FC Bayern: Wie man Erfolg plant

Alles unter Kontrolle

Von Thomas Gaber
Mittwoch, 02.07.2008 | 19:42 Uhr
Advertisement
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
UEFA Europa League
Do19:00
Sturm Graz -
Fenerbahce
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
RB Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Premier League
Sa16:00
Kamjanske -
Schachtjor Donezk
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Javor
Super Cup
Sa21:00
Monaco -
PSG
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Emirates Cup
So15:00
RB Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Super Liga
So19:00
Rad -
Crvena zvezda
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer 04 Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Ligue 2
Mo20:45
Auxerre -
Lens
Club Friendlies
Di18:30
St. Pauli -
Stoke
Copa Sudamericana
Mi00:15
Libertad -
Huracan
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
UEFA Champions League
Mi19:45
Basaksehir -
Brügge
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
Copa Sudamericana
Do02:45
Olimpia -
Nacional
Copa Sudamericana
Fr02:45
Atletico Junior -
Deportivo Cali
Ligue 2
Fr20:00
Lens -
Nimes
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Ligue 1
Fr20:45
Monaco -
Toulouse
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Club Friendlies
Sa16:00
Crystal Palace -
FC Schalke 04
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Club Friendlies
Sa16:45
RB Leipzig -
Stoke
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:15
Liverpool -
Bilbao
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Metz -
Guingamp
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
St. Etienne -
Nizza
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes
CSL
So13:35
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
So14:30
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
So15:00
Lille -
Nantes
Allsvenskan
So15:00
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
So17:00
SC Freiburg -
Turin
Ligue 1
So17:00
Angers -
Bordeaux
Club Friendlies
So17:00
Brighton -
Atletico Madrid
Championship
So17:30
Bolton -
Leeds
First Division A
So18:00
Anderlecht -
Oostende
1. HNL
So19:00
Dinamo Zagreb -
Hajduk
Club Friendlies
So20:30
Inter Mailand -
Villarreal
Copa Libertadores
Mi02:45
River Plate -
Guarani
J1 League
Mi12:00
Shimizu -
Osaka
J1 League
Mi12:00
Kobe -
Kashima
League Cup
Mi20:45
Colchester -
Aston Villa
Copa Libertadores
Do00:15
Gremio -
Godoy Cruz
Club Friendlies
Do02:00
Sevilla -
AS Rom

 München - Die erste Pressekonferenz von Jürgen Klinsmann als neuem Trainer des FC Bayern München begann mit einem kleinen Eklat.

Weil Mediendirektor Markus Hörwick die ca. 15 Fotografen im Pressebereich der Münchner Allianz Arena gebeten hatte, während der Veranstaltung Blitzlichtgewitter zu unterlassen, packten sie ihre Objekte zusammen und verließen geschlossen den Saal.

Kaum in Amt und Würden gewann Klinsmann somit gleich sein erstes Duell. Hörwick hatte die Fotografen nämlich darauf hingewiesen, dass der neue Trainer weder mit der Lightshow noch mit den dazugehörigen Geräuschen etwas anfangen könne, sondern eher allergisch darauf reagiere.

Klinsmann beobachtete die Boykottbewegung mit einem Lächeln und ließ sich seine gute Laune in den darauf folgenden knapp 45 Minuten auch nicht mehr nehmen.

Weltklub FC Bayern

Unheimlich stolz sei er, beim "Weltklub FC Bayern arbeiten zu dürfen", versicherte der 43-Jährige. Die ersten Trainingstage hätten ihm und dem gesamten Team "viel Freude" bereitet, der Enthusiasmus sei ungebrochen.

Im Dezember 2007 war dem ehemalige Bundestrainer von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge der Trainerjob beim FC Bayern angeboten worden, die Zusage folgte prompt.

"Meine Planung ging sofort los. Ich bin enorm ehrgeizig, das war ich schon als Spieler, manchmal vielleicht zu ehrgeizig. Aber ich möchte etwas bewegen", sagte Klinsmann.

