Dienstag, 06.05.2008

Bundesliga

Rydlewicz kritisiert Hansa-Konzept

Rostock - Vor einem Jahr wollten sie in Rostock Trainer Frank Pagelsdorf noch ein Denkmal bauen. Der 50-Jährige wurde nach dem zweiten Aufstieg des FC Hansa Rostock als Volksheld gefeiert, doch angesichts des immer wahrscheinlicher werdenden Abstiegs bröckelt das Monument Pagelsdorf.

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© Getty

"Bei einem Abstieg ist die Zukunft aller offen", sagte Aufsichtsratschef Horst Klinkmann vor dem Saison-Endspurt. Eine kostspielige Trainerentlassung wird es in dieser Saison jedoch nicht mehr geben.

Das machte Vorstandschef Dirk Grabow klar. "Wir gehen mit ihm in die verbleibenden drei Spiele. Danach werden wir die Situation analysieren", erklärte Grabow.

Ist der BVB an Pagelsdorf dran?

Pagelsdorf hat in Rostock einen Vertrag bis 2009. Auf die Frage, ob er auch in der 2. Liga Trainer bleibe, gab der Fußballlehrer keine klare Antwort: "Damit beschäftige ich mich nicht."

Aber auch er sieht Gesprächsbedarf: "Ich finde es eine gute Idee, wenn wir uns nach der Saison hinsetzen." Rückendeckung durch die Vereinsbosse spüre er immer noch: "Wir führen ständig Gespräche."

Hinter den Kulissen wird dagegen schon über seine Zukunft spekuliert. Ligarivale Borussia Dortmund soll an Pagelsdorf Interesse gezeigt haben, was BVB-Vorstandschef Hans-Joachim Watzke jedoch dementierte.

Ma hat aus alten Fehlern gelernt

Eines dürfte jedoch gewiss sein: Falls Hansa wie vor drei Jahren den Gang in die 2. Liga antreten muss, wird der Club wohl nicht noch einmal den gleichen Fehler machen wie mit dem damaligen Trainer Jörg Berger.

Nach Treueschwüren musste Berger trotz eines langfristigen Vertrages bereits nach dem 2. Spieltag seinen Hut nehmen und den Platz für Pagelsdorf räumen.

Der 50-Jährige übernahm das Hansa-Ruder und beendete mit einem Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz die Spielzeit 2005/06. Anschließend traten der damalige Vorstandschef Manfred Wimmer und Manager Herbert Maronn zurück.

Rydlewicz stellt Konzept in Frage

Dirk Grabow und Stefan Studer kamen. Vor allem Ex-Profi Studer sollte als Gegenpol zu Pagelsdorf wirken. Es entstand ein Machtkampf, der mit dem Aufstieg und der Ausbootung von Studer endete. Die Rede war anschließend vom "FC Pagelsdorf".

Dieser hatte das Ziel, "bester Ausbildungsverein Deutschlands" zu werden. Kritische Stimmen gab es bislang nicht. Doch ausgerechnet Routinier René Rydlewicz stellte diesem Vorhaben im "kicker" nun eine Bankrotterklärung aus: "Dieses ganze Gerede von Ausbildungsverein und Blablabla ist totaler Quatsch", sagte Rydlewicz.

"Nur wenn man alle Kräfte nutzt und alle Möglichkeiten ausschöpft, hat ein kleiner Verein wie Hansa die Chance auf den Nichtabstieg. Man kann nicht gänzlich auf Erfahrung verzichten", sagte der 34-Jährige, der bisher 277 Bundesliga-Spiele bestritt und kaum noch eine Rolle im Pagelsdorf-Konzept spielt.

Düstere Prognosen für Hansa

"Man kann als Verein alles tun, um in der Bundesliga zu bleiben. Oder man geht eben den anderen Weg und sagt, ich bilde auf Teufel komm raus Talente aus. Dann muss ich mich aber auch hinstellen und sagen, mir ist es egal, ob ich in der 1. oder 3. Liga spiele", so Rydlewicz.

"Dann muss man sich auch die Konsequenzen vor Augen halten", meinte Rydlewicz: "Mit dem Weg, den man hier geht, wird man auch in der 2. Liga Schwierigkeiten haben."


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