Wohl nur ein Kreislaufkollaps bei Özat

"Es geht mir wieder gut"

Von SPOX
Samstag, 30.08.2008 | 11:36 Uhr
fußball, bundesliga, koeln, oezat
© Getty
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Große Erleichterung beim 1. FC Köln und allen, die das Bundesliga-Spiel der Geißböcke beim Karlsruher SC am Freitagabend gesehen haben. Ümit Özat geht es nach seinem Zusammenbruch in der 26. Minute wieder deutlich besser.

"Es geht mit wieder gut", sagte der 31-Jährige. Nachdem er die Nacht in einem Karlsruher Krankenhaus verbrachte, reiste er nach einer abschließenden Untersuchung bereits zurück nach Köln. Wahrscheinlich habe der Türke einen Kreislaufkollaps erlitten, teilte der FC auf seiner Internetseite mit. "Es könnte sein, dass Ümit zu wenig gegessen oder getrunken hat", sagte Mannschaftsarzt Paul Klein.

Özats Zustand ist stabil. In Köln soll er dennoch weiter intensiv medizinisch betreut und untersucht werden, "um auch das Unwahrscheinlichste auszuschließen", sagte FC-Mannschaftsarzt Jürgen Böhle.

Er könne aber wahrscheinlich schon nächste Woche wieder trainieren. "Ich will so schnell wie möglich wieder Fußball spielen, aber die Gesundheit geht jetzt erst einmal vor", sagte Özat den Journalisten vor seinem Haus.

Auf dem Spielfeld hatte die Situation um den türkischen Abwehrspieler sehr viel schlimmer ausgesehen und ließ sogar das Schlimmste befürchten.

Wiederbelebung auf dem Platz

Es lief die 26. Spielminute in der Partie Karlsruhe gegen den 1. FC Köln, als Fußball plötzlich zur Nebensache wurde: FC-Kapitän Ümit Özat sank ohne Fremdeinwirken erst auf die Knie, kippte dann zur Seite weg und blieb bewegungslos liegen.

Geschockt winkten seine Mannschaftskollegen sofort die Betreuer aufs Spielfeld. Spätestens als Notärzte dort mit einer Herzdruckmassage begannen, wusste jeder im Stadion um den Ernst der Lage.

"Er lag völlig leblos am Boden"

Als einer der ersten war der Karlsruher Mannschaftsarzt Marcus Schweizer bei Özat. "Als wir auf der Bank sahen, dass er sich gar nicht mehr regte, sind wir sofort zu ihm", berichtete der Teamarzt später: "Er lag völlig leblos am Boden, deshalb haben wir früh mit der Herzmassage begonnen. Dann kam er ganz kurz zu Bewusstsein, war aber sofort wieder leblos mit einem krampfartigen Bereich im Kiefer."

"Der Spieler war auf dem Platz in akuter Lebensgefahr", erklärte der Stadionarzt.

Noch im Innenraum des Stadion sei Özat dann aber wieder zu Bewusstsein gekommen. "Er war allerdings so verwirrt, dass er gleich wieder aufs Spielfeld rennen wollte", so Schweizer, der die weiteren Schritte in die Wege leitete.

Özat wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Dort soll nun auch abgeklärt werden, ob der Kollaps neurologische Ursachen hatte, oder ob doch eine Erkrankung des Herzens vorliegt.

Tränen bei Daum

Auf dem Spielfeld herrschte zunächst Fassungslosigkeit. Während Özat mit einer Trage in die Kabine getragen wurde, liefen Kölns Torhüter Faryd Mondragon und seinem Trainer Christoph Daum die Tränen über das Gesicht.

Unter dem Eindruck der schockierenden Szenen dachte Schiedsrichter Florian Meyer sogar über einen Spielabbruch nach. Er erkundigte sich gerade persönlich bei den Kölner Spielern, ob sie die Partie fortsetzen wollten, als eine erste Entwarnung aus der Kabine kam.

Özat war bei Bewusstsein und er war ansprechbar. Unter dem spontanen Applaus des kompletten Wildparkstadions gab der Stadionsprecher die gute Nachricht bekannt. Schließlich entschied Schiedsrichter Meyer, das Spiel wieder anzupfeifen.

Durch Treffer von Milivoje Novakovic (72.) und Sergiu Radu (84.) gewann Köln am Ende mit 2:0, doch die gesamte Partie stand weiterhin merklich unter dem Eindruck der dramatischen Szenen. (Hier geht's zum Spielbericht.)

Daum: "Er nennt mich Vater"

Entsprechend bedrückt äußerte sich auch FC-Coach Christoph Daum: "Die Situation hat uns alle unglaublich mitgenommen. Auch ich konnte mich nicht davon freimachen. Ich habe zu Özat eine enge Beziehung, die weit über das Trainer-Spieler-Verhältnis hinausgeht. Er selbst bezeichnet mich immer wieder als Vater. Umso mehr hat mich die Sache mitgenommen."

Doch auch seine Mannschaft sei in der Halbzeit regelrecht unter Schock gestanden. "Wir haben in der Pause nicht über Fußball gesprochen. Am Ende habe ich nur gesagt: 'Wir spielen jetzt für Ümit'", so Daum weiter.

Immerhin konnte auch der Trainer kurz nach dem Spiel schon bestätigen, dass Özat sich auf dem Weg der Besserung befinde: "Er ist im Krankenhaus, trägt noch eine Sauerstoffmaske und ist an ein EKG-Gerät angeschlossen. Aber sein Zustand ist stabil."

Erinnerung an eine Tragödie

Daum kennt Özat schon aus gemeinsamen Zeiten bei Fenerbahce Istanbul. Doch noch aus einem anderen Grund gingen ihm die schrecklichen Bilder besonders nahe: "Ich war damals dabei, als Foe auf dem Platz verstorben ist - so etwas möchte ich nicht noch einmal erleben", sagte Daum.

Der Kameruner Marc-Vivien Foe kollabierte während des Konfed-Cups 2003 in Lyon im Halbfinale gegen Kolumbien. Obwohl auch damals die Ärzte sofort zur Stelle waren, starb der 28-Jährige später im Krankenhaus.

Im Falle von Ümit Özat jedoch gab auch Michael Meier zum Glück Entwarnung: "Es sieht so aus, als hätten sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt. Wir kennen die Ursache noch nicht, aber er ist ansprechbar", sagte der Kölner Manager.

Vor genau einem Jahr starb Puerta

Doch auch Meier stand der Schrecken noch merklich ins Gesicht geschrieben. Zu sehr erinnerte ihn die Szene nämlich an den 25. August 2007. Vor genau einem Jahr kollabierte der spanische Nationalspieler Antonio Puerta in einem spanischen Ligaspiel mit dem FC Sevilla gegen Getafe.

Auch der 23-Jährige brach in der 30. Minute plötzlich auf dem Spielfeld zusammen und musste in der Kabine insgesamt fünfmal wiederbelebt werden, ehe er ins Krankenhaus gebracht und dort künstlich beatmet werden konnte.

Drei Tage nach dem Spiel verschlechterte sich jedoch sein Zustand. Puerta starb am 28. August. Der behandelnde Arzt berichtete, dass der mehrfache längere Herzstillstand letztlich zu einem Organversagen in Verbindung mit einer irreversiblen Schädigung des Gehirns führte. Ursache war offenbar eine erblich bedingte, unheilbare Herzkrankheit.

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