Premiere-Stimmen des 6. Spieltags

"Die Bayern stehen da, wo sie hingehören"

SID
Samstag, 27.09.2008 | 19:54 Uhr
Stefan Effenberg
© premiere
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Die Bayern haben das zweite Spiel in Folge verloren. In Hannover gab es eine 0:1-Pleite. Trotz der Kritik an seiner Rotation, würde es Trainer Jürgen Klinsmann wieder so tun. Und Manager Uli Hoeneß gefiel der Blick auf die Tabelle überhaupt nicht. Außerdem schimpfte VfB-Keeper Jens Lehmann nach der 0:3-Pleite in Dortmund über den Schiedsrichter.

Die Premiere-Stimmen des 6. Spieltags 

Premiere-Experte Stefan Effenberg über die 0:1-Niederlage des FC Bayern München bei Hannover 96: "Die Bayern waren in der zweiten Halbzeit optisch überlegen, aber nicht zwingend genug. Der letzte Kick, das gewisse Etwas hat gefehlt."

Über das Rotationsprinzip von Trainer Jürgen Klinsmann: "Sie haben Probleme, da sie jede Woche mit einer anderen Mannschaft auflaufen. Daran müssen sich die Spieler erstmal gewöhnen. Deshalb bin ich am Anfang der Saison kein Freund von Rotation. Man kann sich nicht einspielen, wenn wild rotiert wird. Es ist ein Vabanque-Spiel. Man muss ein Gebilde finden, ein Gerüst für die Mannschaft, und da drum herum bauen. Dann kann man auf den Außenbahnen rotieren. Aber nicht auf den zentralen Positionen. Da braucht man die Leute, die den Rhythmus vorgeben."

Über den neunten Tabellenplatz der Münchner: "Bayern steht in der Tabelle da, wo sie derzeit hingehören, nämlich im Mittelfeld. Sie müssen aufpassen, dass der Rückstand nicht zu groß wird. Der Tabellenführer ist immerhin schon fünf Punkte weg."

Über die 1:2-Niederlage des VfL Wolfsburg beim Karlsruher SC: "Karlsruhe hat aus wenig viel gemacht und Wolfsburg aus viel nichts. Sie hatten die Chancen und haben sie nicht genutzt. Das wird für die Jungs eine harte Woche unter Felix Magath."

Über das 1:1 von Eintracht Frankfurt gegen Arminia Bielefeld: "Es hilft Frankfurt nicht wirklich, das muss man sagen. Es stehen schwere Wochen bevor. Ich denke, es wird noch Wochen dauern, bis sich Frankfurt von da unten befreit."

Über die "Funkel-raus"-Rufe: "Das hat er nicht verdient. Wichtig ist für den Verein, Ruhe zu bewahren. Du hast immer Idioten in den Fankurven stehen, die etwas anzetteln wollen. Das hast du überall, wenn es nicht läuft. Jetzt ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren."  

Über den 5:4-Sieg von Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim: "Ich habe noch nie ein offeneres Spiel gesehen. Da ging es hin und her, das war schön anzusehen."

Über den Hamburger 1:0-Sieg gegen Mönchengladbach: "Es geht nicht immer mit Glanz und Gloria, sondern auch mal mit richtig harter Arbeit. Das haben sie heute geschafft."

Über die fehlende Rückendeckung von Mönchengladbachs Sportdirektor Christian Ziege für Trainer Jos Luhukay: "Das war eine lauwarme Aussage. Da muss eine klares Zeichen vom Sportdirektor oder dem Verein kommen. Das war kein klares Zeichen. Ich würde sagen: Klar, er bleibt unser Trainer."

Jürgen Klinsmann (Trainer FC Bayern München): "Es war eine total unnötige Niederlage, die wir schlucken müssen. Wir haben nicht schlecht begonnen und das Spiel kontrolliert. Das Freistoßtor hat uns den Rhythmus genommen. Das hat sich durchgeschleppt bis zum Ende. Das ist natürlich alles andere als angenehm von der Seitenlinie aus zu beobachten."

Über sein Rotationsprinzip: "Hinterher ist man immer schlauer. Ich würde es aber genau so wieder tun."

Über seine Startbilanz mit acht von 18 möglichen Punkten: "Sie ist natürlich nicht optimal. Wenn man beim FC Bayern ist, werden Punkte und Siege erwartet. Wenn sie nicht eintreffen, wird viel diskutiert. Wir machen unsere Arbeit sehr fleißig und sehr intensiv und hoffen, dass wir mit dem Lauf der Spiele unseren positiven Rhythmus bekommen."

Uli Hoeneß (Manager FC Bayern München): "Die Niederlage hatte nichts mit der Rotation zu tun. Wir sind viel zu nachlässig mit dem Spiel umgegangen. Der Anblick der Tabelle nervt mich. Ich habe festgestellt, dass jede Menge Mannschaften vor uns sind. Wir sollten bemüht sein, diesen Zustand nicht allzu lange währen zu lassen."

Robert Enke (Hannover 96): "Ich habe vor dem Spiel gesagt: Wir müssen die Schießbude mal abschließen - und das ist uns heute ganz gut gelungen. Es war eine sehr, sehr gute Mannschaftsleistung. Nur so geht's - egal ob gegen den FC Bayern oder sonst wen. Wir haben gesehen, dass sie viel rotiert haben, und wussten, dass sie in dieser Formation nicht eingespielt sein können. Das wollten wir ausnutzen und das ist uns gelungen. Das muss der Weg sein. Das kann heute aber nur ein Anfang gewesen sein."

Jens Lehmann (VfB Stuttgart) über den Gegentreffer zum 0:2: "Wir sind ein wenig benachteiligt worden. Er (Dortmunds Felipe Santana) hält seinen Ellbogen in mein Gesicht - und das im Fünfmeterraum. Das war Foul. Beim Stand von 0:1 kann so eine Situation spielentscheidend sein."

Über Schiedsrichter Dr.Felix Brych: "Der Schiedsrichter ist leider sehr uneinsichtig gewesen. Es ist schade, dass man mit solchen Leuten konfrontiert wird. Der Mann gibt sein Bestes. Aber wenn ich mein Bestes gebe und es reicht nicht, dann bin ich weg. Ich denke, bei Schiedsrichtern wird es genauso sein."

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen): "Nach dem 4:1-Vorsprung darf man sich das Ding nicht mehr so wegnehmen lassen. Das ist auf der einen Seite ein großer Vorwurf. Auf der anderen Seite dann aber noch die Entscheidung herbeizuführen, ist gut."

Torsten Frings (Werder Bremen): "In der zweiten Halbzeit haben wir uns zu sicher gefühlt. Aber dass wir mit zehn Mann zurückzuschlagen und dann auch noch gewinnen - da kann man nur sagen: Bei uns ist alles intakt."

Martin Jol (Trainer Hamburger SV): "Das war ein schmutziger Sieg."

Jos Luhukay (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Über das Ergebnis bin ich enttäuscht, nicht aber über das Spiel. Die Spieler sind von absolut guten Willen und haben eine hervorragende Einstellung gezeigt. Ich gehe davon aus, dass ich nächste Woche gegen Köln auf der Bank sitzen werde."

Christian Ziege (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach): "Man kann nicht immer nur auf Wolke 7 schweben wie letztes Jahr, als wir alles gewonnen haben. Wir sind im Oberhaus angekommen und haben von Anfang an gesagt, dass wir um den Klassenverbleib spielen werden. Nichts anderes tun wir. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen."

Über die Diskussion um Trainer Jos Luhukay: "Diese Diskussion wird von außen hereingetragen. Und ich habe keine Lust, über Dinge zu diskutieren, die von außen hereingetragen werden."

Edmund Becker (Trainer Karlsruher SC): "Der Sieg war sehr wichtig, nach dem Pokal jetzt auch in der Bundesliga etwas Anschluss an das Mittelfeld zu bekommen. Wir haben auch weitere schwere Spiele, deshalb war der Dreier wichtig gegen eine sehr starke Wolfsburger Mannschaft."

Felix Magath (Trainer VfL Wolfsburg): "Das hat nichts mit bitter zu tun. Das hat damit zu tun, dass wir am Donnerstag Europapokal haben. Wir haben eine junge Mannschaft, die diese Situation nicht kennt. Da ist der ein- oder andere mit ein paar Prozent immer schon bei dem vermeintlich interessanteren Spiel." Weiter: „Wir brauchen keine Maßnahmen zu ergreifen. Jetzt haben wir ja am Donnerstag das UEFA-Cup-Spiel, da sind sie wieder voll bei der Sache."

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt): "Das Ergebnis ist enttäuschend. Wir müssen zu Hause zu Siegen kommen, das haben wir nicht geschafft. Wir haben aufopferungsvoll gekämpft, aber wir haben in der ersten Halbzeit sehr nervös agiert und sind unglücklich in den Rückstand geraten."

Über die "Funkel-raus"-Rufe: "Ich habe zu gleichen Teilen mitbekommen, dass die Fans auch sofort wieder bereit waren, die Mannschaft anzufeuern. Diese "Funkel-raus"-Rufe sind doch nichts anderes, als dass ein Fan sagt:‚Ich bin enttäuscht!'. Das manifestiert sich eben in "Funkel-raus"-Rufe."

Friedhelm Funkel (Trainer Eintracht Frankfurt): "Wenn der ein oder andere mal "Funkel-raus" ruft - da muss man drüber stehen. Das gibt es in anderen Stadien auch. Für mich ist es wichtig, dass ich an wichtigen Stellen Kredit habe, den ich mir hier in den letzten viereinhalb Jahren erarbeitet habe. Das ist für mich wichtig und sonst nichts."

Benjamin Köhler (Eintracht Frankfurt): "Wenn es bei uns nicht läuft, steht der Trainer immer schnell in Frage. Aber wir stehen voll hinter dem Trainer. Wir wissen, was wir an ihm haben. Man sieht es in den letzten Jahren, was wir schon alles erreicht haben. Aber jetzt läuft es mal nicht so gut, wie man es sicht vorstellt und ich denke, da sollte man nicht gleich auf den Trainer draufhauen."

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