Mittwoch, 07.05.2008

Bundesliga

Pagelsdorf hat noch Hoffnung

Hannover - Die Durchhalteparolen von Hansa Rostocks Trainer Frank Pagelsdorf klangen wie das Pfeifen im Wald. Sie überdeckten das Unwohlsein angesichts des drohenden Bundesliga-Abstiegs kaum.

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© Getty

"So lange es noch eine Chance gibt, muss man daran glauben", sagte der Trainer nach der bitteren 0:3 (0:1)-Pleite des Tabellenletzten bei Hannover 96.

"Ich kann doch jetzt nicht aufgeben", fügte er fast entschuldigend hinzu. Doch nach sieben Niederlagen in acht Spielen kann Rostock mit den Planungen für die 2. Liga beginnen.

Hansa ist in jedem Fall gewappnet

"Wir planen seit längerer Zeit zweigleisig", sagte Pagelsdorf, dessen Vertrag bis 2009 läuft. Ob er bleibt, ist nach eigenen Angaben nicht sicher.

"Wir haben in der ganzen Saison keine Trainerdiskussion geführt und führen sie jetzt auch nicht", erklärte Hansa-Manager Herbert Maronn.

Er verwies darauf, dass die Mannschaft vor den beiden letzten Spielen gegen Leverkusen und in Bochum noch nicht definitiv abgestiegen sei.

Maronn nimmt die Spieler in die Pflicht 

"Bis zum Schluss müssen wir alles in die Waagschale werfen, um die Riesen-Sensation zu schaffen", sagte Maronn.

Doch nur wenige Profis wie etwa Kai Bülow teilten diesen Zweckoptimismus, der angesichts eines über weite Strecken müden Auftritts auch nicht angebracht war.

"Selbstverständlich", antwortete Bülow auf die Frage, ob er noch an die Rettung glaube.

Hahnel und Cetkovic schreiben Klassenerhalt ab

Andere Hansa-Spieler redeten Klartext. "Das war die letzte Chance. Es ist vorbei", sagte Djordjije Cetkovic.

"Das ist offensichtlich. Die Qualität reicht nicht. Wir stehen nicht ohne Grund da unten. Das tut richtig weh", stellte Torwart Jörg Hahnel fest.

Er war noch der beste Rostocker, konnte aber die 96-Tore durch Hanno Balitsch (19.) und Jan Rosenthal (47./87.) nicht verhindern. "Wir haben es uns anders vorgestellt", berichtete Ex-Nationalspieler Christian Rahn.

Fans bestimmen Agali zum Sündenbock

Die anfangs optimistisch gestimmten Rostocker Fans drückten ihre Wut, Enttäuschung und Trauer in Pfiffen und Schmähgesängen ("Agali, Agali, zwei Tore schießt Du nie") aus.

Damit trafen sie in diesem Fall den Falschen. Nicht der eingewechselte Viktor Agali, sondern Sturm-Kollege Enrico Kern vergab in der ersten Halbzeit zwei Großchancen auf klägliche Weise.

Danach hatte Hannover 96 leichtes Spiel, um das Konto auf 46 Punkte aufzustocken. Das ist Rekord seit dem Wiederaufstieg 2002 und eröffnet den Niedersachsen zwei Runden vor Schluss die Chance auf einen Platz im UI-Cup.

Hecking freut sich auf Bremen

"Der Punkterekord ist ein schöner Nebeneffekt. Wir haben nach deutlichen Worten in der Pause ein schönes Feuerwerk abgeliefert", sagte 96-Trainer Dieter Hecking.

"Wichtig war, dass wir zu Null gespielt haben", freute sich Torhüter Robert Enke. Entsprechend locker blickte Hannover 96 dem nächsten Nord-Derby am Samstag beim Champions League-Anwärter Werder Bremen entgegen.

"Wir werden uns auch dort teuer verkaufen. Meine Mannschaft besitzt Selbstvertrauen". sagte Hecking.


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