Zufälle dürfen keine Rolle spielen

Der Coach stellt an sich die höchsten Ansprüche und verlangt dies auch von seinem unmittelbaren Umfeld beim FC Bayern. "Jeder muss sich der Erwartungshaltung bewusst sein und die ist beim FC Bayern traditionell sehr hoch. Wir wollen unserem Maßstab aber gerecht werden und haben uns die höchsten Ziele gesetzt. Wir wollen in allen Wettbewerben bis zum Ende eine wichtige Rolle spielen", so Klinsi.

In den folgenden Wochen will Klinsmann mit seiner Mannschaft eine "Spielweise aufbauen, die agierend ist und irgendwann dominierend sein soll. Der Gegner sollen sich nach uns richten."

Klinsmann will bedingungslosen Erfolg planbar machen, Eventualitäten oder sogar Zufälle dürfen dabei keine Rolle spielen. "Ob man ein WM-Halbfinale gegen Italien gewinnt oder verliert, hängt an Kleinigkeiten. Diese Kleinigkeiten sollen in Zukunft für uns positiv entscheidend sein", fordert Klinsmann.

Perfekte Oase

Die optimalen Voraussetzungen hat der FC Bayern durch den Umbau des Trainingsgeländes jedenfalls geschaffen. Klinsmann, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß schwärmten unisono vom neuen Leistungszentrum an der Säbener Straße.

Rummenigge hält die Einrichtung für die "perfekte Oase, damit sich die Spieler zu 100 Prozent auf den Fußball konzentrieren können." Hoeneß sieht "perfekte Möglichkeiten, um konzentriert zu arbeiten, Schwächen jedes einzelnen analysieren und diese ausmerzen zu können."

Gleichzeitig lobte Hoeneß Klinsmann als "spiritus rector" des neuen FC Bayern. Da das alles aber noch lange keine Tore schieße, appellierte Hoeneß an die Mannschaft, die Erwartungen in ähnlicher Weise zu übertreffen.

Damit dies gelingt, hat Klinsmann bis zum Saisonstart am 15. August (Heimspiel gegen den Hamburger SV) den Acht-Stunden-Tag eingeführt. Vor jeder Trainingseinheit sollen sich die Spieler im Kraftraum vorbereiten. Eine "Cooldown"-Phase gehört ebenso zum Tagesgeschäft wie gemeinsame Mahlzeiten, Deutschunterricht, Pressegespräche und Therapieprogramme.

Psychologe Klinsmann

"Wir wollen jeden Spieler individuell verbessern - in allen Bereichen. Im Fußball entscheidet oft der Kopf. Dafür muss der Kopf aber auch trainiert werden", sagt Klinsmann. Mentales Training spielt daher eine große Rolle, Klinsmann weiß, dass er "enorm viel im kommunikativen Bereich" arbeiten muss.

Der Psychologe Klinsmann wird spätestens am 17. Juli gefragt sein. Dann nehmen die deutschen EM-Teilnehmer ihre Arbeit beim FC Bayern wieder auf. Auch Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger, die laut Rummenigge nicht verkauft werden sollen.

"Gerade diese beiden Spieler haben für ihr Alter schon viele Extreme erfahren. Sie haben schon fast 50 Länderspiele auf dem Buckel. Wir müssen ihnen helfen, mit diesen Ups and Downs besser umzugehen", sagt Klinsmann, der seinen WM-Schützlingen bereits vor der EM 2008 klar gemacht hatte, "dass es für sie beim FC Bayern keine Einsatzgarantie geben wird."

Klinsmann nimmt alles selbst in die Hand, auch die Wahl des Kapitäns liegt in seiner Obhut: "Ich lasse mir Zeit und beobachte genau, wer diese enorm wichtige Rolle übernehmen kann. Ich werde den Kapitän selbst bestimmen."

Ein weiteres Indiz dafür, dass Klinsmann Erfolg planbar machen will.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung