Der einzige Superstar

Von Thomas Gaber
Samstag, 22.11.2008 | 23:40 Uhr
Ließ sich von den Fans feiern: Franck Ribery zwischen Michael Rensing (l.) und Mark van Bommel
© Getty
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Durch den 4:1-Sieg gegen Energie Cottbus am 14. Spieltag der Bundesliga hat sich der FC Bayern München in Position für die beiden anstehenden Liga-Spiele gegen Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim gebracht. Aus einer homogenen Bayern-Mannschaft stach ein Mann einmal mehr heraus: Franck Ribery.

Es war nicht Barcelona. Und auch nicht Manchester United. Es war "nur" Energie Cottbus. Aber gerade deshalb auch besonders gefährlich für Franck Ribery. Die Lausitzer gehören eher der Spiel- und Spielerzerstörer-Spezies an. Einsatz statt Eleganz, rustikal statt vertikal.

134 Ballkontakte

Cottbus' Stil ist Gift für Ballkünstler wie Ribery. Wie eklig Gegenspieler in der Bundesliga sein können, weiß der Franzose seit der Bekanntschaft mit Hannovers Altin Lala im August 2007.

Power-Sensen a la Lala fielen an diesem schneeverwehten Tag im November 2008 glücklicherweise aus. Die Cottbuser kamen schlichtweg nicht dazu. Wenn Ribery am Ball war - rekordverdächtige 134 Mal - hielt ganz Energie staunend inne.

Sein Antritt: zu schnell für Cottbus. Seine Pässe: zu unberechenbar für Cottbus. Seine Ballbehandlung: zu eng und zu trickreich für Cottbus: Sein Mehmet-Scholl-Gedächtnis-Tor: zu unhaltbar für Cottbus-Keeper Gerhard Tremmel.

Sonder-Lob von Klinsmann

Selbst Jürgen Klinsmann, ein Verfechter des Teamgedankens, konnte sich ein Extra-Lob nicht verkneifen.

"Die Mannschaft findet einen immer höheren Rhythmus, natürlich auch mit einem Ausnahmespieler wie Franck Ribery. Er sorgt immer wieder für tolle Akzente", sagte der Trainer nach dem achten Saisonsieg seiner Bayern.

Ervin Skela bat Ribery schon in der Pause zum Trikotausch und Energie-Manager Steffen Heidrich geriet beim Namen Ribery derart ins Schwärmen, dass er von einem Cottbuser Betreuer aufgefordert wurde, die Abfahrt des Mannschaftsbusses nicht noch länger zu verzögern.

"Ich habe mir vor dem Freistoß noch gedacht: Hoffentlich trifft er nicht ausgerechnet gegen uns. Und dann schlenzt der den da oben rein. Ich weiß nicht, wie viel Prozent Ribery bei Bayern ausmacht. 30, 50, vielleicht sogar 70 Prozent. Die Bayern haben ein hohes Niveau. Aber jemanden zu haben, der noch mal ein ganzes Stück über diesem Niveau steht, ist schon Luxus", sagte Heidrich zu SPOX.

Sammer: Bester Spieler der Welt

Für Premiere-Experte Matthias Sammer ist Ribery momentan sogar der "beste Spieler der Welt".

Es ist müßig, Ribery mit Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo zu vergleichen. Fest steht aber, dass der FC Bayern, der FC Barcelona und Manchester United enorm von diesen Spielern profitieren. Ihr Kaliber hat einen hohen Preis. 25 Millionen Euro überwies Bayern-Manager Uli Hoeneß 2007 an Olympique Marseille.

Doch die Rekord-Investition hat sich bereits rentiert. Die Fans liegen ihrem Kaiser Franck zu Füßen, die  Hochachtung auch der internationalen Konkurrenz wächst. Ribery ist zur Werbeikone aufgestiegen, sein Schuhausrüster drehte einen aufwendigen Spot, um der Kundschaft Riberys neue rosa-farbenen Treter schmackhaft zu machen.

Einziger Superstar in Deutschland

Ribery ist der einzige echte Superstar der Bundesliga und steht als einziger Spieler, der sein Geld in Deutschland verdient, zur Wahl für den Fußballer des Jahres. In seiner Heimat belegte der 25-Jährige bei der Wahl zum Sportler des Jahres Platz zwei hinter Thierry Henry. Objektivität scheint dabei keine Rolle gespielt zu haben. 

In den letzten sechs Bundesligaspielen hat Ribery jeweils getroffen. Mit jedem Spiel kommt er nach seiner bei der EM 2008 erlittenen, schweren Sprunggelenksverletzung besser in Fahrt. 

Ribery ist Bayerns Lebensversicherung. Sein Vertrag läuft noch bis 2011. Uli Hoeneß hört zwei Jahre früher als Manager auf. Er sollte seinem Nachfolger viel Geld in die Hand drücken. Einen Spieler wie Ribery bekommt der FC Bayern so schnell nicht wieder.

Der 14. Spieltag der Bundesliga im Überblick

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