Nürnberg hadert mit Schiedsrichter

SID
Sonntag, 11.05.2008 | 11:58 Uhr
Fußball, Bundesliga, Nürnberg, Koller
© DPA
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Berlin - Die Rechnung ist einfach, die Hoffnung groß, die Aussicht auf Erfolg aber gering: Nach dem 0:1 (0:0) von Berlin hängt der Bundesliga-Klassenverbleib für den 1. FC Nürnberg beim Saison-Finale am seidenen Faden.

Nürnberg hilft im easyCredit-Stadion gegen die noch auf den zweiten Tabellenplatz hinter Meister Bayern schielende Schalke-Elf nur ein Sieg. Bielefeld, zwei Punkte vor den Franken auf dem rettenden 15. Tabellenplatz, darf gleichzeitig in Stuttgart nicht gewinnen. Bei einem Remis der Arminia wären beide Konkurrenten punktgleich - dann spräche das bessere Torverhältnis für den Club.

"Jetzt haben wir gegen Schalke ein echtes Endspiel. Ich bin von unserem Klassenerhalt überzeugt", machte sich Nürnbergs Trainer Thomas von Heesen nach der etwas unglücklichen Niederlage im Olympiastadion auf den Tag genau ein Jahr nach dem Pokal-Triumph gegen Stuttgart an gleicher Stelle Mut. Von Mittwoch an bereiten sich die Franken in einem Trainingslager auf das finale furioso gegen Schalke vor.

Zwei hundertprozentige Elfmeter 

Club-Torhüter Daniel Klewer hatte die Anzeigetafel immer im Blick und bekam so natürlich mit, dass der 1.FCN aufgrund der Zwischenstände in Bielefeld und Cottbus zwischenzeitlich abgestiegen war: "Es war ein Gefühlschaos. Zwischenzeitlich waren wir abgestiegen. Dann wurde uns doch noch einmal die Chance gegeben, nächsten Samstag in einem wahnsinnigen Spiel drei Punkte zu holen."

Vor allem mit Schiedsrichter Babak Rafati haderten die Nürnberger in Berlin. In der 30. Minute nahm Herthas Abwehr-Organisator Josip Simunic im Strafraum die Hand zu Hilfe, zehn Minuten vor Spielende foulte der Kroate den Nürnberger Angreifer Angelos Charisteas ("Das war eine Rote Karte").

Beide Male sah der Unparteiische aus Hannover keinen Grund, einzugreifen. "Zwei hundertprozentige Elfmeter", beurteilte von Heesen die heiklen Situationen. Allerdings konnten sich auch die Franken über einen ausbleibenden Elfmeter-Pfiff freuen, als Hertha-Torschütze Raffael vor dem Simunic-Foul gelegt wurde.

Zwei Minuten Höhepunkt 

Der Brasilianer war der Matchwinner für die Herthaner, die ihren dritten Sieg in Serie feierten und ihre Fans nach vielen Enttäuschungen während der Saison mit einem gelungen Abschied wenigstens ein bisschen versöhnten.

Raffael reichten in einem Spiel ohne allzu viele Höhepunkte zwei Minuten, um zum kleinen Held zu werden. In der 73. Minute öffnete er seine Trickkiste, tanzte im Nürnberger Strafraum zwei Gegenspieler aus und scheiterte im Abschluss an der Gegner-Überzahl.

Eine Minute später lief es besser: Mit seinem vierten Saisontreffer sicherte Raffael seiner Elf drei Punkte und ließ die Fans jubeln (das Tor im SPOX-Replay anschauen). Nur die letzten 20 Spielminuten hielten, was das Spiel zu versprechen schien.

Schützenhilfe für Cottbus 

"Das war ein brisantes Spiel für uns. Aufgrund der Spielstände in den anderen Stadien, die immer angezeigt wurden, war es für meine Spieler nicht leicht, sich auf unser Spiel zu fokussieren. Trotzdem hätten wir in Führung gehen müssen, weil nach dem Handspiel von Simunic der Elfmeter unfassbar nicht gegeben worden ist. Es war ein Punkt drin", zog von Heesen Bilanz.

Für Lucien Favre war es "ein schwieriges Spiel". Der Hertha-Trainer "wusste, dass Nürnberg nur schwer zu schlagen ist. Es war sehr eng. Nürnberg hat die Chancen nicht genutzt. Wir haben mit viel Geduld gespielt und Gott sei Dank ein Tor gemacht. Manchmal muss man mit einem 1:0 leben."

Hertha-Manager Dieter Hoeneß, der von Dienstag an nach neuen Spielern suchen will, verkaufte den knappen Sieg als "Schützenhilfe für Cottbus": "Mich freut, dass es weiter Derbys geben wird."

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