Mehr als nur Finanzkraft

Hoffenheims Dreifaltigkeit

Von Stefan Rommel
Freitag, 22.08.2008 | 16:53 Uhr
Advertisement
Premier League
Sa18:30
Liverpool - Chelsea - Der Kampf um die CL-Plätze
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Chelsea -
Newcastle
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Premier League
Brighton -
Liverpool
Championship
Millwall -
Sheffield Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man United
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Vitesse
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
FC Turin -
Atalanta
Premier League
Leicester -
Burnley (Delayed)
Premier League
Everton -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Swansea (Delayed)
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Inter Zapresic
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal
Serie A
Crotone -
Udinese
Championship
Birmingham -
Wolverhampton
Primera División
Girona -
Alaves
Serie A
Hellas Verona -
Genua
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Auckland City
Indian Super League
Chennai -
Kalkutta

München - Am Ende war Marvin Compper in Mönchengladbach nicht mehr wohl gelitten. Mehr oder weniger.

Über Nacht hatte sich Compper mit Ligakonkurrent Hoffenheim geeinigt. Er wechselte in der Winterpause in den Kraichgau.

Gladbachs Coach Jos Luhukay weinte dem 23-jährigen Kurzarbeiter (nur drei Einsätze) keine Träne nach: "Sportlich werden wir ihn nicht vermissen." Sein neuer Chef Ralf Rangnick dagegen rieb sich die Hände.

Ein halbes Jahr und einen Aufstieg in die Bundesliga später sieht sich Rangnick in seiner Meinung bestätigt. "Marvin übernimmt Verantwortung. Er ist eine unserer Führungsfiguren."

Nicht nur Stars

Denkt man an Hoffenheim, denkt man unwillkürlich an Geld. Man denkt an Dietmar Hopp und ertappt sich dabei, immer auch ein bisschen Roman Abramowitsch im Kopf zu haben. Man denkt an Brasilien oder Afrika, weil die besten Spieler der Mannschaft eben nicht aus Sinsheim oder Mannheim kommen, sondern aus den entlegendsten Ecken der Welt.

Doch Hoffenheim ist mehr als Luis Gustavo, Carlos Eduardo, Demba Ba, oder Chinedu Obasi. "Der Grund für das schlechte Image ist, dass die Leute nicht genügend Bescheid wissen, was in Hoffenheim hinter den Kulissen wirklich geschieht. Unwissenheit ist das größte Problem", sagt Compper gegenüber SPOX.

Denn wem ist Tobias Weis ein Begriff? Ein talentierter Spieler, der es beim VfB Stuttgart aber nie in den Profi-Fußball geschafft hat. Oder Andreas Ibertsberger, Francisco Copado, Selim Teber, Sejad Salihovic oder eben Marvin Compper? Allesamt Spieler, die unter Rangnick das Korsett des Teams bilden.

"Ob diese Spieler in ihren alten Vereinen nicht zum Zuge kamen, ist für den Trainer eben nicht das Ausschlaggebende. Er will nur wissen, was der Spieler kann, und ob er in der Lage ist, das umzusetzen, was er haben will", so Compper.

Das liebe Geld

Ein großer Eckpfeiler von Hoffenheims Konzept sind die Finanzen. Bereits nach dem ersten Spieltag rechtfertigte sich der Klub nach dem 3:0-Sieg in Cottbus, man habe doch genau den selben Lohn-Etat wie Cottbus.

Ralf Rangnick war natürlich danach gefragt worden. Die immer gleiche Frage beantwortete der Trainer sichtlich genervt und erschöpft von ihrer Einfallslosigkeit mit einer Halbwahrheit. Denn vielleicht ist der Lohn-Etat in der Tat der selbe.

Nur definiert jeder Verein seinen Lohn-Etat eben anders. Selbst Manager Jan Schindelmeiser war mit Rangnicks Ausführungen nicht so ganz einverstanden. Man müsse aufpassen und unterscheiden bei Gesamt-Etats, Lohn- und Spieler-Etats. Und ein Vergleich mit anderen Klubs sei deshalb gar nicht zulässig.

Gefallene Engel

Aber ein Eckpfeiler alleine bildet noch lange kein vernünftiges Fundament. Und eine handvoll begabter - und auch teurer - Talente noch lange keine funktionierende Mannschaft.

Von den 14 in Cottbus eingesetzten Spielern waren 13 Rangnick-Einkäufe, nur Teber ist schon seit Januar 2006 im Verein. Das Gros der Mannschaft besteht allerdings nicht aus angehenden Stars. Das Gros besteht aus gefallenen Engeln, aus Spielern, die bei anderen Vereinen keine Chancen mehr hatten und in Hoffenheim plötzlich wieder wichtig sind. Spielern wie Compper.

