Bundesliga

Aufsteiger Hoffenheim fordert Platzhirsch VfB

SID
Mittwoch, 10.09.2008 | 12:16 Uhr
Hoffenheim, VfB Stuttgart, Bundesliga
© DPA
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Dorfverein kontra Großstadt-Klub, Novize gegen Gründungsmitglied: Der aufstrebende Aufsteiger 1899 Hoffenheim fordert den arrivierten Platzhirsch VfB Stuttgart im ersten Bundesligaduell beider Vereine heraus.

Bei der baden-württembergischen Derby-Premiere zwischen dem Neuling aus der 3200-Seelen-Gemeinde im Kraichgau und dem fünfmaligen deutschen Meister vom Neckar geht es nicht nur um drei Punkte, sondern auch um die sportliche Vormachtstellung im "Ländle".

Derzeit sieht sich der VfB als Nummer 1, doch der Respekt vor dem von Mäzen Dietmar Hopp finanziell aufgepäppelten Herausforderer wächst. "Momentan sehe ich uns noch als den größeren Verein", sagt Stuttgarts Trainer Armin Veh.

Hoffenheim boomt auf allen Ebenen

Allerdings weiß auch er um die (fast) unbegrenzten Möglichkeiten beim Aufsteiger. Seit zwei Jahren, als der wundersame Durchmarsch von der Regionalliga ins Oberhaus begann, boomt der Verein auf allen Ebenen.

In der Sommerpause haben die Hoffenheimer dank Hopp knapp elf Millionen Euro und damit fast doppelt so viel wie der VfB in neue Spieler investiert. Während die Konkurrenz Hopps Millionen-Investitionen mit Argusaugen verfolgt und teilweise heftig kritisiert, kann Veh die Aufregung darum nicht nachvollziehen.

Staudt lobt Hoffenheimer Entwicklung 

"Ich kann das Gerede nicht hören, wenn jemand sagt, dass Dietmar Hopp mit seinem Geld für Wettbewerbsverzerrung sorgt. Es ist sein Geld und es ist schön, dass er es in seiner Heimat investiert. Die Hoffenheimer brauchen sich dafür nicht zu rechtfertigen", sagte Veh dem Fachmagazin "kicker".

VfB-Präsident Erwin Staudt lobt sogar die Entwicklung beim Emporkömmling. "Von der Hoffenheimer Nachwuchsförderung können selbst wir noch was lernen", bekannte er.

Nachwuchs auf höchstem Niveau

Sowohl die A- als auch die B-Junioren spielen in der höchsten Klasse, die U17 wurde in der vergangenen Saison erstmals deutscher Meister. Dennoch sehen sich die Badener als Lehrling und (noch) nicht auf Augenhöhe mit den Schwaben.

"Der VfB Stuttgart ist einer der am besten geführten Vereine in Deutschland", stellte Hoffenheims Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus fest. Bis 2006 war Rotthaus Marketing-Chef beim VfB, ehe er dem Ruf von Hopp folgte.

Wie er arbeiten mittlerweile mehrere seiner früheren Stuttgarter Mitstreiter in der Hoffenheimer Geschäftsstelle. Auch der vor zwei Jahren verpflichtete Trainer Ralf Rangnick blickt auf eine Vergangenheit beim VfB zurück, wo er einst in der Amateurmannschaft spielte und sich später als Jugendtrainer erste Sporen verdiente.

Rangnick setzt auf ehemalige VfB-Akteure

Als Stuttgarter Cheftrainer blieb er jedoch glücklos: Nach 18 Monaten mit mehr Tiefen als Höhen wurde er im Februar 2001 entlassen. Dennoch schätzt Rangnick nach wie vor die Stuttgarter Schule.

Im Aufgebot des Aufsteigers stehen in Andreas Beck, Matthias Jaissle, Tobias Weis, Marvin Compper und Jochen Seitz immerhin fünf ehemalige VfB-Akteure. "Spieler, die beim VfB Stuttgart ausgebildet wurden, bringen serienmäßig mit, was bei anderen nur als Sonderausstattung zu haben ist", schwärmt Rangnick.

"Dorf klein, Mannschaft stark"

Nun schickt er sich mit seinem Team an, den Favoriten zu stürzen. Beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams in der 1. Runde des DFB- Pokals 2005 hatten die Stuttgarter mit 4:3 glücklich die Oberhand behalten.

Der damalige VfB-Trainer Giovanni Trapattoni tröstete den Underdog danach: "Dorf klein, Mannschaft stark, Herzschlag auf 180." Drei Jahre später soll der UEFA-Cup-Teilnehmer die Stärke des Aufsteigers erneut zu spüren bekommen.

Zum Kader von 1899 Hoffenheim

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