(1,5 Millionen)
(ablösefrei)
(eigene Jugend)

München - Eine "Sitcom" sei das tägliche Wechseltheater um Rafael van der Vaart, sagte HSV-Star Vincent Kompany. Die Komödie ist nun zu Ende, gut lachen hatte am Ende Real Madrid: Der kleine Engel ist nun Spanier.
Hamburg hat dafür jetzt wieder Bargeld in den klammen Kassen. Wie sinnvoll die Verantwortlichen es wieder unter die Leute bringen, davon hängt wohl ab, wohin der Weg der Hanseaten in der kommenden Saison geht.
Denn mittelfristig hat Hamburg einen perspektivisch gut aufgestellten Kader. Für den kurzfristigen Erfolg fehlt ohne van der Vaart aber womöglich das entscheidende Quäntchen an Charisma und fußballerischer Klasse, um wirklich oben anzugreifen.
Vor allem ein klaffendes Loch, das Rafael van der Vaart im Mittelfeld und im Selbstbewusstsein des Hamburger SV hinterlassen hat. Das Trostpflaster aber ist immerhin gut 13 Millionen Euro wert. Und mit dem reist Dietmar Beiersdorfer nun um die halbe Welt, um zumindest die sportliche Lücke halbwegs zu verarzten.
Hamburgs Zugänge

Noch hat der Sportdirektor keinen adäquaten Ersatz gefunden, denkbar sind aber mehrere Szenarien, in denen der Verlust von van der Vaart kompensiert werden soll. Die wahrscheinlichste Variante: Der HSV holt sich einen gestandenen Stürmer.
Das kreative Vakuum müsste dann intern gefüllt werden. Neben Piotr Trochowski kommt dafür vor allem Jonathan Pitroipa in Frage. Der 22-Jährige ist neben Dennis Aogo bislang der einzige Neuzugang, konnte in den Testspielen auf der rechten Außenbahn aber durchaus schon erste Akzente setzen.
Neu ist natürlich auch das Trainerteam. Chef-Coach Martin Jol durfte sich einen siebenköpfigen Stab zusammenstellen - das teuerste Trainerteam in der Geschichte des Klubs (Alle Testspiele und News im im Überblick).
"Wir wollen flexibel sein. Es ist ein Fehler, sich auf ein festes Spielsystem festzulegen", sagte Jol gegenüber SPOX.
Generell will der 52-Jährige "den Fans attraktiven Fußball bieten", er lässt deutlich offensiver agieren als etwa sein Vorgänger Huub Stevens.
In den meisten Vorbereitungsspielen agierte Jol im 4-2-3-1-System. Welche Formation zum Bundesligastart auf dem Feld stehen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wen der HSV noch verpflichten kann (Hier geht's zum Kader!).
Jonathan Pitroipa. Nach den ersten Eindrücken bescheinigte Jol dem Neuzugang aus Freiburg noch körperliche Defizite. Doch ein paar Testspiele und etliche Liegestütze später sagte der Trainer: "Ich traue ihm den schnellen Durchbruch in der Bundesliga zu."
Tatsächlich hinterließ Pitroipa unter anderem im Test gegen Real Madrid einen ebenso quirligen wie torgefährlichen Eindruck. Van der Vaart stand da schon nicht mehr auf dem Platz.
Pitroipa ins Comunio-Team? Hier geht's zum SPOX-Rating-Tool!
SPOX: Am ersten Spieltag geht es gleich gegen die Bayern. Sind Sie froh, dass es sofort in die Vollen geht, oder wären Ihnen die Münchner später lieber gewesen?
Martin Jol: Fußballer leben für große Spiele. Je früher desto besser.
SPOX: Stichwort München: Sie haben selbst sechs Bundesligaspiele für die Bayern gemacht. Welche Eindrücke sind von damals geblieben? Gibt es noch Kontakt, wem würden Sie am 15. August gerne die Hand schütteln?
Jol: Über meinem Spind hing damals ein Schild, auf dem 'Kaiser' stand. Mittlerweile haben die Bayern ja aber auch ein neues Trainingsgelände, in dem wahrscheinlich nicht mehr allzu viel an Beckenbauers Zeiten erinnert. Kontakte gibt es heute kaum noch, ich war ja nicht lange bei den Bayern. Deswegen wäre es mir auch am liebsten, nach einem guten Spiel die Hände meiner Spieler zu schütteln.
Hier das ganze Interview mit dem Trainer nachlesen!
Martin Jol hat frischen Wind nach Hamburg gebracht. Das kollektive Tempo und die individuelle Klasse einzelner Spieler haben im Vergleich zur vergangenen Saison bereits deutlich zugenommen.
Problem: Die Mannschaft war mit van der Vaart schon jung und unerfahren. Ohne den Niederländer fehlt die bestimmende Figur auf dem Platz, was möglicherweise zu fehlender Konstanz im Lauf der Saison führen wird.
Gelingt es dem HSV noch, einen gestandenen Spieler zu verpflichten, dann wird Hamburg erneut in den Top-Fünf mitmischen.
Jol zu SPOX: " Wir wollen uns wieder für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Der HSV muss immer international dabei sein. Das erwarten auch die Fans von uns."
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