Gegen jede Regel

Von Stefan Moser
Dienstag, 19.08.2008 | 17:58 Uhr
© Getty
Advertisement
La Liga
Sa13:00
El Clasico auf DAZN:
Real Madrid vs. Barcelona
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston
Serie A
Florenz – AC Mailand
Premiership
Celtic -
Rangers
Serie A
Atalanta -
Cagliari
Serie A
Benevento -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Udinese
Serie A
AS Rom -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
SPAL
Serie A
FC Turin -
CFC Genua
Premier League
Liverpool -
Leicester
Championship
Barnsley -
Reading
Serie A
Inter Mailand – Lazio Rom
Premier League
Man Utd -
Southampton
Championship
Bristol City -
Wolverhampton
Premier League
Chelsea -
Stoke
Serie A
Hellas Verona -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Everton (DELAYED)
Premier League
Watford -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Man City
Premier League
West Brom -
Arsenal

München - Die Geschichte begann bereits im April 1986. Werder Bremen brauchte gegen Bayern einen Sieg, um zwei Spieltage vor Schluss die Meisterschaft perfekt zu machen.

In der 90. Minute stand es noch immer 0:0, als Volker Roth, damals Deutschlands bester Schiedsrichter, überraschend auf den Punkt zeigte: Elfmeter für Bremen! Zwar traf Michael Kutzop nur den Pfosten, die Bayern wurden schließlich Meister - doch Roths eigenwilliger und mutiger Pfiff sorgte für Diskussionen.

Es war Roths letztes Ligaspiel, heute ist er Vorsitzender des deutschen Schiedsrichterausschusses. Dort sorgt er nun wieder für Gesprächsstoff, wieder geht es um Elfmeter.

Jahr für Jahr setzt der Verband nämlich ein Schwerpunktthema auf die Agenda, in dieser Saison ist es das branchenüble Gezupfe und Gezerre im Strafraum bei Ecken und Freistößen. Bislang galt das allenfalls als Kavaliersdelikt, doch künftig soll es dafür häufiger Elfmeter geben.

Kinhöfer setzt sich zur Wehr

Vortuner der deutschen Schiedsrichtergilde war in diesem Jahr Thorsten Kinhöfer, der die neue Leitlinie zur Saisoneröffnung in München auch TV-trächtig in die Tat umsetzte. Er gab zwei recht umstrittene Elfmeter - einen für Bayern und einen für Hamburg - und musste sich später dafür erklären.

"Halten, Klammern und Ziehen im Strafraum ist in diesem Jahr der Schwerpunkt", rechtfertigte sich Kinhöfer, "deshalb gab es am Freitag keine zwei Meinungen: Strafstoß."

Immerhin seien die Schiris im Sommer extra durch die Republik getingelt, um den Vereinen eine DVD mit 36 Beispielszenen vorzuspielen, die die neue Order demonstrieren sollte.

Zwei Meinungen gab es natürlich trotzdem. Die Beteiligten nämlich waren sich zum Großteil einig: Beide Szenen waren nicht elfmeterwürdig.

Hoeneß gegen alle

Gegen diesen Konsens stellte sich alleine Uli Hoeneß. "Irgendwann muss es sogar fünf Elfmeter in einem Spiel geben. Das Trikotziehen muss aufhören, dann können wir endlich wieder Kopfballtore sehen", so der Bayern-Manager. In der Tat brachte er damit auch den Kerngedanken der neuen Leitlinie auf den Punkt: Mehr Freiheit für die Stürmer durch Umerziehung der Abwehrspieler per Elfmeterpfiff.

"Die Spieler müssen lernen, dass Halten und Stoßen jetzt geahndet wird, das ist reine Erziehungssache", argumentierte auch Kinhöfer. Allerdings: Seine Kollegen ließen ihn am Wochenende dann im Regen stehen: Zwei Elfmeter im ersten Spiel - in den übrigen acht Partien: kein einziger. Obwohl es an vergleichbaren Situation im Strafraum nicht mangelte.

Lernen von der Super Nanny

Seit Super Nanny Katia Saalfrank jedoch weiß der RTL-Zuschauer: Erziehung funktioniert nur über Konsequenz. Fehlt die einheitliche Linie, führt das unweigerlich zu Irritationen. Die Unparteiischen werden so nur noch angreifbarer, als sie es ohnehin schon sind.

Das pädagogische Konzept hat aber mindestens noch eine zweite Lücke: Denn im gleichen Maß, mit dem das Zupfen der Verteidiger bestraft wird, werden Stürmer umgekehrt dafür belohnt, wenn sie zu Boden sinken.

"Wir müssen darauf achten, dass das nicht ausgenutzt wird und die Angreifer nun das Halten suchen, um sich fallen zu lassen", räumte auch FIFA-Schiri Dr. Felix Brych ein.

Gegen die allgemeine Tendenz

Insgesamt widerspricht die neue Ansage in merkwürdiger Weise der jüngeren Tendenz: Deutsche Schiedsrichter seien im europäischen Vergleich zu kleinlich, das Spiel sollte schneller und aggressiver werden, die Unparteiischen sollten mehr laufen lassen.

Tatsächlich könnte sich das pädagogische Konzept zum Nachteil für die Bundesliga entwickeln. Dann nämlich, wenn die "umerzogenen" Abwehrspieler auch in internationalen Spielen zahm die Hände hinterm Rücken kreuzen, während ihre Kollegen aus England, Spanien und Italien weiterhin beherzt zupacken. 

Und schließlich müssen auch die deutschen Top-Schiedsrichter selbst einen Spagat im Kopf bewältigen, wenn sie nach der pingeligen Linie, der sie Samstag für Samstag in der Bundesliga folgen sollen, plötzlich den Schalter für die internationalen Wettbewerbe wieder umlegen müssen und Textilvergehen im Strafraum ignorieren.

Denn die neue Order ist keineswegs ein allgemeiner Kurs von FIFA und UEFA. Letztlich ist sie ein Alleingang des deutschen Schiedsrichterausschusses. Für eigenwillige Elfmeterentscheidungen ist sein Vorsitzender Volker Roth bereits bekannt.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung