Bayern wird Meister

SID
Dienstag, 29.07.2008 | 12:46 Uhr
klinsmann, bayern
© Getty
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Düsseldorf - In hundertprozentiger Einmütigkeit erklären die Trainer der Bundesligisten den FC Bayern München zum Titelkandidaten Nummer 1.

Auch Jürgen Klinsmann, als neuer Chefcoach an der Säbener Straße zugleich der neue Star beim Rekordchampion, lässt am klaren Saisonziel keinen Zweifel: "Bei uns selbst ist die Erwartungshaltung, dass wir deutscher Meister werden wollen. Bei Bayern werden Titel erwartet."

In einer Umfrage der "Deutschen Presse-Agentur" nannten alle 18 Fußball-Lehrer den Titelverteidiger als designierten Meister der in zweieinhalb Wochen beginnenden 46. Spielzeit.

Der neue HSV-Coach Martin Jol bringt die Sache auf den Punkt: "Bayern München geht als Favorit auf die Meisterschaft in jede Saison." Die Kriterien hierfür werden in den Begründungen deutlich: Die Bayern haben den besten Kader, das professionellste Umfeld und ein perfekt funktionierendes Management - "das Maß aller Dinge", sagt auch Thomas Schaaf von Werder Bremen.

"In München sitzen allein sechs Nationalspieler auf der Bank", schildert Michael Frontzeck (Arminia Bielefeld) einen weiteren Sachverhalt, der dafür spricht, dass die Bayern ihren 22. Titel holen werden.

Geld = Erfolg

"Wer das größte Budget hat und am meisten Geld ausgibt, der ist auch Favorit. So ist das in diesem Geschäft", meint Armin Veh, der mit dem VfB Stuttgart 2007 überraschend die Meisterschale holte.

Doch das meiste Transfer-Geld floss bislang beim VfL Wolfsburg: Allein für die Italiener Cristian Zaccardo und Andrea Barzagli investierte der von Volkswagen gesponserte Verein mehr als 20 Millionen Euro.

Das erhöht, so jedenfalls Christoph Daums Überzeugung, die Chance auf eine Überraschung. "Ich bin sehr gespannt auf die Wolfsburger, weil sie sehr viel in Neuzugänge investiert haben", sagt Daum. Wie ein Großteil seiner Kollegen traut er am ehesten dem FC Schalke 04 und Bremen die Rolle der Bayern-Jäger zu.

Schaaf hofft auf Ausrutscher

Die Trainer sind zu 100 Prozent vom Titelgewinn der Bayern überzeugt, der "normale" Fan ist es erstaunlicherweise nicht. Von den mehr als 116 000 Menschen, die bei "kicker online" ihre Meistertipps abgaben, legten sich lediglich 50,2 Prozent auf die Münchner fest.

Dahinter wurden mit großem Abstand Bremen (17,4) und Schalke (9,9) als neue Titelträger genannt. Schaaf jedenfalls hofft auf den möglichen Effekt, dass die favorisierten Bayern als Gejagte Nerven zeigen: "Alle Mannschaften, die schon in der vergangenen Saison oben dabei waren, haben auch diesmal Chancen auf den Titel."

Die Einschätzungen und Aussagen aller Erstliga-Trainer

Jürgen Klinsmann (FC Bayern): Bei uns selbst ist die Erwartungshaltung, dass wir deutscher Meister werden wollen. Bei Bayern werden Titel erwartet."

Thomas Schaaf (Werder Bremen): "Die Bayern sind wieder das Maß der Dinge. Aber alle Mannschaften, die auch schon in der vergangenen Saison oben dabei waren, haben auch diesmal Chancen auf den Titel."

Fred Rutten (FC Schalke 04): "Bayern München ist in der Bundesliga immer Favorit, aber Schalke hat in den vergangenen Jahren eine sehr positive Entwicklung hinter sich und hat immer oben mitgespielt. Das wollen wir auch in dieser Saison tun."

Martin Jol (Hamburger SV): "Bayern München geht als Favorit auf die Meisterschaft in jede Saison."

Felix Magath (VfL Wolfsburg): "Meister wird Bayern München. Wir wollen unsere Platzierung aus der Vorsaison bestätigen und wieder einen internationalen Wettbewerb erreichen."

Armin Veh (VfB Stuttgart): "Der FC Bayern ist der Top-Favorit. Wer das größte Budget hat und am meisten Geld ausgibt, der ist auch Favorit. So ist das in diesem Geschäft."

Bruno Labbadia (Bayer Leverkusen): "Die Münchner sind, sowohl was die Qualität als auch die Quantität der Spieler angeht, am besten aufgestellt."

Dieter Hecking (Hannover 96): "Im Vorjahr habe ich Schalke gesagt, diesmal tippe auch ich auf Bayern München. Ich hoffe aber, dass die Dominanz nicht so deutlich ausfällt."

Friedhelm Funkel (Eintracht Frankfurt): "Der FC Bayern - weil er den besten Kader besitzt, ein absolut professionelles Management und die besten Voraussetzungen hat."

Lucien Favre (Hertha BSC): "Die Bayern, weil sie den besten Kader haben. Schalke und Werder werden versuchen, ihnen das Leben schwer zu machen."

Edmund Becker (Karlsruher SC): "Der FC Bayern ist Favorit. Schalke und Bremen könnten von hinten Druck auf die Münchner ausüben."

Marcel Koller (VfL Bochum): "Um die Meisterschaft werden die üblichen Verdächtigen spielen: Bayern München, Schalke 04 und Werder Bremen, vielleicht auch noch ein Überraschungsteam. Aber die Bayern sind der klare Favorit. Sie haben den qualitativ besten Kader."

Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): "Favorit sind immer die Bayern. Sie haben einfach die größten Möglichkeiten und den besten Kader. Ich bin Jürgen Klinsmann übrigens wirklich dankbar dafür, dass er in den vergangenen Jahren Trainingsmethoden einem breiten Publikum bekannt gemacht hat, mit denen wir Bundesliga-Trainer zum Teil seit einigen Jahren arbeiten. Es ist das alte Lied: Wenn etwa in Mainz zwölf Sandsäcke umgestoßen werden, interessiert das medial kaum jemanden. Bei der Nationalelf oder beim FC Bayern reicht schon ein Sandkorn."

Bojan Prasnikar (Energie Cottbus): "Mein Tipp ist Bayern München. Sie haben kaum einen Leistungsträger abgeben müssen und den Kader weiter verstärkt. Es gibt keine andere Mannschaft in der Bundesliga, die über einen so ausgeglichenen Kader auf hohem Niveau verfügt."

Michael Frontzeck (Arminia Bielefeld): "Bayern München hat mit Abstand den in der Breite besten Kader. Da sitzen allein sechs Nationalspieler auf der Bank. Bremen, Hamburger, Wolfsburg und Schalke werden den Bayern im Nacken sitzen."

Jos Luhukay (Borussia Mönchengladbach): "Bayern München!"

Ralf Rangnick (1899 Hoffenheim): "Ich gehe davon aus, dass die Bayern wie gewohnt den Titel holen."

Christoph Daum (1. FC Köln): "Der Titel führt nur über Bayern München, denn sie sind personell mit Abstand am besten besetzt. Dann folgen wohl Schalke und Bremen, wobei ich sehr gespannt auf Wolfsburg bin, die sehr viel in Neuzugänge investiert haben."

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