen nicht konsequent zu Ende gespielt. In der letzten Saison haben wir solche Spiele gewinnen können."

... über den Batterie-Wurf gegen Frank Baumann: "Es ist nicht die Schuld des HSV. Es gibt immer ein paar Verrückte, die so reagieren. Das ist schade."

Dietmar Beiersdorfer (Sportdirektor Hamburger SV):

... über das 2:1 gegen Bremen: "Wir sind sehr glücklich. Wir haben es oft gegen Weder versucht, nicht immer hat es geklappt. Heute haben wir am Schluss auch verdient gewonnen. In der zweiten Halbzeit hat unsere Mannschaft mehr zugesetzt und hat gefightet bis zum Schluss. Wir hätten noch das 3:1 machen müssen."

... über den Batterie-Wurf gegen Frank Baumann: "Das darf nie passieren. Ich möchte mich im Namen des HSV dafür entschuldigen."

Frank Baumann (Werder Bremen)

... über den Batterie-Wurf gegen sich: "Mich hat plötzlich ein kleiner Gegenstand an der linken Augenbraue getroffen. Es war erstmal ein Schock. Es hat ein bisschen geschmerzt und geblutet. Es war aber nicht so, dass es mich irgendwie behindert hätte."

...über das 1:2 in Hamburg: "Es war ein rassiges Nord-Derby. In der zweiten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht, hätten aber unsere Kontermöglichkeiten besser ausspielen müssen, um in Führung zu gehen. Nach dem Traum-Tor von Olic war es sehr schwierig für uns."

Tim Wiese (Werder Bremen):

... über die Reaktion der Hamburger Fans nach seinem Kung-Fu-Tritt vor 6 Monaten: "Es war ziemlich ruhig, ich habe mir das anders vorstellt. Die Zuschauer waren fair. Die Aktion gegen Frank Baumann habe ich nicht gesehen und möchte mich nicht dazu äußern."

...über Ivica Olic' Traumtor zum 1:2: "Das wird das Tor des Jahres werden. Er hat den Ball absolut super getroffen. Da hat nichts mehr dazwischen gepasst am Lattenkreuz."

Patrick Helmes (Bayer 04 Leverkusen):

... über das 1:2 in Bielefeld: "Wir hatten das Spiel im Griff und kriegen zwei saudumme Gegentore. Wir haben es uns selbst zuzuschreiben."

... über die Leistung von Torhüter Rene Adler: "Das zweite Gegentor war ein kleiner Fehler von Rene Adler. Er hat in dieser Woche ein bisschen Pech gehabt. Aber jeder macht mal Fehler. Dafür sind wir ein Team. Wir hätten es noch ausbügeln können, hatten genügend Zeit, aber haben sie nicht genutzt."

... über das Spitzenspiel gegen den FC Bayern am nächsten Wochenende: "Uns kommt jeder Gegner recht. Wir haben heute die Chance verpasst, drei Punkte zu holen. Dann müssen wir sie halt nächste Woche holen."

Premiere Experte Matthias Sammer:

... über die Leistung von Bayerns Franck Ribery beim 4:1 in Cottbus: "Ich bin vorsichtig mit solchen Begriffen, aber: Er ist absolute Weltklasse. Er ist komplett ausgebildet, er ist unglaublich schnell, er ist technisch stark und physisch in einer super Verfassung - er ist momentan der beste Spieler der Welt."

... über Leverkusens 1:2 in Bielefeld: "Als Spitzenmannschaft muss man in solchen Spielen bestehen. Es war heute ein kleiner Test, den die Leverkusener nicht bestanden haben. Es darf denen in dieser Phase einfach nicht passieren, da hin zu fahren und so ein Spiel abzuliefern."

... über die Leistung von Leverkusens Nationaltorhüter Rene Adler: "Wir haben bei ihm allerhöchste Ansprüche. Am Mittwoch und heute waren es zwei etwas unglückliche Aktionen. Nichtsdestotrotz ist dieser Torhüter ganzheitlich von Klasse geprägt. Er wirkt als Persönlichkeit gereift, seine Aussagen sind fundiert, wenn er neben dem Platz in Erscheinung tritt. Ich schätze ihn sehr."

... über Leverkusens Trainer Bruno Labbadia: "Die Komplexität des Spiels ist momentan in Leverkusen am Besten vereint. Ich betrachte die Entwicklung sehr wohlwollend. Bayer Leverkusen spielt einen sehr guten Fußball. Es ist nicht nur, dass sie erfolgreich sind, sondern auch die Art und Weise, wie die Mannschaft auftritt, ihre Spielkunst, ihre Kultur... Das alles sieht sehr gut aus. Es ist eine klare Handschrift von Bruno Labbadia erkennbar. Er ist ein Trainer, der relativ unaufgeregt öffentlich in Erscheinung tritt, aber intern alles im Griff hat. Er ist einfach ein Siegertyp. Ich hätte Bruno auch gerne beim DFB gesehen."

Jürgen Klinsmann (Trainer FC Bayern München):

... über das 4:1 gegen Cottbus: "Wir arbeiten uns heran. Wir beobachten natürlich, was die anderen machen. Jetzt sind wir an Leverkusen dran und können auswärts dort nachlegen. Dann kommt Hoffenheim zu uns. Unser Ziel ist nach wie vor die Herbstmeisterschaft."

Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München):

... über das 4:1 gegen Cottbus: "Es war ein sehr gutes Spiel. Wir haben den Ball schnell laufen lassen, gut kombiniert, Druck gemacht und den Abschluss gesucht. Heute war es schön zu spielen, da auch der Rasen in einem guten Zustand war. Da konnten wir unsere spielerischen Elemente reinbringen."

Ralf Rangnick (Trainer 1899 Hoffenheim):

... über das Ziel Meisterschaft: "Wir wehren uns nicht dagegen, wenn es am Schluss tatsächlich so kommt. Aber es macht keinen Sinn, über Ziele zu reden, die in fünf Monaten liegen. Das nächste Ziel heißt, am Samstag zu Hause gegen Bielefeld den nächsten Dreier einzufahren."

... über Torjäger Vedad Ibisevic: "Es ist ein Märchen, das muss man wirklich so sagen. Ich habe das in meiner Karriere noch nie erlebt. Er trifft auch in Trainingsspielen nach Belieben."

Marvin Compper (1899 Hoffenheim):

... über das 3:1 in Köln: "Wir sind sehr stolz, denn Köln ist ein sehr schweres Pflaster, die Stimmung ist extrem heiß. Wir haben kühlen Kopf behalten und das Ding souverän nach Hause gefahren."

... über das Ziel Meisterschaft: "Wir schauen nicht so weit in die Ferne. Nach wie vor ist es so: Mit 31 Punkten hat noch nie jemand etwas erreicht. Wir müssen schauen, dass wir die Art und Weise, wie wir heute aufgetreten sind, beibehalten: mit dem Elan und der Geilheit auf drei Punkte. Dann werden wir unseren Weg weitergehen."

Christoph Daum (Trainer 1.FC Köln):

... über den Platzverweis gegen Kevin McKenna beim 1:3 gegen Hoffenheim: "Das Verhalten der Hoffenheimer Bank war mit das Unfairste, was ich von einer gegnerischen Mannschaft erlebt habe. Die Hoffenheimer machen immer auf attraktiv, lieb und nett. Sie haben diesen Platzverweis von der Bank aus provoziert. Es war eine Situation, die man durchaus mit einer Gelben Karte bewerten kann. Aber durch das ganze Theater drum herum wurde die Sache wahnsinnig aufgebauscht. Die Entscheidung wurde maßgeblich von der Hoffenheimer Bank beeinflusst."

Thomas Zdebel (VfL Bochum):

... über das 2:3 gegen Berlin: "So wie wir uns in der ersten Halbzeit präsentiert haben, hatte das mit Erstliga-Tauglichkeit wenig zu tun. Die zweite Halbzeit war wesentlich besser. Es nutzt nichts, wenn man nur 45 Minuten engagiert auftritt."

Dieter Hoeneß (Manager Hertha BSC):

... über das 3:2 in Bochum: "Es war in der zweiten Halbzeit genau so schlecht, wie es in der ersten Halbzeit richtig gut war."

... über den vierten Tabellenplatz: "Ich glaube nicht, dass Spieler tatsächlich Meisterschaftsambitionen formuliert haben. Bei uns sieht es jeder realistisch: Die UEFA-Cup-Plätze sind unser Ziel."

Ede Becker (Trainer KSC):

... über das 0:1 gegen Dortmund: "In der ersten Halbzeit waren wir viel zu ängstlich. Wir waren wie gelähmt. Und wenn man durch individuelle Fehler in Rückstand gerät, steigert das nicht unbedingt das Selbstvertrauen. Wir müssen jetzt schauen, was in der Winterpause für uns machbar ist. Wir müssen die Situation, in der wir stecken, noch mehr annehmen. Wir müssen noch mehr über das Kämpferische versuchen, ins Spiel zu kommen."

Christian Eichner (KSC):

... über das 0:1 gegen Dortmund: "Momentan herrscht eine riesengroße Leere und eine riesengroße Ratlosigkeit. Wir lassen vorne die Durchschlagskraft vermissen, um zwingend mal ein Tor zu machen. Und hinten steht nicht die Null. Es ist Woche für Woche das gleiche bei uns. Wir bräuchten mal ein Führungstor, um endlich auch wieder an uns glauben zu können. Die ersten 15 Minuten haben wir gut angefangen, danach haben wir uns wieder hinten reindrücken lassen. In der zweiten Halbzeit können wir uns keine Vorwürfe machen."

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund):

... über das 1:0 in Karlsruhe: "Von der zehnten Minute bis zur Halbzeit haben wir richtig klasse gespielt. In der zweiten Halbzeit hat der KSC gedrückt und wir hätten den einen oder anderen Konter besser abschließen müssen, dann wäre Ruhe gewesen. Aber auch so ist der Sieg verdient. Der KSC wollte eine ganze Menge - aber dafür muss auch der Gegner mitspielen. Das hat er nicht getan, wir haben uns gewehrt und genauso gekämpft und wir haben unser Ziel erreicht. Am Ende wäre ich mit Platz vier mehr als zufrieden."

Tamas Hajnal (Borussia Dortmund):

... über das 1:0 in Karlsruhe: "Am Ende mussten wir noch zittern, aber im Großen und Ganzen geht der Sieg wohl in Ordnung. Die Mannschaft ist gut drauf, ich fühle mich gut - so kann es weitergehen bis zur Winterpause. Aber wir träumen nicht, sondern arbeiten hart weiter. Unser nächstes Ziel heißt VfL Wolfsburg. Dem KSC drücke ich die Daumen, dass sie da unten wieder rauskommen."

Ergebnisse und Tabelle: Der 14. Spieltag im Überblick

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