Montag, 23.06.2008

Gomez stichelt gegen Hundt

"Ich werde das nicht akzeptieren"

München - In der Dreiecksbeziehung zwischen Mario Gomez, dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern spielt Dieter Hundt eine bemerkenswerte Nebenrolle.

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© Getty

Erst plauderte der Aufsichtsratsvorsitzende des VfB eine geplante Verhandlungsrunde zwischen Uli Hoeneß und der sportlichen Führung der Schwaben aus, worauf die Bayern den Termin platzen ließen.

Dann sorgte Hundt mit der ironischen Äußerung, Gomez sei nach den gezeigten Leistungen während der EM inzwischen einen dreistelligen Millionenbetrag wert, für Irritationen.

In einem "Kicker"-Interview schoss Gomez nun zurück: "Über die Aussagen von Herrn Hundt war ich nicht erfreut", sagte der 22-Jährige am Montag. Und legte selbst mit einigen Seitenhieben nach.

"Vielleicht braucht er die Öffentlichkeit"

"Sportlich hat er nichts zu sagen", stichelt Gomez, "auf der letzten Mitgliederversammlung ließ er sich noch feiern, als er mit mir den Vertrag verlängert hat. Dazu war ich gut genug."

Außerdem habe Hundt sich noch nicht bei Gomez persönlich vorgestellt, "die letzten beiden Male, als ich ihn hörte, begann er über den Trainer zu diskutieren. Anscheinend braucht er das ab und zu, in der Öffentlichkeit zu stehen", so der Nationalspieler weiter.

Sein Fazit: "Das ist nicht, wie es sein sollte. Das habe ich dem Verein gesagt, dass ich das so nicht akzeptieren werde."

Hundt reagiert

Auf die Frage, ob Hundt ihn damit aus Stuttgart vertreibe, antwortete Gomez mit unmissverständlichen Zwischentönen: "Natürlich ärgert mich so etwas, ganz klar."

Klub-Präsident Erwin Staudt bemühte sich, die neuerlichen Wogen umgehende mit einem Machtwort zu glätten. "Ich kann nur sagen, dass mir die Sache gar nicht recht ist" sagte der VfB-Chef am Montag. "Es ist jetzt an der Zeit, alle Nebenkriegsschauplätze zu schließen." 

Dass der gebürtige Schwabe den VfB verlassen wird, dürfte ohnehin feststehen. Die Frage ist nur wann und wohin. Gomez hat einen laufenden Vertrag bis 2012 mit einer Ausstiegsklausel in Höhe von 30 Millionen Euro.

Die Bayern hätten ihn gerne günstiger, der VfB hat Hoeneß unterdessen aber bereits telefonisch mitgeteilt, dass er den Torjäger in diesem Sommer nicht abgeben will.

Bayern hat weiter "großes Interesse"

"Vorerst liegen die Gespräche auf Eis", bestätigte Hoeneß entsprechend am Montag, aber: "unser großes Interesse wird das nicht beenden." Nachdem sich die vermeintlichen Interessenten aus Italien (Juventus Turin) und Spanien (FC Barcelona) mittlerweile angeblich aus den Verhandlungen zurückgezogen haben, hat sich die Ausgangslage für die Münchner weiter verbessert.

Gomez selbst lässt sich alle Optionen offen: "Man weiß nie: Vielleicht werde ich das erste Training nach der EM weder in Stuttgart noch in München machen", ließ er wissen und schob erneut eine Spitze gegen seinen Aufsichtsratsvorsitzenden hinterher: "Wenn Herr Hundt einen dreistelligen Millionenbetrag fordert, wird es schwer für mich, einen Verein zu finden."

SPOX

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