Veh platzt nach "Gegurke" der Kragen

SID
Freitag, 15.08.2008 | 11:36 Uhr
stuttgart, györ, uefa-cup
© Getty
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Stuttgart - Nach dem grausamen "Gegurke" gegen den allenfalls zweitklassigen FC ETO Györ platzte den Verantwortlichen des VfB Stuttgart der Kragen.

"Das hat mir nicht gefallen. Darüber werden wir sprechen", kündigte Trainer Armin Veh nach dem armseligen 2:1 (2:1)-Sieg der Stuttgarter in der zweiten Qualifikationsrunde zum UEFA-Pokal und der damit verpatzten Generalprobe für den Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach ernsthafte Konsequenzen an.

Ergebnis enttäuschend

"Am Sonntag müssen wir anders auftreten. Sonst bekommen wir Probleme." Sportdirektor Horst Heldt, der sich sonst wie Veh stets vor seine Schützlinge stellt, bemängelte mit versteinerter Miene den schwachen Auftritt: "Einfach ärgerlich, einfach enttäuschend. Alles muss besser werden!"

Die schwachen Schwaben beherrschten nicht einmal die Grundregeln des Fußball-Einmaleins: Fehlpässe selbst aus Nahdistanz, Flanken ins Niemandsland, mangelnde Aggressivität, Abstimmungsfehler, Abschlussschwäche, und, und, und...

"Ich bin mit dem Spiel und dem Ergebnis nicht zufrieden", kommentierte Veh verärgert die leichtfertig vergebene Chance, gegen den harmlosen Tabellenletzten der ungarischen "NB-1"-Liga schon vor dem Rückspiel in zwei Wochen das Weiterkommen klar zu machen.

Auswärtssieg nun Pflicht

"Wir hätten uns sicher eine bessere Ausgangsposition verschaffen können", pflichtete Heldt bei. Gefragt, ob er sich die "Versager" persönlich zur Brust nehmen werde, ruderte der Manager angesichts der Pflichtspiel-Premiere verbal etwas zurück: "Es besteht keine Notwendigkeit, ein großartiges Theater zu machen."

Die Spieler schwankten zwischen Selbstkritik und Schönfärberei. "Das ist kein Wunschergebnis für uns", räumte der auf ganzer Linie enttäuschende Torjäger Mario Gomez ein. "Wir müssen jetzt nach Ungarn fahren und dort gewinnen, alles andere wäre eine Enttäuschung. Wenn wir gegen den FC Györ nicht weiterkommen, dann gehören wir nicht in den UEFA-Cup."

Sein Nationalmannschaftskollege Thomas Hitzlsperger urteilte: "Das Ergebnis ist positiv. Aber das Gegentor ist bitter." Bezogen auf den Bundesliga-Start betonte der neue Mannschaftskapitän: "Wir müssen uns da sicher noch verbessern, weil am Sonntag der Gegner besser sein wird."

"Ganz klar zu wenig"

Wie unterschiedlich die Wahrnehmung war, verdeutlichten die konträren Kommentare von Jens Lehmann und Roberto Hilbert. "So schwach ist das gar nicht", beschönigte der ehemalige Nationaltorhüter die bescheidene Vorstellung. Der dieses Mal als Verteidiger aufgebotene Mittelfeldmann meinte dagegen: "Das war ganz klar zu wenig."

Dabei hätten die ohne sechs verletzte bzw. geschonte Stammkräfte angetretenen Stuttgarter auch ohne Glanzleistung einen geruhsamen Abend genießen können.

Der von Bundestrainer Joachim Löw ins Belgien-Aufgebot berufene Innenverteidiger Serdar Tasci ("Ich hoffe, dass ich spielen darf") per Kopf (13.) und Ciprian Marica (33.) sorgten für einen scheinbar beruhigenden 2:0-Vorsprung.

Keine Schlampereien gegen Gladbach

Begünstigt durch eine katastrophale Co-Produktion von Ricardo Osorio und Sami Khedira kam Györ durch Zoltan Böör zum nicht für möglich gehaltenen Anschlusstreffer (45.).

Veh garantierte mit verbissenem Gesichtsausdruck, dass gegen Gladbach solche Schlampereien nicht zu sehen sein würden: "Ich weiß, dass wir besser Fußball spielen können. Das werden wir zeigen."

Die zweite Qualifikationsrunde im Überblick

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