Mittwoch, 24.09.2008

Versuchter Totschlag

Strafanzeige gegen Kung-Fu-Wiese

Die Bilder vom Derby zwischen Werder Bremen und dem HSV Anfang Mai wird niemand so schnell vergessen.

Tim Wiese, Ivica Olic
© DPA

Damals hatte Werders Torhüter Tim Wiese mit seinem heftigen Kung-Fu-Tritt gegen Ivica Olic auch im Nachhinein noch lange für Empörung unter Sportlern und Fans gesorgt. Franz Beckenbauer sprach sogar von Mordversuch.

Nun wurde bekannt, dass gegen den Keeper nach dem derben Foul eine Strafanzeige wegen versuchten Totschlags gestellt wurde. Das Skurrile: Nicht Opfer Olic, sondern ein namentlich nicht genannter Außenstehender ist der Kläger.

Beschwerde gegen Verfahrenseinstellung

Am 4. September dann die Einstellung des Verfahrens - aufgrund fehlender Beweise und mangels Tatverdacht. Doch die Sache ist für Wiese noch nicht vom Tisch. Laut des Hamburger Staatsanwalts Wilhelm Möllers habe der Kläger noch die Möglichkeit, gegen die Einstellung des Verfahrens Beschwerde einzulegen. "Dann würde die Generalstaatsanwaltschaft prüfen, ob es sinnvoll ist, die Ermittlungen wieder aufzunehmen", so Möllers.

Wiese, der von der Anklage nach seiner Rückkehr aus dem Sommerurlaub erfuhr und 30 Minuten zu seinem Vergehen verhört wurde, ist entsetzt.

"Derjenige, der mich angezeigt hat, forderte, ich solle die gerechte Strafe bekommen", sagte Wiese der "Sport-Bild". "Natürlich war die Szene schlimm, aber man sollte lieber Verbrecher verfolgen, anstatt so einer Anzeige nachzugehen. Zumal es doch keine Absicht war."

Olic nimmt Wiese in Schutz

Rückendeckung bekommt der schockierte Keeper vom Hamburger Spieler selbst, der damals mit einer Prellung im Schulter-Hals-Bereich davongekommen ist.

Auch ihn verhörte die Polizei, doch für Ivica Olic ist die Sache längst abgehakt.

"Die Beamten wollten wissen, ob ich ein schweres Trauma erlitten habe. Ich antwortete: Nein", sagte Olic. "Ich verstehe auch nicht, dass man wegen so einer Sache Tim Wiese anzeigt."

Fans bedrohen Wiese

Wie sich die Sache weiterentwickelt, wird sich in den nächsten zwei Wochen zeigen.

Doch noch mehr Respekt als vor einer möglichen Beschwerde der Klägerseite hat Tim Wiese vor den Fans.

Morddrohungen auf seiner Homepage sind schon an der Tagesordnung. "So etwas darf man nicht unterschätzen. Es gibt viele Psychopathen auf der Welt."

Merja Schubert

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