Alternative Liste, Spieltag 12

Guck mal! Da geht er!

Von Stefan Moser
Montag, 10.11.2008 | 14:35 Uhr
Jens Lehmann und Babak Rafati kurz vor ihrem gemeinsamen Auftritt bei "Wetten, dass...!"
© Getty
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Bayern schlägt Schalke, Kevin Kuranyi will wieder Nationalmannschaft spielen (hoffentlich nicht für Deutschland), Diego grätscht eine Eckfahne um, die daraufhin verletzt ausgewechselt werden muss, und Christoph Daum heiratet im Mittelkreis des Kölner Stadions: Alles nur Randnotizen des 12. Spieltags.

Denn das eigentliche Thema waren die Schiedsrichter. Weil Schiedsrichter aber per se schon arme Schweine sind, haben wir uns dazu entschlossen, aus Gründen der Fairness keine Namen zu nennen - auch nicht den von Babak Rafati. Und trotzdem halten wir unbeirrt an unserer Forderung fest: Bibi in die Bundesliga! Gründe für die Petition - in der Alternativen Liste.

1. Berliner Mauer: Der Witz liegt nun mal auf der Straße, also heben wir ihn auch auf: Unter sportlichen Gesichtspunkten nämlich kann man der Hertha zum 1:0-Sieg gegen Hoffenheim durchaus gratulieren. Dass sie aber - mitten in Berlin! - zähnefletschend eine schnöde Mauer baute, um das eigene Hoheitsgebiet abzuschirmen, war an einem 9. November, historisch betrachtet, irgendwie makaber.

2. Wetten, dass: "Michael Lloyd aus Roosevelt (USA) wettet, dass er sich innerhalb von einer Minute, 45 Mal mit dem Fuß selbst in die Fresse treten kann." Was Michael Lloyd aus Roosevelt dann auch tat, ganz im Ernst, am Samstagabend nämlich bei "Wetten, dass..?". War auch total prima, aber nichts im Vergleich zu dem, was sich wenige Stunden zuvor im Wildpark zugetragen hatte. "Elf Männer aus Karlsruhe wetten nämlich, dass sie sich gegen Leverkusen innerhalb von 27 Minuten dreimal selbst ins eigene Knie schießen können, und dann aber trotzdem noch einen Punkt holen." Und das taten die elf Männer auch. 

3. Wettkönig: Alexander Iaschwili sieht ja irgendwie so aus, als wäre Interpol ihm auf den Fersen. Doch der Eindruck täuscht, der Mann ist völlig harmlos - vor allem vor dem Tor. Normalerweise!

Denn am Samstag machte der Georgier aus heiterem Himmel seinen ersten Bundesligatreffer seit dreieinhalb Jahren und sein erstes Joker-Tor seit überhaupt - und sicherte dem KSC damit den 3:3-Sieg. Nach 0:3-Rückstand! (Bruno Labbadia aus Leverkusen fasste sich dabei übrigens gleich satte 46 Mal an den eigenen Kopf.) 

4. Apropos Interpol: Dass Hamit Altintop noch durch die Rasterfahndung flutscht, grenzt mittlerweile an ein Wunder! Denn das leicht talibanöse Gestrüpp in seinem Antlitz ist auf bayerischen Flughäfen sicher nicht so gern gesehen. Doch angeblich, sagt jedenfalls Hamit, stehen da die Weibchen voll drauf...

5. Und apropos Rasterfahndung: Mindestens 47 Mal an die eigene Nase fassen müsste sich eigentlich Hannover 96 nach der 1:2-Pleite in Köln. Allen voran Jiri Stajner! Denn wenn er sich schon von vier Unparteiischen und über einem Dutzend Kameras dabei zusehen lässt, wie er seinem Gegner auf den Solarplexus klopft, dann hätte er sich doch vorher wenigstens ein bisschen hübsch machen können!

6. Wettkönig, Teil 2: Jens Lehmann aus Stuttgart wettet, dass er innerhalb von einer Minute so viele dumme Sachen sagen kann, dass er deshalb garantiert noch Ärger mit dem DFB bekommt. Top, die Wette gilt! Die Zeit läuft: "Was der Schiri heute gemacht hat: unglaublich! Wofür pfeifen die eigentlich? Das kann so nicht weiter gehen, ist ja auch traurig für die Liga", polterte der VfB-Torhüter nach dem 2:2 in Frankfurt. Und zu seiner eigenen Gelben Karte: "Ein Frankfurter lässt sich fallen und markiert eine Verletzung, so dass wir nicht kontern können. Der Schiri sagt, er muss die Verletzung ahnden, dann steht der Mann auf und läuft weiter und lässt sich noch nicht einmal behandeln. Und ich sage 'Guck mal! Da geht er, da geht er!' - Da zeigt er mir die Gelbe - unglaublich! So schlecht!"

