Sonntag, 18.05.2008

Bundesliga

Club will Rückkehr mit von Heesen

Nürnberg - Ganz Fußball-Franken versank in einem Meer von Tränen, doch auf den schmerzhaften K.o. reagierte der 1. FC Nürnberg mit Trotz und den wichtigsten Personalentscheidungen.

Nürnberg, Von Heesen, Bader
© DPA

Einen Tag nach dem 0:2 gegen den FC Schalke 04 und dem siebten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sprach sich die Club-Führung dafür aus, mit Trainer Thomas von Heesen und Sportdirektor Martin Bader in der 2. Liga den direkten Wiederaufstieg anzustreben.

"Wir sind sicher, mit ihnen eine Mannschaft zusammenzustellen, die in die Bundesliga zurückkehren wird", erklärte Präsident Michael A. Roth nach einer Sitzung von Präsidium und Aufsichtsrat.

"Nürnberg tut mir leid"

Die Zusammenstellung des Zweitliga-Kaders soll schon in dieser Woche vorangetrieben werden.

"Wir müssen wieder aufstehen. Wir müssen ganz schnell demonstrieren, dass wir gewillt sind, sofort wieder aufzusteigen", hatte Bader schon nach dem Spiel Aufbruchstimmung verbreitet, während in der Kabine die niedergeschlagenen FCN-Profis den Rekordabstieg betrauerten.

Ein Jahr nach seinem Pokaltriumph vollbrachte der Club ein ähnliches Kunststück wie 1969, als er als amtierender Meister abstieg.

Auch die Schalker, die als Dritter in die Champions League-Qualifikation müssen, hatten Mitgefühl mit dem Seelenkater der Gastgeber.

"Nürnberg tut mir leid", sagte Kapitän Marcelo Bordon. Mit zitternden Knien wankte Verteidiger Javier Pinola vom Platz.

Torwart Daniel Klewer verharrte minutenlang in seinem Tor und starrte fassungslos ins Leere.

"Der Schmerz sitzt brutal tief in den Klamotten. Wir brauchen ein paar Tage oder Wochen, um das zu verarbeiten", beschrieb Bader den "paralysierenden Moment".

Wichtige Spiele wurden nicht gewonnen

Ohne wirkungsvolle Gegenwehr hatten sich die Nürnberger ihrem Schicksal in Person des Schalker Doppeltorschützen Marcelo Bordon (19./61.) ergeben.

Von Heesen war "wahnsinnig enttäuscht", durfte aber die tröstenden Worte seines Kollegen Mike Büskens zur Kenntnis nehmen: "Ich hoffe, Nürnberg ist nächstes Jahr wieder oben und lacht", sagte Schalkes Interimscoach nach seinem Abschiedsspiel.

Bei der Aufarbeitung seiner misslungenen Mission, den FCN als Nachfolger des im Februar entlassenen Hans Meyer zu retten, war von Heesen ebenso nüchtern wie während der 90 Spielminuten.

"Am Ende des Tages sind wir deswegen abgestiegen, weil wir unsere Chancen nicht verwertet haben. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison", analysierte der Westfale.

Lebenswichtige Punkte verpasste der Club Wochen vorher, als gegen die Konkurrenten Rostock (1:1), Cottbus (1:1) und Bielefeld (2:2) Siege verpasst wurden.

Vorbild ist Gladbach

Eine Hand voll Fans hatte nach der Pleite den Rauswurf des Trainers gefordert, doch von Heesen sah sich verpflichtet, den auch für die 2. Liga gültigen Vertrag zu erfüllen, "die Frage ist aber, wie der Verein meine Arbeit bewertet".

Am Sonntag sagte die Clubführung Ja zu von Heesen. "Wir haben den Verein in den vergangenen Jahren auf stabile Füße gestellt und so die Grundlage geschaffen, einen sportlichen Misserfolg wie in diesem Sommer verkraften und revidieren zu können", sagte Präsident Roth.

Nach dem Vorbild Mönchengladbach wollen die Franken nur eine Saison in Liga zwei bleiben. Der Etat von rund 47 Millionen Euro muss um die Hälfte schrumpfen und prominente Kräfte wie Wolf und Pinola, Zvjezdan Misimovic, Jan Koller und Angelos Charisteas wird man kaum zu einem Engagement im Unterhaus überreden können.

Es winken hohe Ablösesummen

Doch weil alle Spieler bis auf Kapitän Tomas Galasek ("Ich denke in Ruhe über meine Zukunft nach") gültige Verträge für die 2. Liga besitzen, winken Millionen-Ablösesummen.

Bei Schalke war trotz der verpassten direkten Qualifikation für die Champions League niemand enttäuscht.

"Wir haben unsere Pflicht erfüllt, aber leider hat es mit dem zweiten Platz nicht geklappt. Nun müssen wir in der Champions-League-Qualifikation um unser Leben kämpfen", sagte Christian Pander. "Denn wir haben erlebt, wie geil es ist, gegen Mannschaften wie Chelsea, Porto oder Barcelona anzutreten."


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