Mittwoch, 03.09.2008

Bundesliga

Neue Trainer geben den Kurs vor

Neuer Coach, neuer Schwung. In der zweiwöchigen Länderspiel-Pause haben Fred Rutten, Martin Jol, Jürgen Klopp und Bruno Labbadia reichlich Gelegenheit, den Blick auf die Tabelle zu genießen.

Fußball, Bundesliga, Jürgen Klopp
© dpa

Nach drei Spieltagen liegen ihre Klubs aus Gelsenkirchen, Hamburg, Dortmund und Leverkusen auf den ersten vier Tabellenplätzen.

Start nach Maß

Langsam aber sicher schwindet bei den Trainern die Anspannung, die ein Wechsel in ungewohnte Umgebung mit sich bringt. "Wir haben harte Wochen hinter uns. Jetzt ist es an der Zeit, mal durchzupusten", sagte BVB-Coach Klopp.

Viel besser hätte der Start am neuen Arbeitsplatz kaum verlaufen können. Mit sieben Punkten rangieren Schalke, Hamburg und Dortmund auf den Plätzen eins, zwei und drei, nur einen Punkt dahinter folgt das Labbadia-Team aus Leverkusen (6).

Und auch Titelfavorit FC Bayern München ist mit Hitzfeld-Nachfolger Jürgen Klinsmann nach dem 4:1-Kantersieg über Hertha BSC als Siebter auf gutem Weg in die standesgemäße Tabellenregion.

"Kein Trend, sondern Zufall"

Gleichwohl warnt Horst Zingraf davor, die angeblich segensreichen Wirkungen eines Trainerwechsels überzubewerten.

"Das ist kein Trend, sondern Zufall und nicht mehr als eine Momentaufnahme", befand der Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL). Statistiken aus den vergangenen Jahren taugen als Argumentationshilfe.

Die Extreme der Bundesliga in Bildern
Der älteste Spieler: Tomislav Piplica (Energie Cottbus), 39 Jahre
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Der älteste Spieler: Tomislav Piplica (Energie Cottbus), 39 Jahre
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Der jüngste Spieler: Shervin Radjabali-Fardi (Hertha BSC Berlin), 17 Jahre
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Der älteste Trainer: Bojan Prasnikar (Energie Cottbus), geboren am 3.2.1953
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Der älteste Trainer: Bojan Prasnikar (Energie Cottbus), geboren am 3.2.1953
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Der jüngste Trainer: Jürgen Klopp (Borussia Dortmund), geboren am 16.6.1967
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Der jüngste Trainer: Jürgen Klopp (Borussia Dortmund), geboren am 16.6.1967
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Die meisten Tore: Miroslav Klose (Bayern München), 107 Tore
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Die meisten Tore: Miroslav Klose (Bayern München), 107 Tore
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Die meisten Spiele: Michael Tarnat (Hannover 96), 356 Spiele
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Die meisten Spiele: Michael Tarnat (Hannover 96), 356 Spiele
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Am längsten im Verein: Christian Fiedler (Hertha BSC Berlin), seit 1990
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Am längsten im Verein: Christian Fiedler (Hertha BSC Berlin), seit 1990
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Die größten Spieler: Per Mertesacker und Naldo (beide Werder Bremen), 1,98m
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Die größten Spieler: Per Mertesacker und Naldo (beide Werder Bremen), 1,98m
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Die kleinsten Spieler der Liga: Wilfried Sanou (1. FC Köln) und Gaetan Krebs (Hannover 96), 1,65m
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Die kleinsten Spieler der Liga: Wilfried Sanou (1. FC Köln) und Gaetan Krebs (Hannover 96), 1,65m
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Der dienstälteste Trainer: Thomas Schaaf (Werder Bremen), Cheftrainer seit 10.5.1999
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Der dienstälteste Trainer: Thomas Schaaf (Werder Bremen), Cheftrainer seit 10.5.1999
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Die meisten Länderspiele: Pavel Pardo (VfB Stuttgart), 139 Einsätze für Mexiko
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Die meisten Länderspiele: Pavel Pardo (VfB Stuttgart), 139 Einsätze für Mexiko
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September Monat der Wahrheit

Und doch sorgt die ungewöhnliche Erfolgsstory für reichlich Gesprächsstoff. Vor allem in Dortmund schlug die Therapie prächtig an.

Trotz des schweren Auftaktprogramms mit Spielen in Leverkusen und gegen München gelang dem Revierklub der beste Saisonstart seit fünf Jahren.

"Man sieht die Handschrift des Trainers", lobte Torhüter Marc Ziegler die bisherige Arbeit des neuen Dortmunder Publikum-Lieblings.

Wie stabil der Aufwärtstrend ist, wird sich allerdings erst im September erweisen: Binnen 20 Tagen stehen sechs Spiele in drei Wettbewerben an.

Mehr zum BVB gibt's hier!

Schalke im Aufwind

Gleich in der ersten Partie droht Ungemach. Denn eine Niederlage im prestigeträchtige Revierduell mit dem FC Schalke am 13. September könnte beim BVB für schnelle Ernüchterung sorgen.

Immerhin bietet sich dem Erzrivalen eine glänzende Gelegenheit, sich für das schmerzliche Aus in der Champions-League-Qualifikation zu rehabilitieren.

Schon der Sprung auf den ersten Tabellenplatz am vorigen Spieltag half, die Wogen zu glätten. Mit einem Sieg über den Nachbarn könnte Rutten in der Gunst der Fans weiter steigen.

Co-Trainer Rene Eijkelkamp hegt keine Zweifel, dass der neue Coach der großen Erwartungshaltung auf Dauer gerecht wird: "Er besitzt die Gabe, Spieler überzeugen zu können - mit Argumenten und Persönlichkeit."

Jol macht Hamburg zur Spitzenmannschaft

Nicht minder erfolgreich verlief der Saisonstart für Ruttens Landsmann Jol. Unter Regie des Niederländers scheint der Hamburger SV auf gutem Weg zu einer echten Spitzenmannschaft.

Nicht nur die rund 28 Millionen Euro teuren Last-Minute-Transfers verheißen eine erfolgreiche Saison auf Augenhöhe mit Branchenprimus FC Bayern München.

Auch ohne die noch fehlenden Zugänge Silva und Neves bewies das Team in München und Bielefeld bemerkenswerte Moral und ließ sich auch von einem Zwei-Tore-Rückstand nicht schrecken.

Labbadia-Philosophie in Leverkusen

Ähnlich wie Jol setzt auch Bayer-Coach Labbadia verstärkt auf Offensivfußball. Neben dem HSV (9 Tore) traf Leverkusen (8) am häufigsten.

Die Skepsis der Anhänger nach dem 2:3-Fehlstart gegen Dortmund ist längst in Wohlwollen umgeschlagen.

Zur Erleichterung von Labbadia beginnen die Profis, seine Philosophie umzusetzen: "Das haben wir uns hart erarbeitet. Ich bin froh, dass die Jungs nun für den großen Aufwand belohnt werden."


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