Im Hirn von Andi Beck

Von Haruka Gruber / Florian Regelmann
hoffenheim, beck
© Imago

München - Stiftung Warentest. Heute: Internet-Seiten von Fußball-Profis im Quervergleich.

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Die Navigation auf Bastian Schweinsteigers Homepage etwa ist ganz dem Zeitgeist entsprechend in Englisch gehalten. Newsflash, Diary, Favorites, Communicator, Entertainment. Die Generation Playstation.

Lukas Podolskis Website hat ebenfalls einen modernen Touch, bietet einige Statistiken und ein Interview mit der Überschrift "Ball rein - und Ende".

Entertainment. Ball rein - und Ende.

"Ich spiele genauso gerne auf der Playstation", versichert Hoffenheims Neuzugang Andreas Beck. "Es ist nur so, dass ich auch andere normale Hobbys habe. Wie Lesen."

Aphorismen statt Communicator

Eine Vorliebe, die sich auf seiner Website widerspiegelt. Unter www.andi-beck.de gibt es jeden Monat einen Buchtipp (im Juni: "Inside Steve's Brain" von Leander Kahney, ein Sachbuch über Apple-Gründer Steve Jobs), in der Sektion Aphorismen "Lebensweisheiten und Zitate zum Nachdenken".

"Es ist nicht so, dass ich permanent mit einem Buch in der Hand da sitze. Aber ich kann mich gut entspannen, wenn ich zum Beispiel zwischen zwei Trainingseinheiten zu einem Buch greife", sagt Beck gegenüber SPOX.

"Manchmal wage ich mich an richtige Klassiker wie etwa Dostojewski heran. Auch Nietzsches Autobiographie 'Ecce Homo' habe ich gelesen - natürlich nicht in einem Stück. Solche philosophischen Schriften lege ich dann durchaus mal ein paar Tage weg, um darüber nachdenken zu können."

Beck, der 21-Jährige mit dem Faible für Dostojewski und Nietzsche.

Beck, der U-21-Nationalspieler, für den Hoffenheim 3,2 Millionen Euro nach Stuttgart überwies.

"Passt ideal in unser Profil"

"Andi ist technisch gut, beidfüssig und stark, wenn er sich in die Offensive einschaltet. Er passt ideal in unser Profil - jung, deutsch und aus der Region", sagt Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick.

Beck scheint wie gemacht für 1899. Reife Spielanlage, reifer Charakter. Stichwort Persönlichkeitsentwicklung.

"Ich versuche immer dazuzulernen. Als Fußballer, aber auch als Mensch. Ich sehe in Hoffenheim die besten Perspektiven, mich weiterzuentwickeln", sagt Beck. "Ralf Rangnick legt sehr viel Wert auf die Individualität eines Spielers, geht sehr auf die Stärken und Schwächen ein. Er hat mir das Gefühl gegeben, wichtig zu sein."

Bauchgefühl

Am 13. März 1987 im sibirischen Kemerowo geboren, siedelte der dreijährige Beck mit seiner Familie nach Deutschland über.

2000 der Beginn beim VfB Stuttgart, 2004 deutscher B-Jugendmeister, 2005 deutscher A-Jugendmeister, Sommer 2007 deutscher Meister mit dem Bundesliga-Team, Winter 2007 Angebot von Spartak Moskau, 2008 Transfer nach Hoffenheim.

Beck: "Im Winter war ich schon mit einem Bein in Moskau. Doch mein Bauchgefühl riet mir davon ab." Anders als bei der Hoffenheimer Offerte.

...und Neuanfang

"Ich war bereit für etwas Neues", so Beck. "Ich wurde das Gefühl nicht los, dass mir eine Veränderung sowohl in sportlicher als auch in persönlicher Hinsicht gut tun würde und dass Hoffenheim der richtige Schritt für mich ist."

Der richtige Schritt hin in das DFB-Team?

"Die Nationalelf ist ein Kindheitstraum von wahrscheinlich jedem Fußballer. Aber jetzt will ich mich erst einmal zusammen mit Hoffenheim in der Bundesliga etablieren", sagt Beck. Zumindest bei den Homepages hat er Schweinsteiger und Podolski schon eingeholt.

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