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TSG 1899 Hoffenheim

Andreas Beck exklusiv, Teil 1
"Ich will so werden wie Philipp Lahm"
Andreas Beck erlebt gerade mit 1899 Hoffenheim die aufregendste und erfolgreichste Zeit seiner noch jungen Karriere. Der Neuzugang aus Stuttgart überzeugt auf der rechten Verteidigerposition und könnte mittelfristig die Probleme auf der rechten Abwehrseite der DFB-Elf lösen.
Doch Bundestrainer Joachim Löw sollte nicht zu lange mit einer Einladung warten, denn der U-21-Nationalspieler könnte auch für Russland auflaufen.
Im Interview mit SPOX spricht der 21-Jährige über die Entwicklung in Hoffenheim, das Leben als Außenverteidiger und er verrät seine Vorbilder.
SPOX: Herr Beck, sind Sie überrascht, wie gut es für Hoffenheim läuft?
Andreas Beck: Nein, total überrascht nicht. Denn ich sehe jeden Tag im Training, welches Potenzial in der Mannschaft steckt und dass wir eine sehr hohe Qualität haben.
SPOX: Sie scheinen mit Ihrem Wechsel von Stuttgart alles richtig gemacht zu haben.
Beck: Der Schritt fühlt sich richtig gut an. Das bestätigt sich Woche für Woche, Tag für Tag. Am Anfang musste ich mich noch ab und zu rechtfertigen, warum ich von einem Champions-League-Klub zu einem Aufsteiger gehe. Aber in Hoffenheim sind einfach die besten Möglichkeiten für meine sportliche Entwicklung gegeben. Dazu kam die Aussicht auf das, was hier noch entstehen wird. Ich wollte den Wechsel unbedingt.
Becks Stationen

SPOX: Wie beurteilen Sie ihre persönliche Leistung in dieser Saison?
Beck: Es war ein ordentlicher Start dafür, dass es mein erster großer Wechsel im Profibereich war. Ich habe gut in die Saison gefunden und bisher jede Minute in der Liga und im Pokal gespielt. Ich lerne von Spiel zu Spiel dazu und merke, dass meine Leistungskurve immer weiter nach oben zeigt. Aber ich denke, ich kann noch besser werden.
SPOX: Haben Sie damit gerechnet im neuen Verein mit anderer Spielweise sofort Stammspieler zu werden?
Beck: Ich bin schon mit dem Anspruch nach Hoffenheim gewechselt, mir von Anfang an meinen Platz zu sichern. Sonst hätte ich den Schritt nicht machen müssen. Ansonsten wäre es so ähnlich wie beim VfB gewesen, wo viel rotiert wurde. Das wollte ich nicht mehr. Ich wollte über einen längeren Zeitraum Konstanz reinbekommen.
SPOX: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten bzw. modernen Außenverteidiger aus?
Beck: Als Außenverteidiger muss man viel Spielverständnis mitbringen, man muss defensiv und offensiv denken. Dazu sollte man laufstark und antrittsschnell sein, wenn es in Eins-gegen-Eins-Situationen geht. Es erfordert sehr viel Kopfarbeit. Die Außenverteidigerposition ist eine sehr flexible und umfangreiche Aufgabe.
SPOX: Philipp Lahm spielt als Rechtsfuß links und macht dort seine besten Spiele. Wäre das auch etwas für Sie?
Beck: Es gab schon Spiele beim VfB und in Hoffenheim, in denen ich links gespielt habe. Für mich ist es keine große Umstellung, aber ich sehe mich schon als Rechtsverteidiger.
SPOX: Wer sind in Ihren Augen national und international die besten Außenverteidiger?
Beck: Es gibt drei, die herausstechen: Das sind Philipp Lahm, Dani Alves vom FC Barcelona und Jose Bosingwa vom FC Chelsea. Die haben die Konstanz, in fast jedem Spiel defensiv wie offensiv hervorragende Leistungen zu bringen. Das ist bemerkenswert. Zudem sind sie wie ich - rein körperlich gesehen - nicht die Größten, aber doch sehr dynamisch. Diese Spielweise bewundere ich, da möchte ich auch einmal hinkommen.
SPOX: Gibt es etwas an Ihrem Spiel, was Sie noch besonders verbessern müssen?
Beck: Ja klar. Ich sehe meine Entwicklung erst jetzt in Hoffenheim so richtig starten. Jetzt kann ich die größten Sprünge machen. In das schnelle Kombinationsspiel musste ich mich erst einfinden, aber ich komme immer besser zurecht. Ich mache immer weniger unnötige, kraftraubende Wege, lasse den Ball schneller laufen.
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SPOX: Wie schätzen Sie Ihre Torgefahr ein?
Beck (lacht): Meine Torgefahr? So torgefährlich bin ich ja nicht. Pro Spiel sind ein, zwei Aktionen dabei, aus denen ein Tor entstehen könnte. Wenn ich so weitermache, kommen auch die Assists. Darauf liegt allerdings nicht das Hauptaugenmerk.
SPOX: Ein Blick zurück: Sie sind in Russland geboren. Gibt es noch Verbindungen?
Beck: Meine Oma lebt noch in Russland und ich fühle mich auch noch zu Russland hingezogen. Natürlich fühle ich mich schon sehr deutsch, aber ich vergesse nicht, wo ich herkomme, wo meine Eltern geboren sind. Die Sprache ist mir auch nicht fremd, ich artikuliere mich ganz ordentlich. Natürlich verfolgt man auch, was die Nationalmannschaft macht.
SPOX: Stimmt es also, dass Sie nach dem EM-Aus der Russen im Halbfinale richtig enttäuscht waren?
Beck: Ja, es war schon so, denn Sie haben fantastisch gespielt. Ich hätte ihnen schon gegönnt, dass sie noch ein Spiel weiterkommen und es aus meiner Sicht zum Traumfinale gegen Deutschland gekommen wäre.
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