"Der Verein hat ein sehr gutes Konzept, und der Trainer hat sehr klare Vorstellungen, wie die Mannschaft spielen soll. Und dafür suchen sie die passenden Spieler", erklärt Compper. "Hoffenheim sucht lernbegierige Spieler, die - auch charakterlich - in der Lage sind zu lernen, Dinge aufzunehmen und die dann auch relativ schnell umzusetzen."

Perspektiven für die Sorgenkinder

Es darf als großes Plus der Hoffenheimer angesehen werden, dass die sportliche Leitung offenbar neben dem nötigen Kleingeld für teure ausländische Spieler auch ein sehr gutes Auge für Spielerpersönlichkeiten besitzt. "Trainer und Manager scouten einfach sehr gezielt. Sie suchen nicht nach Spielern, die gerade in den Schlagzeilen sind oder viel kosten. Sie suchen ganz gezielt nach Spielern, die in das Gesamtkonzept passen", erklärt Compper.

Rangnick sieht Perspektiven, wo andere Vereine keine Geduld mehr aufbringen können oder wollen. Und er bekommt die angeblichen Sorgenkinder in schöner Regelmäßigkeit wieder hin.

Der Trainer ist in Hoffenheim der Schlüssel zum Erfolg, glaubt Compper: "Ralf Rangnick kann sehr überzeugend sein. Ich hatte selbst am Anfang meine Bedenken, ob es der richtige Weg für mich ist. Aber nach dem Gespräch mit ihm waren alle Zweifel beseitigt, und ich wollte unbedingt hierher kommen. Weil er auch kommunikativ auf einem sehr hohen Niveau ist, er schafft es einfach, Menschen für seinen Weg zu begeistern."

"Es hängt von Dietmar Hopp ab"

"Wir suchen Spieler, die von einer niedrigeren oder gleichen Entwicklungsstufe zu uns kommen", sagte Rangnick im SPOX-Interview. "So wie Andreas Beck, der zwar über Champions-League- und Bundesliga-Erfahrung verfügt, aber dennoch gemerkt hat, dass er in Stuttgart auf der Kippe gestanden hätte. Bei uns kann er zwei Schritte nach vorne machen - und das simultan mit der Entwicklung des Vereins. Das ist ideal."

Was Rangnick nicht erwähnte, war die Ablösesumme, die die Hoffenheimer für den Rechtsverteidiger nach Stuttgart überweisen mussten: 3,2 Millionen Euro.

Fortschritt lässt sich nur bewerkstelligen mit den Geldern aus der Hopp-Schatulle. Rangnick gibt das unumwunden zu. "Es hängt einzig und allein von Dietmar Hopps Überlegungen ab. Er ist derjenige, der mit seinen finanziellen Aufwendungen alles möglich macht. Dementsprechend kann auch nur er die Frage beantworten: Wohin und wie schnell soll sich der Verein in den nächsten Jahren entwickeln? Die sportliche Führung kann nur versuchen, seine Vorstellungen umzusetzen."

Ganzheitlicher Ansatz...

Im Moment ist Hoffenheim der Klub mit den wenigsten selbst ausgebildeten Spielern aller 18 Bundesligisten. Nur Ersatzkeeper Thorsten Kirschbaum und Mittelfeldspieler Jonas Strifler sind Produkte der eigenen Jugendarbeit, Rudimente zahlloser Jahre im Amateurbereich.

Den Handlungsbedarf hat der Aufsteiger längst erkannt. Insgesamt sechs Zentren für Jugendarbeit wurden rund um Sinsheim gebaut, aus Hoffenheim drängen immer mehr Jugendspieler in die DFB-Teams.

Zwölf Spieler erhielten eine Einladung, insgesamt fünf weitere standen auf Abruf für die Lehrgänge der U-15 bis U-19. Nicht wenige behaupten, dass ausgerechnet im kleinen Hoffenheim schon in wenigen Jahren das Epizentrum deutscher Nachwuchsförderung liegen wird. Mit einer Ausbildung im ganzheitlichen Ansatz.

...und ein erster Erfolg

"Wir wollen starke Fußballer haben, die sich über den Sport hinaus zu interessanten, reflektierenden, verantwortungsbewussten Persönlichkeiten entwickeln. Wir sind aber erst am Anfang", sagt  Bernhard Peters, Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung.

"Den Jugendspielern soll beigebracht werden, wie man ein zufriedenes, erfolgreiches Leben führt. Wie man Schule, Fußball und Freundin unter einen Hut kriegt. Wir arbeiten an ihrer Ausstrahlung, an der Rhetorik, an ihrer Kommunikationsfähigkeit, an ihrer Selbstdefinition von Zielen und Werten."

Was sehr abstrakt klingt, führte vor wenigen Wochen schon zu einem ersten Erfolg. Hoffenheims U 17 holte den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte, die B-Jugend wurde nach einem Finalsieg über Borussia Dortmund Deutscher Meister.

Hier geht's zum Steckbrief von 1899 Hoffenheim

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung