Bayern geht gegen Werder unter

Der falsche Film

Von Thomas Gaber
Samstag, 20.09.2008 | 22:36 Uhr
bundesliga, bayern, bremen, van bommel
© Getty
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Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann war nach dem deprimierenden 2:5 gegen Werder Bremen beileibe nicht zu Scherzen aufgelegt.

Dabei hatte es Franz Beckenbauer doch nur gut gemeint mit seinem Vorschlag, Klinsi solle sich auf dem Oktoberfest ordentlich einen in die Birne zwiebeln.

"Jürgen, ich beneide dich nicht. Trink ein paar Maß Bier auf der Wiesn, fahr aber danach nicht mehr mit dem Auto", riet der Kaiser dem Coach via Bild-Schalte bei Premiere.

Artig antwortete Klinsmann, dass er ja normalerweise jeden Ratschlag von Beckenbauer beherzige, in diesem Fall müsse er aber des Kaisers Konsultation zurückweisen.

Historische Bayern-Pleite

Klinsmann wählt lieber die sachliche Variante zur Ver- und Aufarbeitung ("Wir werden genau analysieren, was hier passiert ist") einer historischen Pleite.

Zum ersten Mal verlor der FC Bayern ein Heimspiel zum Oktoberfest-Auftakt, zuvor hatte es 14 Siege und 9 Unentschieden gegeben. Fünf Gegentore in der Bundesliga in heimischen Gefilden gab es zuletzt am 9.10.1976 (0:7 gegen Schalke) und ein Heimspiel mit drei Toren Unterschied verlor der FC Bayern zuletzt am 17.02.1996 (1:4 gegen Karlsruhe).

Damals war Klinsmann ebenfalls Zeitzeuge, als Spieler der Münchner. Ein surreales Erlebnis für Klinsi - schließlich traf ein Mensch namens Manfred Bender damals gleich doppelt.

Ähnlich surreal war das, was sich zwölf Jahre später in der Münchner Arena abspielte. Mochte der FC Bayern in der ersten Halbzeit noch mit gut organisierten Bremern mithalten, bröckelte er zwischen der 46. und 67. Minute sukzessive auseinander.

Surrealer Samstagnachmittag

Mesut Özil (53.), Claudio Pizarro (59.) und Markus Rosenberg (67.) erhöhten auf 0:5. Blitzschnell, blitzsauber, ohne Gegenwehr.

Keiner der 69.000 Zuschauer konnte das Geschehen nachvollziehen, geschweige denn erklären. Pfiffe der Bayern-Fans? Fehlanzeige. Ausgelassener Bremer Jubel? Fehlanzeige.

Stattdessen: "Tim Borowski"-Gebrüll der Werder-Fans nach dessen Doppelpack und kryptisches Fußball-ABC von Werder-Coach Thomas Schaaf ("Wenn man das kleine 1-mal-1 nicht versteht, kann man das große 1-mal-1 nicht anwenden"). Frei übersetzt: Wenn man keine Tore schießt, kann man auch nicht gewinnen.

Doch genau das ist den Bremern diesmal glänzend gelungen. Weil sie kapiert haben, "wie man gegen Bayern München spielen muss: konzentriert bis zur letzten Minute" (Diego).

Problemfall Rensing

In diesem Punkt hatten sie den Bayern einiges voraus. Der hoch gelobte Martin Demichelis stand völlig neben sich, Mark van Bommel hechelte wechselweise Diego und Mesut Özil hilflos hinterher und spielte schlimme Fehlpässe.

"Wir haben sehr lethargisch gespielt. Das war eine absolut desolate Leistung. Man muss sich bei jedem Fan, der im Stadion war, entschuldigen. Man kann Spiele verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise", raunzte Borowski.

Luca Toni ließ einige gute Torchancen ungewohnt leichtfertig aus und Torhüter Michael Rensing machte nicht nur beim 0:5 eine schlechte Figur. Schon in der 3. Minute war Rensing an einer Flanke ins Leere gesprungen.

Klinsmann will aber von einem Sicherheitsrisiko im Tor nichts wissen: "Es ist normal, dass man Fehler macht. Michael ist als Kahn-Nachfolger in keiner einfachen Situation. Aber er wird seinen Weg gehen."

Borowski: "Kritik ist angebracht"

Das wird auch Klinsmann. Der Coach ist nicht gewillt, ein 2:5 zum Anlass zu nehmen, sein Konzept über den Haufen zu werfen.

"Wir müssen die schmerzhafte Lektion natürlich erstmal verdauen. Man muss aber wieder aufstehen, wenn man am Boden liegt. Und wir werden wieder aufstehen und vielleicht stärker sein als zuvor."

Glücklicherweise, so Klinsmann, könne man bereits am Mittwoch im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg die Dinge wieder grade rücken. 

Bis dahin werde es aber wohl ungemütlich werden, unkte Borowski. "Wir müssen uns nach dieser Leistung der Kritik stellen, die jetzt berechtigter Weise auf uns einprasseln wird."

Wenigstens einer aus der Bayern-Familie ließ sich die Laune zum Wiesn-Start nicht verderben. "In der letzten Saison haben wir in Bremen 4:0 gewonnen, diesmal 5:2 verloren. Somit haben wir den direkten Vergleich gewonnen", sagte van Bommel.

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