Seinen kundigen Vortrag schloss Herr Lehmann mit der frommen Hoffnung: "Es tut mir ja leid, aber irgendwo muss es doch bessere geben als den." Und Recht hat er! Doch die bessere stand wieder einmal nur als vierte Offizielle bei Bayern gegen Schalke an der Linie. Gemeinsam mit Jens Lehmann fordern wir deshalb bis wir schwarz werden: Bibiana Steinhaus an die Macht!!

7. Väterliche Drohung: Mit einem Kunstwerk aus 18 Metern besorgte Gladbachs Marko Marin die 1:0-Führung gegen Bielefeld. Dann aber gingen die Fohlen mit ihm durch, er wandelte an der Grenze zum Platzverweis. Also ließ Hans Meyer schon nach 20 Minuten Karim Matmour antanzen, Gladbachs Trainer wollte wechseln. Dass Marin dann seinen Sahnetag doch noch mit einem zweiten Treffer krönen durfte, verdankte er einem kurzen Zwiegespräch an der Seitenlinie. Hans Meyer erinnert sich: "Er hat mir gesagt, Herr Meyer - und er hat wirklich Herr Meyer gesagt - ich fliege heute nicht runter. Das verspreche ich Ihnen." Er hielt Wort. Der arme Matmour kam übrigens doch noch zu seinem Einsatz. In der 83. Minute wurde er eingewechselt - und Marin verließ den Platz unter den stehenden Ovationen der Gladbacher Fans. 

8. Derweil in Bielefeld: "Machen Sie doch mal das Fenster auf", bat Bielefelds Michael Frontzeck einen Journalisten auf der Pressekonferenz nach der 0:2-Pleite gegen Gladbach: "Da draußen fordern sie gerade meinen Kopf." Das Fenster wurde also geöffnet - aber nichts war zu hören. "Dann habe ich wohl jetzt schon Halluzinationen", sank der Trainer daraufhin in sich zusammen. Hatte er nicht. Denn draußen in der Stadionauffahrt stand tatsächlich ein versprengtes Grüppchen Bielefelder Fans und wollte Köpfchen rollen sehen. Allerdings nicht seinen. "Vorstand raus!", skandierte vielmehr das Arminen-Möbchen.

9. Mit fremden Fehlern schmücken: "Der Gegner hat heute mit zwölf Mann gespielt", sagte Bremens Claudio Pizarro nach der Nullnummer in Bochum. Das wird teuer, denn dafür sind Tantiemen fällig!

Dasselbe Lied sang nämlich Bielefelds Artur Wichniarek schon letzte Woche. Der DFB brummte ihm für seine Schiri-Schelte prompt 3000 Euro auf. Da wollte Pizza sich nicht lumpen lassen.

10. Geklaut: Sein Tor zum 2:0 gegen Dortmund feierte Hamburgs Ivica Olic, indem er wie bekloppt an seinem Ohr herumschraubte. Nun ist der Kroate mit dem echten Ohrenschrauber genauso wenig verwandt oder verschwägert wie mit dem Ball - also warum nur? Ganz einfach: Die Geste war ein Gruß an seine beiden Söhne. Die heißen nämlich, ohne Scheiß, Luka und Toni (Antonio).

11. Ein komplexes Thema: Nach seinem Hosenscheißer-Disput mit Robert Kovac forderte Schiedsrichter Dr. Jochen Drees stellvertretend für seine ganze Zunft: mehr Respekt. Grundsätzlich hat er damit auch unbedingt Recht. Andererseits sollten Schiedsrichter schon von Berufs wegen nicht allzu zart besaitet sein. Denn mal ehrlich, unter uns Pastorentöchtern: Wie soll man jemanden für voll nehmen, der - trotz unvorteilhaften Körperbaus - in kurzen Hosen vor einem herumturnt, mit Fähnchen und mit Kärtchen wedelt und mit seiner Peter-Zwegat-Theatralik eine nervtötende Pseudo-Autorität vorgaukelt. Schwierig.

Und trotzdem sollten sich die Fußballer am Riemen reißen. Denn irgendjemand muss den Job ja machen, und eines muss man unseren Schiedsrichtern zu Gute halten: Sie tragen in der Fußballwelt das Kreuz der Einsamkeit - und sie tragen es mit Anstand.

Ganz anders etwa als die Arschgeigen in Bochum, die ihre Angst vorm Leben in jenem widerwärtigen Gebräu aus Stumpfsinn, Alkohol und klein-kariertem Hass ertränkten, ehe sie im Werder-Block eine Reichskriegsflagge entrollen wollten. Und deshalb fordern wir: Respekt für unsere Schiedsrichter! Kein Respekt für Nazi-Deppen! Und doppelten Respekt für die Bremer Fans, die die Blödmänner aus ihrem Block vertrieben haben!

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